Autonomes Fahren
Fahrerlos durch die Landeshauptstadt: Ministerpräsident Rhein testet KIRA-Shuttle
Einsteigen ohne Fahrer: Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat bei einer Testfahrt in Wiesbaden selbst auf dem Beifahrersitz Platz genommen, um sich von den Fortschritten des innovativen On-Demand-Projekts zu überzeugen. Während im Rhein-Main-Gebiet bereits Tausende Nutzer den fahrerlosen Service im Alltag erproben, soll die Technologie vor allem ländliche Regionen revolutionieren. Wie weit die Technik des wegweisenden Pilotprojekts bereits fortgeschritten ist und warum Experten darin den Schlüssel für eine wirtschaftlichere Mobilität der Zukunft sehen, erfahren Sie hier.
Foto: RMV / Laurenz Flashar
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat sich am heutigen Tag im Stadtgebiet von Wiesbaden persönlich von den Fortschritten des automatisierten Fahrens im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ein Bild gemacht. Ausgehend von der Staatskanzlei unternahm der Regierungschef eine Testfahrt mit dem fahrerlosen Shuttle des Projekts KIRA.
Bei der Unternehmung handelt es sich um ein gemeinsames Pilotvorhaben, das unter der federführenden Leitung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sowie der Deutschen Bahn (DB) umgesetzt wird. Das Land Hessen nimmt nach Einschätzung der Verantwortlichen auf diesem Sektor bundesweit eine Spitzenposition ein.
Vorreiterrolle für Hessen
Nach Abschluss der Probefahrt äußerte sich der hessische Ministerpräsident Boris Rhein sehr zufrieden über die technologische Entwicklung:
„Es führt kein Weg an Hessen vorbei. Auch und ganz besonders nicht beim autonomen Fahren. Mit dem Projekt KIRA sind wir in Hessen bundesweit Vorreiter und zeigen, wie autonomes Fahren im öffentlichen Nahverkehr funktionieren kann.“
Chancen für ländliche Räume
Der Regierungschef betonte im Anschluss an die Fahrt außerdem: „Wie weit die Technologie bereits ist, hat mich beeindruckt. Für mich ist klar: Autonomes Fahren kann den ÖPNV bereichern. Denn es bietet die Chance, Mobilität wirtschaftlicher und zugleich besser für die Menschen anzubieten, ganz besonders im ländlichen Raum.“
Das innovative Vorhaben zeichnet sich dadurch aus, dass erstmals in der Bundesrepublik fahrerlose Fahrten des Automatisierungslevels 4 im Rahmen eines On-Demand-Angebots mit offiziell registrierten Testpersonen erprobt werden.
Wertvolle Praxiserfahrungen
Die beteiligten Partner wie der RMV und die Deutsche Bahn nutzen das Projekt gezielt, um fundamentale Erkenntnisse für den zukünftigen Regelbetrieb von automatisierten Fahrzeugen in verschiedenen Modellregionen zu gewinnen. Aktuell sind für diesen Testbetrieb bereits mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.
Zur strategischen Bedeutung des Versuchs äußert sich Prof. Knut Ringat, der als Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds fungiert: „Autonomes Fahren ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, was es für unsere Fahrgäste bringt.“
Wirtschaftlicherer Nahverkehr
Ringat führte zu den langfristigen Zielen unter der neuen Zwischenüberschrift weiter aus: „Langfristig können autonome Fahrzeuge helfen, Betriebskosten zu senken oder mit den vorhandenen Mitteln mehr Angebot zu schaffen. Besonders im ländlichen Raum können sie den ÖPNV flexibler machen und Menschen besser an Bus und Bahn anbinden. Mit KIRA schaffen wir dafür die Grundlage“
Auch vonseiten der Deutschen Bahn wird das Vorhaben als wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung der Mobilitätsstrukturen gewertet.
Fahrbetrieb unter Realbedingungen
Frederik Ley, der als Vorstand Straße bei DB Regio tätig ist, unterstreicht die praktischen Fortschritte der Initiative: „Mit KIRA haben wir autonomes Fahren unter realen Bedingungen auf die Straße gebraucht und sammeln Erfahrungen im Betrieb, die für den nächsten Schritt entscheidend sind.“
Er kündigte zugleich an, dass die Projektverantwortlichen intensiv daran arbeiten, die autonomen Angebote künftig fest in den regulären Linienverkehr einzugliedern.
Integration in den ÖPNV
Ley betonte im Rahmen der Ausführungen außerdem: „Gemeinsam mit dem RMV arbeiten wir daran, autonome Verkehre schon bald in den öffentlichen Nahverkehr zu integrieren.“
Während die Testfahrten in Wiesbaden vorerst auf einzelne Demonstrations- und Testzwecke beschränkt bleiben, existieren bereits feste Regionen für den alltäglichen Testbetrieb.
Einsatz in Modellgebieten
In den Kommunen Langen, Egelsbach und Darmstadt ist das reguläre KIRA-Testgebiet eingerichtet, in dem registrierte Testnutzer den Fahrdienst regulär in Anspruch nehmen können. Die Buchung erfolgt unkompliziert über eine spezielle Smartphone-Anwendung, und die Fahrten sind für die Teilnehmer kostenfrei.
Die technische Ausstattung der Autonom-Fahrzeuge, welche das automatisierte Fahren ermöglicht, wird dabei von dem Unternehmen Mobileye bereitgestellt.
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