BrettSpielZeit

Magie, Agenten und Sticker-Städte: Drei Highlights für den nächsten Familienabend

Über 150 Menschen haben am Wochenende im Haus der Marktkirche in Wiesbaden gemeinsam gewürfelt, gelacht und taktiert. Wer das große Zusammenkommen verpasst hat, muss aber nicht auf neue Inspiration verzichten: Von kooperativen Abenteuern für die Jüngsten bis hin zu kniffligen strategischen Duellen für Paare ist für jeden Geschmack etwas dabei. Welche Neuheiten aktuell für besonders viel Spannung am heimischen Wohnzimmertisch sorgen und wer im Moment alle in seinen Bann zieht, offenbart ein Blick auf die diesjährigen Spiele-Geheimtipps.

Von: |Erschienen am: 22. September 2026 09:37|

Foto: Spiel und Kultur

Mehr als 150 Besucher folgten am  vergangenen Samstag, 19. September, der Einladung ins Haus der Marktkirche, um im Rahmen der BrettSpielZeit verschiedenste Gesellschafts- und Kartenspiele ausgiebig zu testen. Für alle Interessierten, die an diesem Tag nicht in Wiesbaden vor Ort sein konnten, haben die Organisatoren nun im Nachgang empfehlenswerte Titel für den Nachwuchs, ganze Familienkreise sowie für Paare zusammengestellt.

Sebastian Wenzel, der Vorsitzende des Vereins „Spiel und Kultur“, ordnete den sozialen Aspekt des Wochenendes zunächst wie folgt ein: „Spielen verbindet Menschen. Das hat die BrettSpielZeit in Wiesbaden eindrucksvoll gezeigt.“

Erlebnisse verbinden die Teilnehmer

Der Vereinsvorsitzende führte seine Beobachtungen weiter aus: „Vor Ort spielten Eltern mit ihren Kindern. Freundesgruppen nutzten die Gelegenheit, neue Spiele kennenzulernen. Und auch Einzelpersonen fanden schnell Anschluss. Genau diese Begegnungen machen für uns den besonderen Wert des gemeinsamen Spielens aus“.

Ein Blick auf die Spieltische zeigte klare Favoriten: Eine besonders hohe Nachfrage verzeichneten kindgerechte Titel wie „Paleolino“ von Marco Teubner aus dem Verlag Hans im Glück. Gleiches galt für das frisch zum „Spiel des Jahres 2026“ gekürte Partyspiel „Dito!“ von Martin Ang (Game Factory). Darüber hinaus stießen brandneue Veröffentlichungen wie „Happy Holliday“ der Autoren Matthew Dunstan, Brett J. Gilbert und Claus Stephan (Kosmos) auf großes Interesse bei den Teilnehmern.

Auszeit vom täglichen Trott

Dr. Susanne Claußen, die in der Fachstelle Bildung und Erwachsenenarbeit des Evangelischen Dekanats Wiesbaden tätig ist, verwies auf den Leitgedanken des Treffens:

„Das Motto der Veranstaltung lautete ‚Frei.Räume‘. Beim Spielen entsteht ein Freiraum, in dem Menschen für eine Weile aus dem Alltag heraustreten, gemeinsam etwas erleben und miteinander ins Gespräch kommen, unabhängig von Herkunft, Alter oder Spielerfahrung.“

Fokus auf gemeinsames Erleben

Die Vertreterin des Dekanats betonte in diesem Zusammenhang weiter: „Es geht darum, Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben zu ermöglichen. Das prägt auch unsere tägliche Arbeit im Evangelischen Dekanat Wiesbaden“.

Um diesen Ansatz auch in die heimischen Wohnzimmer zu tragen, sprechen das Evangelische Dekanat Wiesbaden sowie der Verein „Spiel und Kultur“ konkrete Empfehlungen für verschiedene Zielgruppen aus.

