Gewerkschafts-Initiative
Explodierende Preise auf dem Wohnungsmarkt: DGB fordert Notbremse für Wiesbadener Mieten
Die Wohnkosten in Wiesbaden kennen seit Jahren nur eine Richtung: steil nach oben. Angesichts einer dramatischen Preisentwicklung auf dem lokalen Wohnungsmarkt macht der DGB nun im Rahmen bundesweiter Aktionstage massiven Druck auf die Politik. Gefordert wird ein radikaler Kurswechsel sowie ein mehrjähriges Moratorium, um den rasanten Preissprüngen ein Ende zu setzen. Welche konkreten Zahlen den Ernst der Lage untermauern und mit welchen Maßnahmen der Verdrängung entgegengewirkt werden soll, zeigt die aktuelle Initiative.
Archivfoto: Gewerkschaftsbund DGB.
Im Rahmen von bundesweiten Aktionstagen, die vom 3. bis 5. Juli stattfinden, rückt das Thema Wohnen in den Fokus der Öffentlichkeit. Auch auf lokaler Ebene schlägt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Alarm.
Die Arbeitnehmervertretung fordert für die hessische Landeshauptstadt eine sofortige Vollbremsung bei den Wohnkosten in Form eines sechsjährigen Mietenstopps sowie eine deutliche Ausweitung von bezahlbarem Wohnraum. Die aktuelle Situation wird von den Verantwortlichen als zunehmend kritisch eingestuft.
Wohnkosten am Limit
„Wohnen darf kein Luxus sein, doch genau das wird es in Wiesbaden zunehmend“, sagte Sascha Schmidt, Vorsitzender des DGB Wiesbaden Rheingau-Taunus.
„Die Mieten steigen rasant, während Löhne und Renten kaum hinterherkommen. Energiepreis-Schocks und Inflation verschärfen die Lage für viele Menschen zusätzlich. Die Bundesregierung hat die Chance verpasst, den Mietern mit einem sechsjährigen Mietenstopp Luft zum Atmen zu verschaffen.“
Drastischer Preissprung in der Landeshauptstadt
Wie gravierend die Entwicklung auf dem örtlichen Immobilienmarkt tatsächlich ist, belegen statistische Auswertungen des letzten Jahrzehnts. Demnach kletterten die Mietpreise in Wiesbaden innerhalb von zehn Jahren um fast die Hälfte nach oben. Während der mittlere Quadratmeterpreis im Jahr 2016 noch bei 9,25 Euro lag, erreichte er zu Beginn des Jahres 2026 bereits einen Wert von 13,67 Euro.
Der DGB-Vorsitzende warnt vor den sozialen Folgen dieser anhaltenden Dynamik: „Wenn das so weitergeht, verlieren immer mehr Menschen ihr Zuhause oder werden aus der Stadt verdrängt“, betonte Schmidt.
Forderungskatalog für den Wohnungsmarkt
Aus Sicht der Gewerkschaft reicht ein reines Einfrieren der aktuellen Mieten jedoch auf lange Sicht nicht aus, um den Markt nachhaltig zu entspannen. Daher hat die Organisation ein Paket aus zusätzlichen Kernforderungen formuliert. Dazu zählt eine weitreichende Initiative für den staatlichen und geförderten Wohnungsbau sowie die Einführung einer neuen Wohnungsgemeinnützigkeit.
Bei diesem Modell sollen Vermieter im Gegenzug für steuerliche Vergünstigungen dauerhaft preiswerten Wohnraum bereitstellen. Darüber hinaus plädiert der DGB für eine effektivere Mietpreisbremse und ein konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher.
Appell an die Politik auf allen Ebenen
Zum Abschluss richter der Gewerkschaftsbund einen klaren Appell an die politischen Entscheidungsträger im Bund, im Land und in der Kommunalpolitik, ihrer staatlichen Fürsorgepflicht beim Thema Wohnen wieder verstärkt nachzukommen.
„Wohnen ist ein Grundrecht, keine Ware. Es ist höchste Zeit, dass Bund, Länder und Kommunen wieder Verantwortung übernehmen und preisgünstigen Wohnraum selbst schaffen und sichern“, sagte Schmidt. „Egal welche Koalition in Wiesbaden zustande kommt: Wir brauchen deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum. Dafür bedarf es eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs. Rückschritte zu Ungunsten von Mieterinnen und Mietern darf es nicht geben“.
Hinweis zur Datenbasis
Die genannten Zahlen zur Preisentwicklung in auf dem Wohnungsmarkt in Wiesbaden entstammen der empirica Preisdatenbank (VALUE Marktdaten). Sie erfassen die Angebotsmieten im Median und bilden die Bewegung auf dem Markt somit direkter ab als bestehende Mietverträge.
Weitere Informationen zur Kampagne „Mietenstopp“ unter www.mieten-stopp.de
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