Unangemeldete Versammlung
TikTok-Treffen eskaliert am Bahnhofsplatz: Jugendliche zünden Pyrotechnik – Polizei greift durch
Aufregung am Wiesbadener Hauptbahnhof am frühen Samstagabend. Rund 50 Jugendliche versammelten sich nach einem Aufruf auf der Social-Media-Plattform TikTok auf dem Bahnhofsplatz. Aus der Menge heraus wurden plötzlich Feuerwerkskörper und Pyrotechnik abgebrannt. Als mehrere Streifenwagen eintrafen, flüchtete ein Teil der Gruppe.
Symbolfoto
Ein viraler Aufruf im Internet rief am Samstagabend, 26. September , die Wiesbadener Polizei auf den Plan. Über die Social-Media-Plattform TikTok hatten sich offenbar Dutzende junge Menschen verabredet, um sich am Bahnhofsvorplatz zu treffen.
Um 19:46 Uhr gingen bei der Polizeileitstelle mehrere besorgte Notrufe von Passanten ein. Sie meldeten eine größere Ansammlung von rund 50 Jugendlichen mitten auf dem Bahnhofsplatz. Das Treffen blieb jedoch nicht friedlich: Aus der Gruppe heraus zündeten ein oder mehrere bislang unbekannte Täter unvermittelt Pyrotechnik und Böller.
Flucht bei Sirenen – Platzverweise für Unkooperative
Als die alarmierten Streifenwagen kurz darauf mit Blaulicht am Hauptbahnhof vorfuhren, reagierten etliche Jugendliche sofort mit der Flucht. Mehrere Personen stoben beim Erblicken der Beamten in verschiedene Richtungen davon und entkamen unerkannt im Umfeld des Bahnhofsgeländes.
Die verbliebenen Teilnehmer der unangemeldeten Aktion zeigten sich den Polizistinnen und Polizisten gegenüber wenig kooperativ. Die Einsatzkräfte machten kurzen Prozess und lösten die unzulässige Versammlung vor Ort konsequent auf. Gegen die verbliebenen, uneinsichtigen Personen wurden ausnahmslos Platzverweise für den Bahnhofsbereich ausgesprochen, denen diese schließlich nachkamen.
Kripo ermittelt wegen Sprengstoffgesetz – Zeugenvideos gesucht
Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurden bei dem Vorfall weder unbeteiligte Passanten noch Teilnehmer verletzt; auch Gebäudeschäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Allerdings hat der gefährliche Einsatz der Feuerwerkskörper strafrechtliche Konsequenzen: Wegen des unsachgemäßen Umgangs mit Pyrotechnik, möglicher Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz sowie einer potenziellen Gefährdung Dritter hat die Kriminalpolizei Wiesbaden die weiteren Ermittlungen übernommen.
Die Ermittler bitten Personen, die den Vorfall am Samstagabend beobachtet haben, sowie Passanten, die Fotos oder Videos von der Versammlung und dem Zünden der Böller gemacht haben, sich unter der Telefonnummer 0611 / 345-0 bei der Wiesbadener Kriminalpolizei zu melden.
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