Gesundheit

HSK startet neues Netzwerk im Kampf gegen Lungenkrebs

Eine späte Diagnose kostet viele Krebs-Patienten das Leben. Um Tumore rechtzeitig zu erkennen, geht nun ein spezielles Programm für aktuelle und ehemalige Raucher an den Start. In der Region bündeln dafür mehrere Praxen und eine Wiesbadener Klinik ihre Expertise, um Betroffenen mit modernster Technik zu helfen.

Von: |Erschienen am: 28. September 2026 13:58|

Symbolfoto

In der Bundesrepublik stellt das Lungenkarzinom die am weitesten verbreitete krebsbedingte Todesursache dar. Jedes Jahr erliegen etwa 45.000 Personen dieser schweren Krankheit.

Ein Hauptgrund für die hohe Sterblichkeit liegt in der späten Diagnose. Oftmals wird die Erkrankung erst in einem Stadium festgestellt, in dem eine erfolgreiche Heilung kaum noch realisierbar ist.

CT für Raucher

Ein innovatives Programm zur Früherkennung soll diese Situation nun grundlegend verbessern. Zum Einsatz kommt dabei die sogenannte Niedrigdosis-Computertomographie, welche sich durch eine besonders geringe Strahlenbelastung auszeichnet.

Mit diesem speziellen Verfahren können Tumoren bei Personen mit starkem Tabakkonsum sowie bei ehemaligen starken Rauchern rechtzeitig aufgespürt werden.

Verzögerter Auftakt

Auf bundesweiter Ebene wurde die Einführung dieses Früherkennungsprogramms bereits im April beschlossen. Dennoch war es vielen medizinischen Einrichtungen anfangs nicht möglich, die Untersuchungen direkt anzubieten.

Im Vorfeld mussten zunächst die zwingend notwendigen Zulassungen eingeholt werden. Darüber hinaus war der Aufbau von komplexen Strukturen für die Netzwerke und die Patientenversorgung erforderlich.

Startschuss im Oktober

Pünktlich zum 1. Oktober nimmt nun eines der ersten zugelassenen Netzwerke für das Lungenkrebs-Screening in Hessen und ganz Deutschland seine Arbeit auf.

Initiiert wurde dieser Zusammenschluss von der Helios HSK Wiesbaden, die hierfür eine Kooperation mit drei großen radiologischen Praxisverbünden eingegangen ist:

  • Radiomed Gemeinschaftspraxis für Radiologie und Nuklearmedizin
  • RNS-Gemeinschaftspraxis
  • Überörtliche Gemeinschaftspraxis Radiologie Limburg-Weilburg.

Gemeinsam stellen diese Partner einen signifikanten Teil der radiologischen Versorgung in der Landeshauptstadt Wiesbaden, im Rheingau-Taunus-Kreis sowie in der Region Limburg-Weilburg sicher.

Zusammenarbeit der Experten

Die primären Untersuchungen zur Früherkennung werden direkt in den kooperierenden radiologischen Praxen durchgeführt. Sollten sich dabei auffällige oder nicht eindeutige Ergebnisse zeigen, übernimmt die Helios HSK im Rahmen der Qualitätssicherung die Erstellung eines Zweitbefundes.

Modernste Robotertechnik

Muss ein Befund noch genauer abgeklärt werden, kommt das zertifizierte Zentrum für Lungenkrebs der Helios HSK in Wiesbaden für die spezialisierte Diagnostik zum Zug. Das Team um Prof. Dr. med. Tim O. Hirche, dem Chefarzt der Pneumologie, nutzt dafür unter anderem das robotergestützte Bronchoskopiesystem ION.

Mithilfe dieser fortschrittlichen Technik ist es den Medizinern in der Früherkennung des Lungenkrebs möglich, selbst winzigste und schwer zugängliche Veränderungen innerhalb der Lunge exakt zu untersuchen sowie präzise Gewebeproben zu entnehmen.

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