Verkehrsunglücke
Drei schwere Crashes innerhalb einer Stunde – Reifenplatzer, Motorradsturz ohne Schutzkleidung und Gaffer-Stau legen Autobahnen lahm
Binnen weniger Minuten verwandelten sich die Autobahnen rund um Wiesbaden in eine Kette aus Blechlawinen, Rettungseinsätzen und Blechlawinen. Innerhalb von nur 70 Minuten krachte es am späten Donnerstagnachmittag gleich dreimal heftig – auf der A66 und der A3. Die Bilanz: vier Verletzte, ein Motorradfahrer davon schwer, mehrere Vollsperrungen und ein Verkehrschaos, das Tausende Pendler zur Geduldsprobe zwang.
Foto: Feuertwehr Wiesbaden
Eine wahre Unfallserie hat am späten Donnerstagnachmittag, 10. September, für ein Verkehrschaos auf den Autobahnen rund um Wiesbaden gesorgt. Innerhalb weniger Stunden ereigneten sich auf der Autobahn 66 und der Autobahn 3 drei schwere Verkehrsunfälle, die mehrere Vollsperrungen, Verletzte und kilometerlange Staus zur Folge hatten.
Reifenplatzer katapultiert Nissan aufs Dach
Den Auftakt der Unfallserie bildete gegen 16:30 Uhr ein schwerer Unfall auf der A66 in Fahrtrichtung Frankfurt. Zwischen der Anschlussstelle Mainzer Straße und Wiesbaden-Erbenheim platzte an einem Nissan Qashqai plötzlich ein Reifen.
Der Fahrer verlor augenblicklich die Kontrolle über seinen Wagen. Der Pkw krachte wenige Augenblicke später mit voller Wucht gegen die Mittelschutzplanke, wurde abgewiesen und überschlug sich, sodass das Fahrzeug mitten auf der Fahrbahn auf dem Dach liegen blieb.
Massenkarambolage auf A66 bei Erbenheim
Vier nachfolgende Autofahrer versuchten, den abbremsenden Fahrzeugen vor ihnen auszuweichen, und krachten dabei ineinander. Die quer stehenden Unfallwagen blockierten alle drei Fahrstreifen vollständig.
Der Fahrer des überschlagenen Nissan sowie ein weiterer Beteiligter erlitten leichte Verletzungen und wurden vom Rettungsdienst in umliegende Krankenhäuser eingeliefert. Erst nach rund 1,5 Stunden konnte die Vollsperrung Richtung Frankfurt wieder aufgehoben werden.
Motorradfahrer ohne Schutzkleidung verunglückt schwer bei Medenbach
Nur zehn Minuten später, gegen 16.40 Uhr, schrillten auf der A3 in Fahrtrichtung Würzburg die Alarmglocken. Zwischen Niedernhausen und der Rastanlage Medenbach war ein 24 Jahre alter Motorradfahrer aus Wiesbaden unterwegs.
Der junge Kradfahrer überholte nach ersten Erkenntnissen verbotswidrig rechts und übersah dabei einen Pkw mit Anhänger auf dem mittleren Fahrstreifen. Die Maschine prallte ungebremst auf das Gespann.
Schwere Verletzungen durch fehlende Schutzkleidung
Da der 24-Jährige außer seinem Helm keinerlei Motorrad-Schutzkleidung trug, zog er sich schwere, nach ersten Einschätzungen jedoch nicht lebensbedrohliche Verletzungen zu.
Die Autobahn musste für die Landung des Rettungsdienstes und die Bergungsarbeiten für rund eine Stunde voll gesperrt werden. Der Verkehr staute sich in Richtung Würzburg auf rund 10 Kilometer zurück.
Gaffer verursachen Stau auf der Gegenseite
Für zusätzliches Unverständnis sorgten Autofahrer auf der Gegenseite. Durch extremes Abbremsen von Schaulustigen bildete sich auch in Fahrtrichtung Köln ein Stau von fast 5 Kilometern Länge.
Die Polizei appellierte eindringlich an alle Verkehrsteilnehmer, bei Unfallstellen nicht zu gaffen und zügig weiterzufahren.
Kollision an der Rastanlage fordert weiteren Verletzten
Rund eine Stunde später krachte es auf der A3 bei Bad Camberg erneut in Fahrtrichtung Würzburg. Zwei Pkw wollten gleichzeitig von der dortigen Rastanlage auf die Autobahn auffahren und kollidierten dabei mit zwei Fahrzeugen, die sich bereits im fließenden Verkehr befanden.
Umherfliegende Trümmerteile und beschädigte Pkw blockierten die Richtungsfahrbahn, ein Autofahrer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus transportiert. Auch die Rastanlage selbst war von massiven Verkehrsbehinderungen betroffen, ehe die Strecke nach etwa einer Stunde wieder freigegeben werden konnte.
Polizei-Appell: Schutzkleidung tragen und nicht gaffen
Die Polizei Wiesbaden erinnerte nach den Unfällen eindringlich an zwei wichtige Verhaltensregeln:
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Motorradfahrer sollten stets vollständige Schutzkleidung tragen – der 24-jährige Wiesbadener trug nur einen Helm, jedoch keine Motorradjacke, -hose oder Protektoren, was zu besonders schweren Verletzungen führte.
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Autofahrer sollten bei Unfallstellen nicht gaffen – das übermäßige Interesse an der Unfallaufnahme führte auf der Gegenfahrbahn zu einem fast 5 Kilometer langen Stau und behinderte die Rettungsarbeiten.
Bilanz der Unfallserie
Insgesamt forderte die Unfallserie am Donnerstagnachmittag vier Verletzte – einer schwer, drei leicht. Mehrere Autobahnabschnitte mussten für insgesamt mehrere Stunden komplett gesperrt werden.
Das Verkehrschaos traf Tausende Berufspendler im Rhein-Main-Gebiet zur Hauptverkehrszeit und sorgte für eine erhebliche Geduldsprobe im Feierabendverkehr rund um Wiesbaden.
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