Magische Jagd für Kinder

Für den Nachwuchs ab sechs Jahren bietet sich der Titel „Verflixt verzaubert“ von Thomas Dagenais-Lespérance (Game Factory) an. Die Hintergrundgeschichte handelt von vier entwendeten magischen Objekten, die nun in der Umgebung einer Zauberschule verstreut liegen. Die jungen Akteure schlüpfen in die Rolle von Zauberschülern, die den unbekannten Dieb entlarven wollen.

Mithilfe von drei Würfeln bewegen sich die Figuren über das Spielfeld. Während der Dieb alle Gegenstände einsammeln, bluffen und taktisch vorgehen muss, sind die Lehrlinge auf clevere Schlussfolgerungen im Team angewiesen, um ihre Aufgabe rasch zu erfüllen. Dieser asymmetrische Wettstreit zwischen den beiden Lagern sorgt für anhaltende Spannung am Tisch, die selbst zuschauende Erwachsene schnell mitfiebern lässt.

Kreatives Bauen als Familie

Eine generationenübergreifende Erfahrung liefert „Cozy Stickerville“ von Corey Konieczka (Unexpected Games). Hier ist der Titel wörtlich zu nehmen: Die Spieler errichten entspannt und vollkommen ohne Zeitdruck eine eigene kleine Stadt, indem sie gemeinsam Gebäude errichten, Bäume pflanzen und neue Einwohner begrüßen. Im Verlauf der Partie kommen mehr als 800 Aufkleber zum Einsatz, welche die Stadtkarte nachhaltig individualisieren und den Handlungsstrang modifizieren.

Gewinnen oder Verlieren im klassischen Sinne ist bei diesem Konzept nicht vorgesehen. Stattdessen stellen sich die Beteiligten verschiedenen Aufgaben, fällen gemeinsame Entscheidungen und erleben anschließend die daraus resultierenden Konsequenzen der Geschichte. Durch diesen kooperativen Ansatz können problemlos auch jüngere Teilnehmer bei dem ab acht Jahren empfohlenen Spiel integriert werden.

Taktisches Duell für Paare

Zweier-Teams kommen bei „Agent Avenue“ der Autoren Christian und Laura Kudahl (Nerdlab) voll auf ihre Kosten. In diesem rasanten Titel jagen sich zwei Geheimagenten auf einem Rundweg – wer sein Gegenüber schnappt, geht als Sieger aus dem Katz-und-Maus-Spiel hervor. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im strategischen Einsatz der Handkarten, denn pro Durchgang legt ein Spieler eine offene sowie eine verdeckte Karte aus.

Wählt der erste Agent eine davon, erhält der Kontrahent das verbleibende Exemplar. Dies führt zu intensiven Gedankenspielen: Ist die verborgene Karte stärker, oder verbirgt sich dahinter eine Falle? Da die eigene Zugweite maßgeblich davon abhängt, wie viele Karten einer identischen Sorte ein Spieler bereits gesammelt hat, entfalten die Motive je nach Spielsituation gänzlich andere Effekte. Mit einer Spieldauer von lediglich 15 Minuten bleibt stets ausreichend Zeit für eine schnelle Revanche.

Bundesweites Projekt als Basis

Eingebettet war das Wiesbadener Zusammentreffen in die groß angelegte Initiative „Stadt-Land-Spielt“. Diese nicht-kommerzielle Kampagne bringt bereits seit 2013 verschiedenste Menschen zusammen, vollkommen losgelöst von Herkunft, Generationenzugehörigkeit, sozialem Status oder psychischer wie physischer Verfassung. An besagtem Wochenende Mitte September wurden die Aktionen an über 440 Standorten in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz veranstaltet. Weiterführende Details zum Projekt sind auf der Website stadt-land-spielt.de abrufbar.

Wer abseits solcher Großereignisse in der hessischen Landeshauptstadt aktiv werden möchte, wird ebenfalls beim Verein „Spiel und Kultur“ fündig: Die Organisation richtet jede Woche zwei kostenfreie Treffen und Spieleabende für Fans von Brettspielen, Kartenspielen un Gesellschaftsspielen in den Stadtteilen Mitte und Biebrich aus.

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