Bürgerservice
Nur noch eine Nummer für alle Steuerfragen: Hessens Finanzämter stellen Telefondienst um
Bisher endete die Suche vieler Wiesbadener Bürger nach dem richtigen Ansprechpartner für die Steuer oft mühsam. Damit macht das Land im August Schluss und krempelt sein telefonisches Angebot radikal um. Was genau auf Steuerzahler zukommt, welche weitreichenden Änderungen für sämtliche Anfragen ab sofort gelten und wie künstliche Intelligenz schon in naher Zukunft lästige Wartezeiten bei Behörden-Anliegen ersetzen soll, wurde jetzt bekannt.
Foto: HMdF
Wer ein hessisches Finanzamt telefonisch kontaktieren möchte, muss sich ab dem 1. August nur noch eine einzige Nummer merken. Die hessische Steuerverwaltung führt die zentrale Rufnummer 069 / 2545 2545 ein.
Diese Neuerung ersetzt künftig alle bisherigen Durchwahlen der einzelnen Finanzämter sowie die separate Service-Hotline für allgemeine Steuer- und ELSTER-Fragen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Abläufe kundenfreundlicher zu gestalten und den Bürgerservice effizient zu bündeln.
Zugang zu Informationen wird vereinfacht
Hessens Finanzminister Professor Dr. R. Alexander (CDU) sieht in der Umstellung eine deutliche Serviceverbesserung für alle Steuerzahler im Bundesland. In Wiesbaden erklärte er: „Die Hessische Steuerverwaltung geht einen weiteren wichtigen Schritt in der Modernisierung des Bürgerservice:
Mit der Einführung einer landesweiten Rufnummer für alle Finanzämter und alle Steuerfragen vereinfachen wir für die Bürgerinnen und Bürger den Zugang zu unserem Informationsangebot. Die neue Rufnummer bedeutet für sie weniger Aufwand und einen zielgerichteteren und damit effizienteren Service.“
Kürzere Wartezeiten durch landesweite Verteilung
Für Bürger entfällt fortan die mitunter lästige Suche nach der korrekten Durchwahl der örtlich zuständigen Dienststelle. Eingehende Anrufe werden künftig hessenweit und gleichmäßig auf alle verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt. Die Sachbearbeiter bleiben zwar physisch in ihren jeweiligen Finanzämtern, arbeiten aber ab August dienststellenübergreifend zusammen. Dadurch können individuelle Auskünfte unabhängig davon erteilt werden, welches Finanzamt den Fall regulär betreut.
Die Behörde verspricht sich davon eine bessere Erreichbarkeit und eine schnellere Bearbeitung, selbst bei hohem Anrufaufkommen. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, werden Anrufe auf den bisherigen regionalen Nummern in einer Übergangsphase automatisch auf die neue Zentrale umgeleitet.
Servicezeiten bleiben bestehen
An den gewohnten telefonischen Sprechzeiten ändert sich durch die Zentralisierung nichts. Die hessischen Finanzämter sind weiterhin montags bis freitags durchgehend von 8:00 bis 18:00 Uhr erreichbar. Dass der Griff zum Hörer für Bürger, Unternehmen und Steuerberater ein zentraler Kommunikationskanal ist, belegt eine forsa-Umfrage aus dem vergangenen Jahr.
Darin gab rund ein Drittel der Befragten an, telefonisch mit dem Finanzamt zu kommunizieren. Die bereits im Jahr 2020 ausgeweiteten Sprechzeiten werden laut der Erhebung von 86 Prozent der Befragten positiv und mit hoher Zufriedenheit bewertet.
Künstliche Intelligenz soll künftig unterstützen
Die Steuerverwaltung in Hessen plant nach der Finanzamt Rufnummer im Hintergrund bereits den nächsten technologischen Schritt. Aktuell wird ein sogenannter VoiceBot für den Einsatz vorbereitet. Dieses auf Künstlicher Intelligenz basierende System soll nach seiner Einführung in natürlicher Sprache mit den Anrufern kommunizieren können, um Standardfragen zu Steuern selbstständig zu beantworten.
Finanzminister Professor Dr. R. Alexander Lorz erläutert in Wiesbaden: „Unser Bürgerservice bleibt auf der Höhe der Zeit. Die geplante Einführung eines VoiceBot ist hierfür ein gutes Beispiel. Viele Bürgerinnen und Bürger sind offen für KI-gestützte Informationsangebote. Dank des VoiceBot lassen sich zukünftig viele klassische Anliegen, wie etwa Fragen zum Steuerklassenwechsel oder Fristverlängerungen, schnell und unkompliziert klären.“
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