Präventive Maßnahmen
Lauernde Parasiten: Wertvolle Tipps gegen Zeckenstiche in Wald und Wiese
Milde Temperaturen machen die kleinen Spinnentiere fast das ganze Jahr über aktiv. Wer auf Wiesen, in Wäldern oder am Badesee in Wiesbaden und Umgebung unterwegs ist, riskiert unbemerkt einen Stich mit potenziell gefährlichen Krankheitserregern. Was im Ernstfall zu tun ist und welche einfachen Vorkehrungen das Infektionsrisiko drastisch senken erklärt der ADAC.
Symbolfoto: DAK
Wer in der warmen Jahreszeit draußen beim Wandern, Radfahren oder an Seen unterwegs ist, sollte den Schutz vor Zecken nicht vernachlässigen. Der ADAC Hessen-Thüringen macht auf die Gefahren durch die blutsaugenden Spinnentiere aufmerksam und gibt Verhaltensempfehlungen für Ausflüge ins Freie.
Aufgrund der zunehmend milderen Winter sind die Parasiten auch in Wiesbaden inzwischen fast das ganze Jahr über in heimischen Wäldern und auf Feldern anzutreffen.
Menschen und Tiere betroffen
Zecken besitzen keine Augen und können weder springen noch aktiv auf Jagd gehen. Stattdessen orientieren sie sich an Feuchtigkeit, Körperwärme, Erschütterungen sowie dem Kohlendioxid der Atemluft.
Auf Grashalmen oder niedrigen Gewächsen warten sie darauf, von vorbeikommenden Wirten gestreift zu werden. Dabei befallen sie neben Menschen und Haustieren wie Hunden und Katzen auch Wildtiere, darunter Igel, Nagetiere und Vögel.
Gefahr durch Borreliose und FSME
Entgegen weit verbreiteter Annahmen beißen Zecken nicht, sondern sie stechen. Mit ihren Mundwerkzeugen ritzen sie die Haut ein, um anschließend Blut zu saugen. Während der eigentliche Stich meist schmerzlos verläuft, droht bei der Nahrungsaufnahme die Übertragung schwerer Krankheitserreger. Zu den häufigsten Infektionen gehören die Borreliose sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
Während Borreliose-Erreger bundesweit vorkommen, ist das FSME-Risiko regional konzentriert. In Hessen gelten unter anderem die Landkreise Fulda und Marburg-Biedenkopf sowie weite Teile Südhessens als Risikogebiete gemäß den Übersichten des Robert Koch-Instituts. Weil die Erregerübertragung bis zu 24 Stunden dauern kann, sinkt das Ansteckungsrisiko deutlich, je schneller der Parasit entfernt wird.
Wirksamer Schutz vor Zeckenstichen
Zur Vorbeugung von Infektionen empfiehlt der Automobilclub, das Risiko eines Stiches von vornherein zu minimieren. Bei Aufenthalten im Freien schützt geschlossene, lange Kleidung; auf hellen Stoffen lassen sich die dunklen Tiere zudem schneller entdecken. Zudem wird geraten, auf festen Wegen zu bleiben, hohes Gras sowie dichtes Gebüsch zu meiden und freiliegende Hautpartien sowie Kleidung vorab mit Insektenabwehrmitteln zu behandeln.
Nach dem Ausflug ins Wiesbadener Grüne sollte der gesamte Körper gründlich abgesucht werden. Zecken bevorzugen verborgene Körperstellen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, Haaransatz, Ohren, Bauchnabel, Leisten und den Genitalbereich.
Richtiges Entfernen und Impfschutz
Ist es dennoch zu einem Zeckenstich gekommen, muss die Zecke umgehend entfernt werden, rät der ADAC. Hierfür eignen sich spezielle Hilfsmittel wie Zeckenkarten oder Zeckenpinzetten. Beim Herausziehen darf kein Druck auf den Körper des Spinnentiers ausgeübt werden, da andernfalls Krankheitserreger direkt in die Wunde gepresst werden können.
Gegen Zeckenstiche als solche existiert kein Impfstoff, wohl aber gegen die Virusinfektion FSME. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät allen Erwachsenen und Kindern zu dieser Schutzimpfung, sofern sie in einem ausgewiesenen Risikogebiet leben oder sich dort regelmäßig im Freien aufhalten.
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