Katastrophenschutz
Spezialisten für den Ernstfall: Drei Neue beim THW Wiesbaden
Wenn Gebäude einstürzen oder Menschen unter Trümmern verschüttet werden, zählt jede Sekunde. Um im Notfall noch schneller helfen zu können, bekommt eine hochspezialisierte Rettungseinheit in Wiesbaden jetzt Verstärkung. Mit hochempfindlicher Akustik, Wärmebildkameras und intensivem Training stellen sich die Ehrenamtlichen für extrem anspruchsvolle Suchaktionen auf.
Foto: THW Wiesbaden
Der THW-Ortsverband Wiesbaden verzeichnet personellen Zuwachs in seinen Reihen. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Grundausbildung haben drei neue Ehrenamtliche ihre Fachausbildung im Bereich der Technischen Ortung angetreten. Damit baut die Wiesbadener Hilfsorganisation ihre spezialisierte Einheit zur Suche nach Vermissten und Verschütteten gezielt weiter aus.
Spezialisierte Technik für Trümmereinsatz
Die Kernaufgabe der Fachgruppe Ortung liegt in der Aufspürung von Personen bei komplexen Gefahrenlagen, etwa nach dem Einsturz oder der schweren Beschädigung von Gebäuden. Um Verschüttete unter Schuttmassen möglichst schnell zu lokalisieren, nutzen die Einsatzkräfte eine moderne technische Ausstattung.
Neben Endoskop- und Wärmebildkameras stehen dem Team auch zwei Metalldetektoren sowie sogenannte Geophone zur Verfügung. Diese hochempfindlichen Messgeräte erfassen selbst geringsten Bodenschall und machen Klopf- oder Rufzeichen Verschütteter hörbar.
Regelmäßiges Training am Fort Biehler
Doch die modernste Ausrüstung entfaltet ihre Wirkung nur im Zusammenspiel mit fundierten Kenntnissen. Benjamin Berghäuser, Gruppenführer der Fachgruppe Ortung, unterstreicht dazu: „Entscheidend ist aber nicht allein die vorhandene Technik, sondern auch die Erfahrung der Helferinnen und Helfer“.
Aus diesem Grund absolviert die Mannschaft kontinuierliche Trainingseinheiten auf dem städtischen Übungsgelände am Fort Biehler in Wiesbaden. Ergänzend dazu nehmen die Ehrenamtlichen regelmäßig an überregionalen Schulungen teil, wie zuletzt im April gemeinsam mit weiteren Ortungsspezialisten im baden-württembergischen Mosbach. Zurzeit laufen bereits die Vorbereitungen für eine anstehende Großübung im September in Groß-Gerau.
Hand in Hand mit Rettungshunden
Ein zentraler Schwerpunkt dieser Ausbildungsszenarien liegt in der Vernetzung mit Rettungshundestaffeln anderer THW-Ortsverbände und Partnerorganisationen. Benjamin Berghäuser erklärt dazu: „Die Ortung von Menschen in Trümmern geschieht eigentlich immer im Zusammenspiel von Hundement und Technik“.
Neben den praktischen Übungsabläufen nimmt der fachliche Austausch einen hohen Stellenwert ein. Vor allem die Bedienung der Geophone verlangt den Helfern neben einem geschulten Gehör viel Routine ab, die nur durch fortlaufendes Training aufrechtzuerhalten ist.
Starkes Netzwerk für den Ernstfall
Zur Bedeutung des kontinuierlichen Trainings der Einsatzkräfte im Katastrophenschutz betont der Wiesbadener THW Gruppenführer weiter: „Reale Einsätze sind hier glücklicherweise selten. Umso wichtiger ist, dass wir über unsere Übungen immer auch den Austausch mit anderen Organisationen suchen, um Wissen und Erfahrungen zu teilen“.
Der Rettungsexperte hob zudem die breite Wissensbasis der Einheiten hervor: „Durch nationale und internationale Einsätze, wie zuletzt in Venezuela, sind wir beim THW in Hessen und Rheinland-Pfalz mit vielen erfahrenen Ortungskräften, sowohl Hundeführern als auch Technikern, gut aufgestellt“.
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