Statistik
Immobilienmarkt in Hessen stabilisiert sich: Wohneigentum überraschend stark gefragt
Nach turbulenten Zeiten zeigt das Immobiliengeschäft zwischen Kassel und Wiesbaden deutliche Anzeichen einer Erholung. Während in manchen Bereichen das Geld verhaltener fließt, boomt überraschend ein ganz bestimmtes Segment. Doch die Kluft bei den Quadratmeterpreisen bleibt riesig. Welcher Bereich der große Gewinner ist und mit welchen Preisspannen Käufer in den einzelnen Landesteilen rechnen müssen, zeigt die aktuelle Auswertung.
Foto: HVBG
Der hessische Grundstücks- und Immobilienmarkt hat sich im Laufe des Jahres 2025 spürbar gefestigt. Wie aus dem aktuellen Immobilienmarktbericht Hessen hervorgeht, der jährlich von der Zentralen Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse (ZGGH) vorgelegt wird, schlägt sich diese Konsolidierung sowohl in den Kaufpreisen als auch in der Anzahl der Transaktionen nieder.
Landesweit erfassten die Gutachterausschüsse im vergangenen Jahr rund 56.400 Immobilienverkäufe, womit sich das Niveau nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr bewegt.
Gefälle in Hessen
Bezüglich der regionalen Entwicklungen betonte der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, Kaweh Mansoori (Bündnis 90/ Die Grünen): „Gleichzeitig zeigen die vorliegenden Auswertungen, dass sich die Entwicklungen in den Regionen Hessens unterschiedlich vollziehen. Umso wichtiger sind belastbare Daten und größtmögliche Transparenz.“
Besonders ausgeprägt zeigt sich dabei das Gefälle zwischen dem wirtschaftsstarken Rhein-Main-Gebiet und den eher ländlich geprägten Landesteilen im Norden und Osten.
Umsatzplus bei Eigentumswohnungen
Die finanziellen Kennzahlen verdeutlichen die regionalen Unterschiede ebenfalls: Von dem im Jahr 2025 erreichten Gesamtgeldumsatz von 18,8 Milliarden Euro entfielen rund 14,5 Milliarden Euro auf Südhessen, während in Nordhessen 4,3 Milliarden Euro umgesetzt wurden. Bei den Fallzahlen fällt der Abstand etwas geringer aus: Rund 33.000 Kauffälle wurden im Süden verzeichnet, gegenüber zirka 23.400 Transaktionen im nördlichen Landesteil.
Zusätzlich zeichnete sich im Jahresverlauf eine Verschiebung zwischen den verschiedenen Marktsegmenten ab. Während der Geldumsatz im Bereich der unbebauten sowie bebauten Grundstücke rückläufig war, stiegen die Umsätze bei Wohn- und Teileigentum spürbar an – von 4,8 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2025.
Starkes Preisgefälle bei Wohnraum
Die Spanne bei den Preisen tritt beim Segment des Wohnungseigentums besonders deutlich zutage. Für eine Bestandswohnung mit einer Wohnfläche von 80 Quadratmetern und einem Alter von 20 Jahren zahlten Käufer im Landkreis Offenbach durchschnittlich etwa 3.850 Euro pro Quadratmeter. Im Schwalm-Eder-Kreis lag der Preis für ein vergleichbares Objekt hingegen bei rund 1.750 Euro pro Quadratmeter. Wer sich im Landkreis Offenbach für eine neue Eigentumswohnung entschied, wendete im Mittel 5.550 Euro je Quadratmeter auf.
Ein ähnliches Bild zeigt der Blick auf den Markt für Eigenheime. Ein freistehendes Einfamilienhaus kostete im Großraum Darmstadt – Offenbach – Heppenheim im Schnitt 500.000 Euro, wohingegen in der Region Kassel – Korbach durchschnittlich 290.000 Euro aufgerufen wurden. In den meisten Teilen des Landes fielen die gezahlten Preise damit leicht höher aus als im Vorjahr.
Orientierung für den Markt
Die Datenbasis des Berichts für das Jahr 2026 stützt sich auf die im Jahr 2025 erfassten Kaufverträge der regionalen Gutachterausschüsse. Seit mittlerweile 65 Jahren erfüllen diese Gremien als unabhängige Instanz ihren gesetzlichen Auftrag zur Markttransparenz. Die ermittelten Werte dienen Akteuren aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik sowie privaten Entscheidungsträgern als verlässliche Planungsgrundlage und werden durch detaillierte Berichte der örtlichen Ausschüsse ergänzt.
Für das laufende Jahr 2026 zeichnet sich ab, dass das Transaktionsvolumen auf dem Immobilienmarkt in Hessen auf dem Niveau des Vorjahres verharren wird. Der vollständige Immobilienmarktbericht des Landes Hessen 2026 und Wiesbaden steht Interessierten kostenfrei als Download über das Portal gds.hessen.de zur Verfügung.
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