Friedensagenda
BSW Wiesbaden stellt sich neu auf: Appelhans übernimmt Kreisvorsitz
In Wiesbaden hat der Kreisverband des BSW einen neuen Vorsitzenden gewählt. Eugen Appelhans will den Schwerpunkt klar auf das Friedensthema legen und dabei besonders die Rolle der Stadt im aktuellen Konfliktgeschehen beleuchten. Der neue Vorstand will künftig neue Akzente setzen.
Foto: privat Eugen Appelhans
Der Kreisverband Wiesbaden des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) hat seine Führung neu bestimmt. Auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 24. Juni, wählten die rund 70 Mitglieder Eugen Appelhans zum neuen Kreisvorsitzenden.
Der bisherige Vorstand wurde zuvor entlastet. Appelhans, Allgemeinmediziner und seit dem 28. April 2026 Mitglied des Wiesbadener Magistrats, übernimmt damit die Leitung des Kreisverbands.
Erweitertes Vorstandsteam gewählt
Neben dem Vorsitz bestimmten die Mitglieder weitere zentrale Positionen. Zum Schatzmeister wurde Stadtverordneter Veit Wilhelmy gewählt, der das BSW seit Beginn der aktuellen Legislaturperiode in der Stadtverordnetenversammlung vertritt.
Ergänzt wird der Vorstand durch zwei Co‑Vorsitzende, Tobias Schwotzer und Jörg Jungmann, sowie drei Beisitzer.
Frieden als politischer Schwerpunkt
Inhaltlich kündigt Appelhans eine klare Ausrichtung des Kreisverbands an. Das Thema Frieden solle künftig im Mittelpunkt stehen. Wiesbaden komme dabei eine besondere Rolle zu, insbesondere mit Blick auf die militärische Bedeutung der Lucius‑D.-Clay‑Kaserne.
Dort koordiniert die NATO seit der Aktivierung der Mission NSATU im Dezember 2024 einen großen Teil der Unterstützung für die Ukraine. Zudem arbeiten US‑amerikanische und ukrainische Stellen seit Jahren in gemeinsamen Strukturen zur Planung und Aufklärung zusammen.
Wiesbaden als Drehkreuz im Ukrainekrieg
„85 Jahre nach Hitlers Überfall auf die Sowjetunion ist Wiesbaden ein Drehkreuz im Ukrainekrieg: Von hier aus werden Ziele in Russland koordiniert. Dafür bzw. für die möglichen Konsequenzen, will ich die
Wiesbadener sensibilisieren“, erklärt Eugen Appelhans.
Potenzial für Diplomatie und Abrüstung
Appelhans sieht in der Stadt zugleich ungenutzte Möglichkeiten für eine Politik, die stärker auf Entspannung und Abrüstung setzt. Er verweist auf die außenpolitische Tradition des BSW, die sich an der Entspannungspolitik von Willy Brandt und Michail Gorbatschow orientiert.
Der Vorsitzende betonte weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass mehr als 50 Prozent der Wiesbadener für
Diplomatie und weniger Waffen sind. Dieses Potenzial will ich für das BSW erschließen.“
Pläne für die kommenden Monate
Der neu gewählte Vorstand des BSW Kreisverband Wiesbaden kündigte an, das Thema Frieden künftig stärker in der Stadtgesellschaft sichtbar zu machen. Geplant sind Informationsangebote, Veranstaltungen und eine verstärkte Präsenz im öffentlichen Raum, auch zum Ukrainekrieg. Gleichzeitig soll die Mitgliederbasis des Kreisverbands weiter ausgebaut werden.
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