Medizinische Versorgung
Lebensretter im Anflug: Johanniter steuern weiterhin Hessens Intensiv-Hubschrauber
Wenn jede Sekunde zählt und Schwerstkranke schnellstmöglich in Spezialkliniken verlegt werden müssen, übernehmen die fliegenden Intensivstationen. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren hat die Landesregierung in Wiesbaden nun eine weitreichende Entscheidung für die Zukunft getroffen.
Foto: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Die Bereitstellung der hessischen Intensiv-Luftrettung wird auch in Zukunft von einer etablierten Hilfsorganisation übernommen. Nach einer europaweiten Ausschreibung erteilte das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. am heutigen Tag abermals den Auftrag zum Betrieb der zwei landeseigenen Intensivtransporthubschrauber.
Diese Vergabeentscheidung unterstreicht laut Landesregierung das Bestreben nach stabilen und krisensicheren Abläufen innerhalb der Notfallrettung und setzt passend zur aktuellen Resilienzwoche der hessischen Landesregierung ein deutliches Zeichen. Die oberste Verantwortung für diesen Sektor trägt Diana Stolz (CDU), die hessische Gesundheitsministerin, welche die Wichtigkeit der Entscheidung hervorhob.
Strukturen für den Ernstfall
Die Ministerin erläuterte den Schritt: „Verlässlichkeit und Professionalität sind die zentralen Säulen des integrierten Hilfeleistungssystems. Gerade mit Blick auf die Resilienz unseres Landes zeigt sich sehr deutlich, wie wichtig jederzeit einsatzbereite Strukturen im Gesundheits- und Rettungswesen sind.“
Diana Stolz betonte weiter: „Unsere leistungsfähige Luftrettung trägt dazu bei, dass Hessen auch in besonderen Lagen vollumfänglich einsatzfähig bleibt.“
Schnelle Verlegung ist entscheidend
Regine Bresler, Präsidentin des HLfGP, äußerte sich ebenfalls zur Systemrelevanz der Fluggeräte: „Die Intensivtransporthubschrauber nehmen eine wichtige Stellung in der Luftrettung Hessens ein. Sie ermöglichen es, schwer und kritisch erkrankte Menschen auch über größere Entfernungen schnell und sicher in die für sie geeignete Klinik zu bringen, wo sie bestmöglich versorgt werden können.
Entscheidend ist, dass die Patientinnen und Patienten schnell und sicher dorthin gelangen, wo sie die medizinische Versorgung erhalten, die sie benötigen“.
Hervorragende Voraussetzungen gesichert
Die HLfGP-Präsidentin führte weiter aus: „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Abschluss des Vergabeverfahrens und der Neubeauftragung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. weiterhin hervorragende Voraussetzungen für eine zuverlässige und professionelle Notfallversorgung haben werden.“
Mit dem neuen Vertrag kommt Hessen seinen Pflichten im Vergaberecht nach und garantiert den Menschen im Bundesland eine kontinuierliche, hochwertige Patientenbetreuung bei Tag und Nacht. Die neue Vertragslaufzeit schließt nahtlos an den laufenden Betrieb an, beginnt am 1. Juli 2027 und läuft spätestens bis zum 30. Juni 2036.
Hightech in der Luft
Der Fokus der Leistungen liegt auf hochkomplexen Klinikverlegungen, die spezielles Fachpersonal und modernste Medizintechnik erfordern. Solche anspruchsvollen Transporte werden insbesondere dann notwendig, wenn Kranke eine spezialisierte Therapie in einer anderen Einrichtung benötigen, wie es in der Intensivmedizin oder der Herzchirurgie der Fall ist.
Sichere Transporte über Distanzen
Roman Böhmer, der Ärztliche Leiter der Luftrettung Hessen, kommentierte den neuen Vertrag: „Mit der erneuten Beauftragung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. wird weiterhin eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung gewährleistet, die insbesondere bei komplexen Intensivtransporten über längere Strecken in vielen Fällen nicht adäquat möglich ist.“
Leistungsfähige Flotte für Hessen
Der Ärztliche Leiter ergänzte dazu: „Im Verbund der hessischen Luftrettungsflotte ist damit ein leistungsfähiges und differenziertes System für die umfassende Patientenversorgung aus der Luft aufgestellt“.
Lob für die Crews
Für die Leistungserbringer sprach Oliver Meermann, Bundesvorstandsmitglied der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. sowie Vorsitzender der Geschäftsführung der Johanniter Luftrettung: „Die erneute Verlängerung unserer Beauftragung ist eine Bestätigung für die herausragende Arbeit unserer Crews. Unser Intensivtransporthubschrauber-System ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig.“
Der Geschäftsführer erklärte zudem mit Blick auf die Historie: „Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind wir verlässlicher Partner des Landes Hessen, wir freuen uns, diese Zusammenarbeit weiterzuführen.“
Die hessische Luftrettungsflotte
Insgesamt setzt sich die Luftrettung im Bundesland aus fünf Maschinen zusammen. Neben den beiden nun vergebenen Intensivtransporthubschraubern der Johanniter, die in Gießen und in Reichelsheim in der Wetterau stationiert sind, gehören zwei Zivilschutzhubschrauber in Kassel und Frankfurt sowie ein Rettungshubschrauber des ADAC in Fulda zur Flotte.
Dieses flächendeckende Netzwerk sichert eilige Klinikverlegungen mit medizinischer Fachexpertise, modernen Maschinen sowie gut geschultem Personal ab und entlastet gleichzeitig den bodengebundenen Rettungsdienst. Gerade bei zeitkritischen oder sehr langen Transporten sowie in ländlichen Gebieten mit weit entfernten Spezialzentren bringt der Einsatz aus der Luft ein großes Plus an Sicherheit für die Bevölkerung.
Jederzeit bereit für Notfälle
Speziell für Einsätze in der Nacht steht der Gießener Intensivtransporthubschrauber rund um die Uhr zur Verfügung. Dabei machen die Flüge nicht an den Landesgrenzen Halt: Je nach Anforderung fliegen die Retter in benachbarte Bundesländer, während umgekehrt auch Maschinen aus anderen Regionen in Hessen aushelfen.
Ein Blick auf die Statistik des vergangenen Jahres verdeutlicht die Relevanz: Die hessische Hubschrauberflotte rückte insgesamt zu 4.570 Einsätzen aus. Auf die beiden Intensivtransporthubschrauber der Johanniter entfielen davon im ausgewiesenen Jahr 2025 exakt 1.354 Alarmierungen.
Fester Teil der Daseinsvorsorge
Grundsätzlich ist die Luftrettung ein fest verankerter Bestandteil der rettungsdienstlichen Daseinsvorsorge in Wiesbaden und ganz Hessen. Ein Hubschrauber wird stets dann entsandt, wenn der Transport aus medizinischer Sicht, in einem Notfall, geboten ist und entscheidende organisatorische oder medizinische Vorteile gegenüber einem Fahrzeug am Boden bietet. Die Entscheidung hierüber treffen die zuständigen Leitstellen.
Weiterführende Informationen und Details zur Zukunft der Luftrettung sowie generelle Fakten zum Rettungswesen stellt das Land auf den Webseiten des Landesamtes für Gesundheit und Pflege sowie unter familie.hessen.de/gesundheit-und-pflege/rettungsdienst online zur Verfügung.
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