Brand

Explosionsknall und Flammenmeer: Wohnwagen-Vollbrand an Werkszaun sorgt für nächtlichen Großeinsatz

Großalarm für die Wiesbadener Brandschützer mitten in der Nacht Ein lichterloh brennender Wohnwagen hat in den späten Stunden des Donnerstags die Feuerwehr im Wiesbadener Stadtteil Biebrich in Atem gehalten. Da das brennende Gespann unmittelbar an einem großen Firmengelände im Bereich stand und Detonationen zu hören waren, löste die Leitstelle sofort ein erhöhtes Alarmstichwort aus. Für den Einsatzleiter, den Leitenden Branddirektor Andreas Kleber, markierte diese dramatische Nachtschicht zudem einen emotionalen Abschied.

Von: |Erschienen am: 29. Mai 2026 09:14|

Foto: Feuerwehr Wiesbaden

Es war kurz vor Mitternacht, als in der Zentralen Leitstelle der in Wiesbaden am Donnerstag, 28. Mai, gleich mehrere Notrufe im Sekundentakt eingingen. Aufmerksame Bürger meldeten einen unklaren, weithin sichtbaren Feuerschein, dichte Rauchwolken und besorgniserregende Explosionsgeräusche. Weil die ersten Meldungen den Brandherd direkt auf oder an dem Areal des Industriebetriebs Henkell Freixenet in Biebrich in der Straße „Am Hohen Stein“ vermuteten und schließlich auch automatische Hinweise aus dem Werk selbst aufliefen, reagierte die Leitstelle sofort und erhöhte das Alarmstichwort noch während die ersten Löschzüge auf der Anfahrt waren.

Wohnwagen brennt lichterloh – Flammen drohen auf Lkw und Firma überzugreifen

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte bot sich den Rettern eine kritische Lage. Nach einer schnellen Erkundung von mehreren Seiten konnte Entwarnung für die Produktionshallen gegeben werden, doch die Gefahr war akut: Auf einer öffentlichen Straße direkt am Werkszaun stand ein Wohnwagen in Vollbrand.

Das Flammenmeer hatte zu diesem Zeitpunkt bereits auf die umliegende Vegetation übergegriffen. Zudem fraß sich das Feuer bedrohlich nahe an einen in direkter Nachbarschaft abgestellten Lastkraftwagen heran.

Die Feuerwehrkräfte handelt umgehend. Sofort wurde eine Riegelstellung aufgebaut und die Brandbekämpfung mit mehreren Strahlrohren eingeleitet. Ein Trupp kämpfte sich unter schwerem Atemschutz direkt an das brennende Wrack heran. Während der intensiven Löscharbeiten stießen die Einsatzkräfte in den glühenden Überresten auf die Ursache für die Knallgeräusche: Eine hochexplosive Gasflasche musste aus den Trümmern geborgen und über längere Zeit aufwendig heruntergekühlt werden.

Freiwillige Feuerwehr unterstützt – Wasser vom Betriebsgelände

Dank des schnellen und massiven Angriffs der Wehrkräfte konnte eine Schadensausbreitung auf das angrenzende Firmengelände sowie eine Beschädigung des Lastwagens erfolgreich verhindert werden. Sobald die Ausbreitung gestoppt und die Lage unter Kontrolle gebracht war, konnte das Alarmstichwort heruntergestuft werden.

Unterstützung erhielten die Kräfte der Berufsfeuerwehr von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Biebrich. Die ehrenamtlichen Retter übernahmen unter anderem das großflächige Ausleuchten der weitläufigen Einsatzstelle für die spätere Spurensicherung. Die Löschwasserversorgung wurde unkompliziert über das Hydrantennetz des betroffenen Betriebsgeländes sichergestellt. Glück im Unglück: Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen zur bislang völlig unklaren Brandursache aufgenommen.

Ein emotionaler Abschied im Blaulicht – Letzter Großeinsatz für Andreas Kleber

Der Einsatz in der Nacht zum Freitag wies neben der technischen Brisanz auch eine ganz besondere persönliche Note auf. Aufgrund des anfangs extrem hohen Alarmierungsstichwortes rückte auch der diensthabende Direktionsdienst der Berufsfeuerwehr Wiesbaden zur Einsatzstelle aus.

Diese Leitungsfunktion wurde in dieser Nacht vom Leitenden Branddirektor Andreas Kleber persönlich wahrgenommen. Für den allseits geschätzten Feuerwehrchef war dieser nächtliche Großeinsatz einer der letzten Realeinsätze überhaupt: Kleber steht unmittelbar vor dem wohlverdienten Eintritt in den Ruhestand und erlebte hier noch einmal eine arbeitsreiche Nacht an vorderster Front.

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