Schirmherrschaft

Prominenter Support im Landesmuseum: Iris Berben feiert die vergessenen Pionierinnen der Kunst

Jahrhundertelang standen sie im Schatten ihrer männlichen Kollegen, doch nun wird die Geschichte einer der bedeutendsten Avantgarde-Bewegungen völlig neu aufgerollt. Das Museum Wiesbaden wird zum Schauplatz einer weltweiten Premiere, die von einer der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen als Schirmherrin unterstützt wird. Der exklusive Blick auf ein wegweisendes europäisches Netzwerk zeigt eindrucksvoll, mit welchen Widerständen die weiblichen Genies damals zu kämpfen hatten und warum ihre Werke erst jetzt die ganz große Bühne erobern.

Von: |Erschienen am: 10. Juli 2026 16:49|

Archivfoto

Ein kunsthistorisch bedeutendes Kooperationsprojekt mehrerer europäischer Museen nimmt eine der berühmtesten Epochen der Moderne aus einem völlig neuen Blickwinkel unter die Lupe.

Die internationale Ausstellungsausrichtung „Die Blauen Reiterinnen“ stellt die kreativen Errungenschaften von zwölf teils wiederentdeckten Pionierinnen und deren weitreichende Netzwerke in den Fokus. Für die drei teilnehmenden Institutionen in Deutschland übernimmt die namhafte Schauspielerin Iris Berben die offizielle Schirmherrschaft.

 Iris Berben über die Rolle der Frau in der Kunst

Im Rahmen der Bekanntgabe ihrer Unterstützung zog die Künstlerin Parralelen zu ihren eigenen Erfahrungen in der Branche. Iris Berben erklärte hierzu:

„Ich weiß sehr genau, was es bedeutet, sich als junge Künstlerin in einem männerdominierten Umfeld zu bewegen und sich dort durchzusetzen. Deshalb habe ich keinen Moment gezögert, die Schirmherrschaft für dieses Augen öffnende Ausstellungsprojekt zu übernehmen.“

Vergessene Pionierinnen im Fokus

Die Schirmherrin hob mit Blick auf die historische Relevanz der damaligen Akteurinnen weiter hervor: „Auch die Frauen des „Blauen Reiter“ haben Stärke zeigen müssen, um sich durchzusetzen und sind doch später trotz ihrer Leistungen in Vergessenheit geraten. Für mich ist es „großes Kino“, endlich sehen zu können, was sie gegen viele Widerstände geschaffen haben.“

Der Einfluss von Frauen innerhalb der berühmten Avantgarde-Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg galt in der Forschung lange Zeit als unzureichend dokumentiert, obwohl sie die Befreiung der Farbe und neue ästhetische Theorien maßgeblich mitgestalteten. Ein Beispiel für diesen weiblichen Innovationsgeist lieferte Marianne von Werefkin mit ihrem Leitsatz, dass die Zukunft der Kunst in der Emotionalität liege.

Grenzüberschreitende Netzwerke und digitale Einblicke

Die Schau legt ein besonderes Augenmerk auf die intellektuellen und sozialen Verflechtungen der Malerinnen, deren Kontakte von Paris über München bis nach Moskau reichten. Um diese komplexen Beziehungsgeflechte und Lebensstationen für das Publikum anschaulich greifbar zu machen, kommt eine eigens entwickelte interaktive Digitalanwendung zum Einsatz.

Flankiert werden die Kunstwerke durch biografische Schwerpunktstationen, die das Schaffen der Frauen in den gesellschaftlichen Kontext ihrer Epoche einbetten und die Vielstimmigkeit der Bewegung untermauern.

Startschuss in Wiesbaden und internationale Stationen

Die weltweite Premiere des Ausstellungsreigens ist für den Herbst in der hessischen Landeshauptstadt angesetzt. Das Museum Wiesbaden präsentiert die hochkarätige Sammlung der Künstlerinnen in einer Ausstellung vom 23. Oktober 2026 bis zum 21. Februar 2027.

Im Anschluss wandert die Präsentation weiter nach Bremen und München, bevor das Projekt im Sommer 2028 im schweizerischen Ascona seinen Abschluss findet. Finanziell abgesichert und gefördert wird das Vorhaben unter anderem durch die Kulturstiftung der Länder sowie regionale Unterstützer wie den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

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