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Luisenplatz und Kirchenreulchen im Kamerafokus: Polizei rüstet mit drei mobilen Video-Türmen auf
Der Wiesbadener Luisenplatz und die umliegenden Ecken stehen ab sofort unter lückenloser digitaler Beobachtung. Die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Polizei haben kurzfristig drei mobile Videoschutzanhänger auf dem belebten Innenstadtplatz postiert. Die Standorte der Spezialanhänger wurden strategisch so gewählt, dass nicht nur die gesamte Platzfläche erfasst wird, sondern die Kameras auch gezielt in das angrenzende Kirchenreulchen blicken. Damit reagieren die Behörden vor allem auf die dortige Drogenszene, die sich insbesondere in den Abend- und Nachtstunden in die Gasse verlagert hatte.
Fotos: Daniel Becker
Der Luisenplatz gehört zu den wichtigsten und belebtesten Plätzen der Innenstadt – doch das Sicherheitsgefühl vieler Menschen litt in den vergangenen Monaten spürbar unter aggressiven Gruppen, Pöbeleien und offener Betäubungsmittelkriminalität. Um diesem Trend entschlossen entgegenzutreten, gehen die Landeshauptstadt Wiesbaden und das Polizeipräsidium Westhessen in die Offensive: Ab sofort überwachen drei mobile Videoschutzanhänger das Areal.
Die Standorte der Anlagen wurden dabei mit Bedacht gewählt: Die drei Einheiten sind strategisch so aufgestellt, dass neben der gesamten Fläche des Luisenplatzes auch das angrenzende Kirchenreulchen voll im Blickfeld der Kameras liegt. Gerade diese kleine Verbindungsgasse hatte sich in der Vergangenheit zu einem neuralgischen Rückzugsort entwickelt. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden spielte sich hier regelmäßig ein Großteil der offenen Drogenszene ab. Mit der Neuausrichtung der Kameras gerät der bisherige Brennpunkt nun direkt in das Visier der Ordnungshüter, sodass es dort künftig keine unbeobachteten Nischen mehr gibt.
Ausgeliehene Technik – Testphase für zunächst zwei Monate
Dass die drei Kamera-Türme so zügig aufgefahren werden konnten, basiert auf einer Kooperation innerhalb der hessischen Polizei. Es handelt sich um Spezialanhänger, die sich das Polizeipräsidium Westhessen kurzfristig von anderen Präsidien ausgeliehen hat. Erst vor wenigen Tagen war eine vergleichbare Anlage auch in Limburg aufgestellt worden.
Vereinbart ist zunächst ein Einsatzzeitraum von zwei Monaten, also bis Ende November. Der Zeitpunkt wurde bewusst gewählt: Ende November beginnen die Vorbereitungen für die Weihnachtsmärkte, zu denen die Bedarfe für den Videoschutz in ganz Hessen ohnehin neu bewertet werden. Ob alle drei Anhänger auch während des Sternschnuppen Marktes auf dem Luisenplatz verbleiben können, hängt von den Bedarfen der abgebenden Behörden und den Erfahrungen der kommenden Wochen ab.
Betäubungsmittel und Rohheitsdelikte im Visier
Die Notwendigkeit des Einsatzes begründet die Polizei mit der Kriminalitätsentwicklung rund um den Platz. Neben der Betäubungsmittelkriminalität verzeichneten die Behörden zuletzt einen deutlichen Anstieg bei Rohheitsdelikten, darunter Körperverletzungen und Beleidigungen. Hinzu kommt, dass der Bereich stark von der Obdachlosen- und Drogenszene frequentiert wird.
Mit den gut sichtbaren Kameras wollen Stadt und Polizei ein klares Signal setzen. Ziel ist es nicht nur, Straftaten aufzuklären und Täter zu überführen, sondern den Platz wieder für alle Bevölkerungsschichten zu öffnen. Passanten, Familien und Gäste der Außengastronomie sollen sich dort wieder unbesorgt aufhalten und wohlfühlen können.
Baustein im Gesamtpaket – und Vorstufe zur festen Anlage
Vonseiten der Polizei wurde deutlich gemacht, dass die Technik keinen Ersatz für menschliche Präsenz darstellt. Der Videoschutz ist vielmehr ein technischer Baustein in einem eng verzahnten Gesamtkonzept, das durch intensive Fußstreifen und gemeinsame Kontrollen mit der Stadtpolizei flankiert wird. Ergänzend brauche es weiterhin die informelle, bürgerliche soziale Kontrolle, damit Fehlentwicklungen im öffentlichen Raum von vornherein unterbunden werden.
Die rechtlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer Videoüberwachung liegen für den Luisenplatz vollumfänglich vor. Ob aus dem mobilen Testlauf künftig eine dauerhafte, fest installierte Videoschutzanlage wird, hängt maßgeblich von den Erkenntnissen der nächsten zwei Monate ab. Die Polizei wird das Geschehen wöchentlich analysieren. Die gewonnenen Daten sollen der Stadtverwaltung fundierte Argumente liefern, um in den anstehenden Haushaltsberatungen über eine entsprechende dauerhafte Investition zu entscheiden.
Video
Kein toter Winkel für Dealer: Drei Videoschutzanhänger überwachen Luisenplatz und Kirchenreulchen – Interview mit Björn Gutzeit Polizeipräsident – 09:53 min
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