Kriminalität
Betrüger im Treppenhaus: Falscher Polizist erbeutet Schmuck von Seniorin
Erneuter Erfolg für skrupellose Telefonbetrüger im Stadtgebiet. Am Freitagnachmittag brachten Kriminelle eine Frau in Wiesbaden um ihren Schmuck. Ein Anrufer gab sich als Polizist aus und überredete die Geschädigte, ihre Wertsachen einem angeblichen Kollegen im Hausflur zu übergeben. Die Kriminalpolizei ermittelt und gibt wichtige Verhaltenstipps zum Schutz vor der Betrugsmasche.
Symbolfoto
Die perfide Masche der „falschen Polizeibeamten“ hat in Wiesbaden erneut ein Opfer gefordert. Am Freitagnachmittag, 18. September, erbeuteten Unbekannte in der Steinmetzstraße wertvollen Schmuck von einer hilfsbereiten Frau.
Die Betrüger gingen nach dem altbekannten Muster vor. Ein Anrufer meldete sich telefonisch bei der Geschädigten, behauptete, Ermittler der Kriminalpolizei zu sein, und tischte ihr eine frei erfundene Geschichte auf. Im Verlauf des psychologisch geschickt geführten Telefonats brachte er die verunsicherte Frau dazu, ihren privaten Schmuck für angebliche Begutachtungen und polizeiliche Dokumentationen bereitzuhalten.
Übergabe im Treppenhaus an komplett weiß gekleideten Mann
Gegen 14:00 Uhr klingelte es schließlich an der Haustür der Geschädigten im Wiesbadener Rheingauviertel. Im Treppenhaus vor ihrer Wohnung stand der angebliche Ermittler: Die Frau übergab dem Boten gutgläubig ihre Schmuckstücke. Kaum hatte der Mann die Wertsachen an sich genommen, flüchtete er mit der Beute in unbekannte Richtung.
Zu dem Abholer liegt der Kriminalpolizei eine auffällige Beschreibung vor: Männlich, auffallend klein, etwa 1,50 Meter groß und trug einen kurzen, schwarzen Kinnbart. Der Mann war komplett in Weiß gekleidet – trug eine weiße Schildkappe, ein weißes langärmliges Oberteil sowie eine weiße Stoffhose.
Zeugenaufruf der Kriminalpolizei
Die Wiesbadener Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen Amtsanmaßung und Betrugs aufgenommen. Zeuginnen und Zeugen, die am Freitagnachmittag rund um die Steinmetzstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Hinweise auf den auffällig weiß gekleideten Abholer geben können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0611 / 345-0 zu melden.
Wichtige Warnhinweise der Polizei . So schützen Sie sich!
Aus gegebenem Anlass warnt das Polizeipräsidium Westhessen eindringlich vor dieser Masche und gibt konkrete Verhaltensregeln:
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Echte Polizisten fordern niemals Wertsachen: Die echte Polizei wird Sie unter keinen Umständen am Telefon nach Ihren Vermögenswerten, Bankkonten oder Schmuck ausfragen und niemals Boten zur Verwahrung oder Sicherung von Bargeld und Wertgegenständen zu Ihnen nach Hause schicken!
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Gespräch aktiv beenden: Werden Sie von einer angeblichen Beamtin oder einem Beamten angerufen und verlangt man Übergaben oder Geld, legen Sie sofort aktiv auf. Vertrauen Sie nicht darauf, dass der Anrufer aufgelegt hat!
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Gefahr durch offene Leitungen: Betrüger legen oft nicht auf und simulieren ein Freizeichen oder die Stille in der Leitung. Wer dann direkt „110“ wählt, landet wieder bei den Kriminellen, die sich dann als Notrufzentrale ausgeben.
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Selbst wählen: Drücken Sie die Aus-Taste am Telefon, warten Sie einige Sekunden und wählen Sie den Polizeinotruf 110 oder die Nummer Ihrer örtlichen Dienststelle erst dann von einem separat recherchierten Telefonapparat aus.
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