Gesundheit

Vermehrte Fälle von Keuchhusten in Wiesbaden: Gesundheitsamt rät zur Überprüfung des Impfschutzes

In Wiesbaden werden derzeit vermehrt Keuchhusten-Fälle registriert, vor allem bei Kindern bis neun Jahren. Das Gesundheitsamt empfiehlt, den Impfstatus zu prüfen und bei länger anhaltendem Husten frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen.

Von: |Erschienen am: 30. Juli 2026 09:53|

Symbolfoto: Canva

Das Gesundheitsamt Wiesbaden meldet für die vergangenen Wochen einen spürbaren Anstieg von Keuchhusten-Fällen (Pertussis) im Stadtgebiet. Besonders betroffen sind derzeit Kinder bis zum Alter von neun Jahren. Auch wenn die Erkrankungen bislang überwiegend mild verlaufen, mahnt die Behörde zur Vorsicht – vor allem mit Blick auf den bevorstehenden Kita- und Schulstart sowie den Schutz von Neugeborenen.

Bakterielle Tröpfcheninfektion – Typische Symptome und Verlauf

Keuchhusten ist eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die durch Niesen oder Husten von Mensch zu Mensch übertragen wird. Das Tückische: Infizierte sind oft schon vor den ersten deutlichen Symptomen ansteckend. Was zunächst wie eine gewöhnliche Erkältung mit Schnupfen und leichtem Husten beginnt, kann sich über Wochen zu krampfartigen Hustenanfällen entwickeln – häufig begleitet von Atemnot, keuchendem Einatmen oder Erbrechen.

Erwachsene und Geimpfte erkranken meist milder oder zeigen lediglich langanhaltenden Husten, können den Erreger aber unwissentlich an Säuglinge weitergeben. Für Neugeborene ist die Infektion besonders gefährlich, da sie zu lebensbedrohlichen Atemstillständen führen kann.

Gründe für den Anstieg und Schutz durch Impfung

Ursache für die aktuellen Fallzahlen ist vermutlich eine der regelmäßigen Infektionswellen, die etwa alle vier bis sechs Jahre auftreten, gepaart mit einer erhöhten Testbereitschaft. Da der Schutz einer Impfung oder einer früheren Erkrankung mit der Zeit nachlässt, empfiehlt das Gesundheitsamt allen Bürgerinnen und Bürgern eindringlich, ihren Impfpass zu prüfen.

Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO):

  • Säuglinge: Drei Teilimpfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten.

  • Kinder & Jugendliche: Auffrischungen mit 5–6 Jahren sowie zwischen 9 und 16 Jahren.

  • Schwangere: Impfung ab der 28. Schwangerschaftswoche (bei Frühgeburtsrisiko ab dem 2. Drittel) schützt das Baby ab Geburt.

  • Erwachsene: Einmalige Auffrischung bei der nächsten Tetanus-/Diphtherie-Impfung.

  • Kontaktpersonen & Pflegekräfte: Auffrischung alle 10 Jahre, besonders vor Kontakt mit Neugeborenen.

Wichtige Verhaltensregeln im Krankheitsfall

Wer länger als zwei Wochen unter Husten leidet oder krampfartige Anfälle entwickelt, sollte telefonisch einen Arzttermin vereinbaren, um Schutzmaßnahmen für andere Patienten zu ermöglichen. Erkrankte oder Personen mit begründetem Verdacht dürfen Kitas und Schulen vorübergehend nicht besuchen. Eine frühzeitige Einnahme von Antibiotika verkürzt die Ansteckungszeit deutlich (Rückkehr in Gemeinschaftseinrichtungen meist 5 Tage nach Therapiebeginn; ohne Behandlung erst nach 21 Tagen).

Alle wichtigen Gesundheitsnews und regionalen Meldungen findet ihr täglich auf Wiesbadenaktuell.de.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


InfoBox

Der Vorfall / Die Fakten kompakt auf einen Blick:

  • Was: Anstieg von Keuchhusten-Infektionen (Pertussis).

  • Wo: Stadtgebiet Wiesbaden.

  • Hauptbetroffene: Kinder bis 9 Jahre (Verläufe bislang meist mild).

  • Gefahrenquelle: Höchste Ansteckung zu Beginn; besondere Gefahr für ungeimpfte Säuglinge.

  • Maßnahme: Impfpass vor Kita-/Schulstart prüfen; bei Verdacht erst beim Arzt anrufen.

  • Infos: Ausführliche Erregersteckbriefe bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit unter www.infektionsschutz.de.