Soziales Engagement
Hilfe zum Schulstart: Aktion „Federmäppchen“ rüstet bedürftige ABC-Schützen aus
Der erste Schultag soll ein Grund zur Freude sein doch für viele Familien in Wiesbaden bringt der Schulstart enorme finanzielle Sorgen mit sich. Eine Welle der Hilfsbereitschaft rund um die Aktion „Federmäppchen“ sorgt nun für spürbare Erleichterung. Neben Dutzenden gefüllten Schulranzen gab es in diesem Jahr eine besondere Spendenüberraschung, von der gleich mehrere soziale Einrichtungen profitieren. Was genau hinter dem Erfolg steckt und warum bei der Übergabe sogar Tränen der Rührung flossen, lesen Sie hier.
Fotos: Andrea Wagenknecht / Ev. Dekanat Wiesbaden
Der Tag der Einschulung sowie der Beginn eines neuen Schuljahres markieren für Kinder einen bedeutenden Lebensabschnitt. Für zahlreiche Familien im Stadtgebiet von Wiesbaden ist dieses Ereignis jedoch zeitgleich mit beträchtlichen finanziellen Ausgaben verbunden. Die Erstausstattung aus Schulranzen, Federmäppchen, Heften, Stiften und Kleidung für den Sportunterricht summiert sich pro Kind rasch auf mehrere hundert Euro.
Um Eltern zu unterstützen, die diese Beträge nur unter großen Schwierigkeiten aufbringen können, hat der Kirchenladen Schwalbe 6 erneut die „Aktion Federmäppchen“ ins Leben gerufen. Dabei wurden gut erhaltene Schultaschen sowie benötigte Materialien für den Schulalltag gesammelt.
Große Hilfsbereitschaft bringt Spenden
Die Resonanz aus der Bevölkerung fiel im aktuellen Jahr außergewöhnlich hoch aus. Neben zahlreichen Sachspenden verzeichnete die Initiative auch Geldspenden in Höhe von insgesamt rund 1.500 Euro. „Damit konnten wir zusätzlich zu den gebrauchten Ranzen noch 50 neue Schulranzen anschaffen“, sagt Christiane Altmannsberger vom Kirchenladen Schwalbe 6.
Durch dieses Engagement stehen nun etwa 80 Schulranzen sowie mehrere Kisten gefüllt mit Schreibheften, Stiften, Scheren, Mäppchen und weiteren Unterrichtsutensilien für die Weitergabe bereit. „Sogar ein paar Sportschuhe sind abgegeben worden“, berichtet Altmannsberger.
Verteilerschlüssel unterstützt soziale Einrichtungen
Die gesammelten Spenden gehen gezielt an soziale Institutionen vor Ort, die einen direkten Kontakt zu den unterstützungsbedürftigen Familien pflegen. Hierzu zählt unter anderem das KiEZ Schelmengraben, welches sich in Trägerschaft der Evangelischen Familienbildung im Dekanat Wiesbaden befindet.
Die Leiterin der Einrichtung, Manuela Brune-Hernández, nahm in diesem Jahr zehn Schulranzen sowie eine große Auswahl an Lernmaterialien entgegen. „Wir machen seit Jahren bei der Aktion mit. Jedes Jahr erleben wir, wie sehr sich Familien über diese finanzielle Entlastung freuen“, sagt sie. Aufgrund des besonders hohen Spendenaufkommens konnte in diesem Jahr zusätzlich auch die Wiesbadener Tafel mit Sachspenden bedacht werden.
Rührende Momente und Blick auf Kinderarmut
Während der Spendenannahme im Kirchenladen Schwalbe 6 kam es zu bewegenden Begegnungen zwischen den Beteiligten. Christiane Altmannsberger, die die Spenden entgegengenommen hat, konnte zum Teil herzzerreißende Szenen erleben: „Mütter kamen mit ihren Kindern, und denen fiel es manchmal schwer, sich von ihrem liebgewonnen Schulranzen zu trennen. Am Ende überwog die Freude darüber, dass ihr Ranzen jetzt einem anderen Kind eine Freude macht.“
Über den praktischen Nutzen hinaus macht die Sammelaktion auf ein anhaltendes gesellschaftliches Problem aufmerksam: Selbst in einer wohlhabenden Stadt wie Wiesbaden ist statistisch gesehen etwa jedes fünfte Kind von Armut betroffen.
Kontakt und Informationen
Weiterführende Details zur Initiative gegen Kinderarmut in Wiesbaden, den Spenden zum Schulstart sowie zu den beteiligten Partnern stehen im Internet unter schwalbe6.de und kiez-schelmengraben.de zur Verfügung. Anfragen per E-Mail können an kiez-schelmengraben@ekhn.de gerichtet werden.
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