VereinsCampus

Frischer Wind: Neues Coaching-Format pusht lokale Organisationen

Oft bleiben wichtige Zukunftsthemen in der ehrenamtlichen Arbeit auf der Strecke, weil das Tagesgeschäft drängt. Ein neues Konzept der Wiesbaden Stiftung verspricht nun gezielte Abhilfe: Vier lokale Organisationen oder Vereine erhalten die Chance, einen Tag lang mit Profis an ihrer ganz persönlichen Herausforderung zu arbeiten. Von der perfekten Social-Media-Strategie bis zur kniffligen Nachfolgeregelung im Vorstand. Interessierte Gruppen können sich noch für die kostenfreie Teilnahme bewerben, aber die Uhr tickt.

Von: |Erschienen am: 9. September 2026 17:53|

Foto: Wiesbaden Stiftung

Oft mangelt es ehrenamtlichen Gruppen an der nötigen Zeit, um drängende Zukunftsfragen im Tagesgeschäft zu bewältigen. Aus diesem Grund ruft die Wiesbaden Stiftung ein neuartiges Projekt namens VereinsCampus ins Leben.

Der Heimathafen Wiesbaden öffnet am Freitag, 30. Oktober, zwischen 10:30 und 17:30 Uhr seine Türen für dieses Angebot. Dabei bekommen vier lokale Organisationen die Chance, sich einen Tag lang intensiv und gebührenfrei einem eigenen Schwerpunktthema zu widmen, professionell unterstützt von Fachleuten.

Gezielte und individuelle Ausarbeitung

Im Gegensatz zu den regulären Seminaren des BürgerKollegs steht hier ein maßgeschneiderter Workshop im Fokus. Jede der vier ausgewählten Gruppen nimmt mit vier bis acht Mitgliedern teil.

Gemeinsam mit einem entsprechenden Experten erarbeiten die Teilnehmer passgenaue Lösungsansätze. Am Ende des Tages sollen konkrete nächste Schritte feststehen, die sich anschließend unmittelbar in den Vereinsalltag integrieren und umsetzen lassen.

Themenauswahl für die Workshops

Interessenten können sich für eines von vier gefragten Fachgebieten entscheiden. Eines davon ist die Fundraising-Strategie, bei der erörtert wird, wie man erfolgreich Spenden generiert, Fördermittel akquiriert und sowohl Unternehmenspartner als auch Ehrenamtliche langfristig an sich bindet.

Ein weiteres Feld umfasst die Erstellung von Kurzvideos für soziale Netzwerke im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Hierbei reicht der Bogen von der ersten Idee über das Storytelling und den Dreh bis hin zum Schnitt eines fertigen Konzepts für den nächsten Beitrag.

Satzungsfragen und Vorstandsnachfolge

Als dritter Schwerpunkt steht die Zukunftsfähigkeit der Vereinssatzung auf dem Programm. Dabei können bestehende Regelwerke auf den neuesten Stand gebracht oder, im Falle einer Neugründung, die inhaltlichen Basisstrukturen gemeinsam erarbeitet werden.

Das vierte Modul widmet sich dem Prozess der Vorstandsnachfolge. Die Teams beleuchten Strategien, um geeignetes Personal für Führungspositionen zu finden, Verantwortlichkeiten gut zu übergeben und den Generationswechsel reibungslos zu gestalten.

Erfahrene Profis leiten an

Für die Durchführung der Module konnten versierte Referenten des BürgerKollegs gewonnen werden. Die PR-Expertin und Fundraiserin Christine Gediga sowie der Creative Director und Social-Media-Experte Colin Zimmermann leiten jeweils einen Bereich.

Vervollständigt wird das Betreuerteam durch den Rechtsanwalt Gunther Kurzius, dessen inhaltlicher Fokus auf dem Vereinsrecht liegt, sowie den Diplom-Psychologen Günther Henss. Henss bringt seine Expertise als Unternehmensberater und Vereinsbegleiter in die Runden ein.

Probleme selbst konkret benennen

Alrun Schößler, die Vorstandsvorsitzende der Wiesbaden Stiftung, erläutert die Besonderheit des neuen Formats: „Mit dem VereinsCampus möchten wir einen Schritt weitergehen als bei klassischen Fortbildungsangeboten. Nicht wir geben das Problem vor, sondern die Vereine bringen ihre konkrete Herausforderung mit.“

Raum für geschützte Lösungen

Die Stiftungsvorsitzende führt ihre Erklärung weiter aus: „Sie bekommen Zeit, professionelle Begleitung und einen geschützten Rahmen, um gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten“.

Neben der zielgerichteten inhaltlichen Arbeit legt das Format auch Wert auf den persönlichen Austausch. Durch gemeinsame Mahlzeiten und Pausen während der parallel ablaufenden Workshops sowie eine Abschlussrunde haben die Engagierten die Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen und zu vernetzen.

Kooperation starker lokaler Partner

Das Projekt ist eine Gemeinschaftsinitiative der ServiceStelle für Vereine, Initiativen und Stiftungen sowie des BürgerKollegs. Es vereint die spezifische Beratungskompetenz der ServiceStelle mit der langjährigen Erfahrung des BürgerKollegs im Bereich der Qualifizierung von ehrenamtlich Engagierten.

Finanzielle Rückendeckung erhält das Vorhaben durch die Stabsstelle MitWIRken der Landeshauptstadt Wiesbaden, die beide Institutionen fördert. Zusätzlich erfährt das BürgerKolleg eine langfristige Unterstützung durch die R+V STIFTUNG, um das örtliche Engagement dauerhaft zu stärken und gemeinnützige Organisationen bei Herausforderungen zu fördern.

Offene Nachmittage für alle

Flankierend zum geschlossenen Workshop-Tag bietet die Stiftung zwei weitere Veranstaltungen im Heimathafen an, die unabhängig vom VereinsCampus allen Interessierten offenstehen. Am 13. November widmet sich ein Nachmittag dem Thema Fundraising.

Eine Woche später, am 20. November, steht die Kommunikation im Verein im Mittelpunkt. Beide Ergänzungsangebote finden jeweils in der Zeit von 16:00 bis 20:00 Uhr statt.

Details zur Bewerbungsphase

Angesprochen sind lokale Wiesbadener Stiftungen, Initiativen, bereits bestehende gemeinnützige Vereine sowie Gruppen in der Gründungsphase. Bedingung für die kostenfreie Teilnahme ist lediglich, dass vier bis acht Vertreter der jeweiligen Organisation gemeinsam an ihrem favorisierten Thema arbeiten, wobei letztlich vier Bewerbungen den Zuschlag erhalten.

Interessengruppen können ihre Unterlagen noch bis zum 20. September 2026 einreichen. Die finale Entscheidung über Zu- und Absagen wird bis zum 9. Oktober kommuniziert. Weitere Informationen zu den Workshops sowie das nötige Bewerbungsformular sind auf der Webseite www.wiesbadenstiftung.de/vereinscampus/ abrufbar.

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