Feuerwehreinsatz

Ausgedehnter Kellerbrand in Mehrfamilienhaus in Wiesbaden: Feuerwehr kämpft Stunden gegen die Flammen

Ein ausgedehnter Kellerbrand hielt am Samstagnachmittag die Wiesbadener Feuerwehr im Dichterviertel in Atem. Aus dem Mehrfamilienhaus schlugen meterhohe Flammen und dichter Rauch quollt aus den Kellerfenstern. Durch eine unübersichtliche Untergeschossstruktur gestalteten sich die Löscharbeiten extrem schwierig. Glück im Unglück: Eine geplatzte Wasserleitung dämmte die Flammen zusätzlich ein. Einige Wohnungen sind vorerst unbewohnbar.

Von: |Erschienen am: 1. August 2026 21:10|

Symbolfoto

Schrecken am Samstagnachmittag, 1. August, im Wiesbadener Dichterviertel. Um 16:04 Uhr wurde die Feuerwehr Wiesbaden zu einem Gebäudebrand im Bereich der Herderstraße Ecke Emanuel-Geibel-Straße alarmiert. Bereits beim Eintreffen der ersten Rettungskräfte bot sich ein dramatisches Bild: Etwa einen Meter hohe Flammen und tiefschwarzer, dichter Rauch drangen aus mehreren Kellerfenstern des Mehrfamilienhauses

Um eine weitere Brandausbreitung sofort einzudämmen, kühlten die Einsatzkräfte den Brandherd im Kellerbereich zunächst von außen mittels Impulslöschverfahren ab. Parallel dazu wurde eine Drehleiter in Stellung gebracht, um die Fassade und die Fenster der darüberliegenden Geschosse zu kontrollieren.

Schwieriger Atemschutzeinsatz – Bretterverschläge erschweren Löscharbeiten

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich noch fünf Personen in ihren Wohnungen. Da der Treppenraum glücklicherweise rauchfrei blieb, konnten die Bewohner während der Löscharbeiten sicher in ihren Wohnräumen verbleiben.

Insgesamt sechs Trupps unter schwerem Atemschutz drangen über das Treppenhaus in den verwinkelten Keller vor. Dort brannte gelagertes Material in einem von acht Kellerabteilen. Die Löscharbeiten gestalteten sich massiv erschwert. Da die einzelnen Abteile lediglich durch Bretterverschläge und nicht durch raumabschließende Wände getrennt waren, konnten sich Hitze und Rauch ungehindert im gesamten Untergeschoss ausbreiten.

Kurioses Glück im Unglück – Geplatzte Wasserleitung hilft beim Löschen

Ein unerwarteter Faktor kam den Einsatzkräften sowie den Hausbewohnern zur Hilfe. Während des Brandes platzte im Keller eine Wasserleitung. Das austretende Wasser bremste die Flammen ab und unterstützte die Löscharbeiten wirkungsvoll. Ein Nebeneffekt: Die Wasserversorgung des gesamten Gebäudes musste durch die Feuerwehr und den Wiesbadener Energieversorger ESWE abgedreht werden.

Nachdem das Feuer gelöscht war, wurde das Haus mit Hochleistungslüftern maschinell von den gefährlichen Rauchgasen befreit. Die umfangreichen Maßnahmen vor Ort dauerten bis etwa 19:30 Uhr an.

Erdgeschosswohnungen unbewohnbar – Brandursache unklar

Glücklicherweise gab es keine Verletzten; der Rettungsdienst stand zur Absicherung der Einsatzkräfte bereit. Während die Bewohner der oberen Etagen nach Einsatzende in ihre Wohnungen zurückkehren konnten (vorerst allerdings ohne Fließwasser), sind die beiden Erdgeschosswohnungen durch Ruß- und Raucheintrag bis zur Überprüfung durch eine Fachfirma unbewohnbar. Der Kellerbereich ist vorerst komplett unnutzbar.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur bislang unklaren Brandursache aufgenommen.

Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr Wiesbaden, die Freiwilligen Feuerwehren Dotzheim und Stadtmitte, die Polizei sowie die ESWE Versorgung. Den Grundschutz für das restliche Stadtgebiet stellte währenddessen die Freiwillige Feuerwehr Rambach sicher.

Hintergrund -Gerätewagen Hygiene verhinderte Kontamination

Bei dem Einsatz kam auch der zu Jahresbeginn neu in Dienst gestellte Gerätewagen Hygiene der Feuerwehr Wiesbaden zum Einsatz. Das Spezialfahrzeug ermöglicht es den Atemschutztrupps, kontaminierte Einsatzkleidung, gebrauchte Atemschutzgeräte und rußige Schläuche direkt an der Einsatzstelle zu wechseln. So wird verhindert, dass krebserregende Rauchpartikel in die Mannschaftskabinen der Einsatzfahrzeuge verschleppt werden.

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