Kontrollaktion
Razzia gegen Sozialbetrug: Razzien in Wiesbaden – Porsche 911 auf der A66 beschlagnahmt
Großangelegter Schlag gegen die organisierte Ausbeutung des Sozialstaates. Rund 600 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll, Steuerfahndung und Kommunalbehörden haben am Mittwoch, 30. September, hessenweit zugeschlagen. Auch in Wiesbaden liefen die Ermittler auf. Die Polizei Wiesbaden durchsuchte zwei Objekte im Stadtgebiet, während Beamte des Polizeipräsidiums Westhessen auf der Autobahn 66 einen Porsche 911 Carrera S wegen Geldwäscheverdachts beschlagnahmten. Landesweit wurden über 1,5 Millionen Euro an kriminellen Vermögenswerten sichergestellt.
Fotos: HLKA, HMdI / Frank Zinn
Wer staatliche Hilfen erschleicht, Scheinfirmen betreibt oder illegale Einnahmen wäscht, gerät zunehmend in das Visier der Ermittlungsbehörden. Am Mittwoch, 30. September, führten hessische Sicherheitsbehörden unter Federführung des Hessischen Landeskriminalamts (HLKA) den mittlerweile vierten landesweiten Aktionstag gegen sozialschädliche Kriminalität durch. Rund 600 Einsatzkräfte von Polizei, Zoll, der Financial Intelligence Unit (FIU), Steuerfahndung, Jobcentern, Familienkassen sowie städtischen Gewerbe- und Ordnungsämtern kontrollierten zeitgleich Objekte und Personen in ganz Hessen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Maßnahmen lag dabei direkt in der Landeshauptstadt Wiesbaden sowie auf den umliegenden Verkehrsachsen.
Durchsuchungen in Wiesbaden und Sicherstellung auf der A66
Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Wiesbaden rückten die Ermittler zu gezielten Maßnahmen aus. Im Stadtgebiet vollstreckten die Kräfte gerichtlich angeordnete Durchsuchungsbeschlüsse in zwei Objekten. Dabei wurden drei Personen einer eingehenden Kontrolle unterzogen und ein Führerschein sichergestellt.
Parallel dazu zeigten die Beamten auf den Fernstraßen Flagge. Bei stationären Kontroll- und Fahndungsmaßnahmen auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden zogen Einsatzkräfte des Polizeipräsidiums Westhessen gemeinsam mit Spezialisten des HLKA unter anderem einen hochmotorisierten Porsche 911 Carrera S aus dem Verkehr. Der Sportwagen wurde an Ort und Stelle beschlagnahmt – gegen die Verantwortlichen besteht der konkrete Verdacht der vorsätzlichen Insolvenzverschleppung und Geldwäsche.
Über 1,5 Millionen Euro Vermögen gesichert – 18 Festnahmen
Landesweit richteten sich die Kontrollen gegen Scheinanmeldungen, illegal betriebenes Glücksspiel, Schwarzarbeit und den gezielten Missbrauch von Bürgergeld und Kindergeld. Kontrolliert wurden Gaststätten, Spielhallen, Barbershops sowie verdächtige Wohn- und Gewerbeobjekte.
Die hessenweite Bilanz des Einsatztages verdeutlicht das Ausmaß:
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1.065 Personen, 53 Objekte und 104 Fahrzeuge kontrolliert,
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18 vorläufige Festnahmen,
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47 Strafanzeigen und 58 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet,
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Vermögenswerte von rund 1.552.000 Euro abgeschöpft, darunter etwa 343.000 Euro reines Bargeld, Luxusuhren, Schmuck sowie neun Luxusfahrzeuge im Gesamtwert von 927.000 Euro.
Einen weiteren beachtlichen Coup landeten die Fahnder im Landkreis Offenbach im Rahmen des seit 2018 laufenden Großkomplexes „AVALON“: Dort klickten für zwei mutmaßliche Betrüger die Handschellen. Ihnen werden bandenmäßige Steuerhinterziehung, Betrug beim Kfz-Handel und gewerbsmäßiger Sozialleistungsbetrug zur Last gelegt.
„Rechtsstaat ist handlungsfähig“
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zog ein deutliches Fazit: „Die Aktionstage senden ein unmissverständliches Signal: Wer den Sozialstaat ausnutzt, muss damit rechnen, entdeckt und zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das konsequente Vorgehen der Polizei zeigt, dass unser Rechtsstaat handlungsfähig ist.“
Auch HLKA-Präsident Daniel Muth betonte die Notwendigkeit des behördenübergreifenden Vorgehens: „Wir wollen den Missbrauch staatlicher Leistungen aufdecken, kriminelle Strukturen zerschlagen, Geldwäsche eindämmen und unrechtmäßig erlangte Vermögenswerte sichern.“ Das Zusammenspiel von Polizei, Zoll und Finanzbehörden sei der Schlüssel, um den Kriminellen genau dort wehzutun, wo es schmerzt: beim illegal angehäuften Luxus. Die bei den Kontrollen in Wiesbaden und Hessen gewonnenen Erkenntnisse werden nun ausgewertet und fließen in weiterführende Finanz- und Geldwäscheermittlungen ein.
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InfoBox
Die Fakten zum Aktionstag im Überblick:
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Einsatzzeit: Mittwoch, 30. September 2026
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Beteiligte Stellen: Rund 600 Kräfte von HLKA, Polizeipräsidium Westhessen, Zoll, FIU, Steuerfahndung, Jobcentern, Familienkasse und Ordnungsämtern
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Schwerpunkte Wiesbaden: Durchsuchung von zwei Objekten im Wiesbadener Stadtgebiet; Beschlagnahme eines Porsche 911 Carrera S auf der A66 (Verdacht auf Geldwäsche und Insolvenzverschleppung)
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Hessenweite Bilanz: 1.065 Personen und 104 Autos überprüft, 18 Festnahmen, 47 Strafanzeigen.
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Sichergestellte Werte: Rund 1,55 Millionen Euro (davon 343.000 Euro Bargeld, 9 hochwertige Autos im Wert von 927.000 Euro sowie Luxusuhren und Schmuck)

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