Städtische Solidarität

Durchatmen fernab des Krieges: Ukrainische Kinder erleben Sommercamp in Wiesbaden

Einige Wochen durchatmen und die Schrecken der Heimat für einen Moment vergessen: 40 Mädchen und Jungen aus der ukrainischen Partnerstadt Kamjanez-Podilskyj verbringen derzeit ganz besondere Ferientage in Wiesbaden. Dahinter steckt eine bewegende Initiative, die weit mehr ist als nur ein gewöhnliches Ausflugsprogramm und von vielen helfenden Händen getragen wird.

Von: |Erschienen am: 13. August 2026 10:24|

Fotos: Stadt Wiesbaden

Ein Zeichen der Verbundenheit im Wiesbadener Rathaus: Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) hat am Mittwoch, 12. August, eine junge Delegation aus der ukrainischen Partnerstadt Kamjanez-Podilskyj im großen Festsaal willkommen geheißen. Die Nachwuchsgäste verweilen derzeit im Rahmen eines zweiwöchigen Sommercamps in der hessischen Landeshauptstadt.

Insgesamt 40 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sieben und 14 Jahren sowie vier erwachsene Begleitpersonen sind seit Sonntag, 9. August, und noch bis Freitag, 21. August, vor Ort. Unter den Teilnehmern befinden sich einheimische Kinder aus Kamjanez-Podilskyj ebenso wie Binnenflüchtlinge aus stark vom Angriffskrieg betroffenen Landesteilen.

Abwechslung vom Kriegsalltag

Viele der jungen Teilnehmenden blicken auf extrem belastende Erfahrungen zurück, darunter der schmerzhafte Verlust naher Angehöriger oder die ständige Konfrontation mit lebensgefährlichen Situationen.

Das zweiwöchige Freizeitangebot soll den Heranwachsenden eine bewusste Auszeit von den Strapazen des Kriegsalltags verschaffen, unbeschwerte Augenblicke bescheren und neue positive Perspektiven vermitteln.

Betreuung in der Muttersprache

Nachdem die städtische Verwaltung bereits im vergangenen Juli ein vergleichbares Projekt realisierte, zeichnet diesmal der Partnerschaftsverein Wiesbaden*Kamjanez-Podilskyj für die Organisation verantwortlich. Das Vorhaben wird vollständig über Spendengelder finanziert.

In enger Kooperation mit dem Dunstan Zentrum Wiesbaden wurde ein vielseitiges Aktivprogramm zusammengestellt, wobei geschultes Personal die Betreuung durchgängig in der ukrainischen Muttersprache gewährleistet.

Wertschätzung für den Einsatz

Bei der Begrüßung fand das Stadtoberhaupt eindringliche Worte für die jungen Gäste: „Ihr als Kinder habt in den letzten Jahren einiges erleben müssen, was euch hätte erspart bleiben sollen. Umso mehr unterstütze und wertschätze ich das Vorhaben, euch in Wiesbaden wieder ein paar Tage Ruhe und Erholung zu ermöglichen“, sagte Mende.

Starke Gemeinschaftsleistung

Der Wiesbadener Oberbürgermeister betonte in Bezug auf die Hilfe und der Partnerstadt in der Ukraine weiter: „Nachdem wir als Verwaltung im vergangen Jahr das Sommercamp ausgerichtet haben, freue ich mich, dass die Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins Susanne Vögtler und Tetyana Pastushok das Konzept aufgegriffen haben und als Verein fortführen. Mein herzlicher Dank gilt auch allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diese Aktion finanziell überhaupt erst möglich machen.“

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