Raubüberfall
Maskierter klettert auf Balkon und attackiert Bewohner mit Pfefferspray-Pistole
Schockierende Szenen in den späten Abendstunden im Wiesbadener Stadtteil Biebrich. Ein unbekannter Täter ist am Dienstagabend über eine Balkonbrüstung in eine Erdgeschosswohnung eingedrungen. Bewaffnet mit einer Pfefferspray-Pistole bedrohte er eine Bewohnerin und forderte vehement Bargeld. Als das Opfer mutig anfing zu schreien, feuerte der Kriminelle die Reizgas-Waffe ab, verletzte zwei Personen und flüchtete anschließend ohne Beute. Die Kriminalpolizei hat eine Großfahndung eingeleitet und sucht dringend Zeugen.
Symbolfoto: Canva
Es sind Szenen wie aus einem Kriminalfilm, die sich am Dienstag, 26. Mai, in einer vermeintlich ruhigen Wohngegend in Biebrich abgespielt haben. Gegen 21:45 Uhr hielt sich eine Frau ahnungslos in ihrer Erdgeschosswohnung in der Feldbergstraße auf, als sich die dramatischen Ereignisse überschlugen.
Ein junger Mann näherte sich dem Mehrfamilienhaus, überwand in Sekundenschnelle die Brüstung des dazugehörigen Balkons und stand plötzlich mitten im Wohnbereich der sichtlich geschockten Frau.
Bewaffneter fordert Bargeld – Opfer reagiert geistesgegenwärtig
Sofort nach dem Eindringen ging der Täter äußerst aggressiv vor. Er zog eine täuschend echt aussehende Pfefferspray-Pistole (Jet Protector), zielte damit direkt auf das Gesicht der Frau und forderte lautstark die Herausgabe von Bargeld.
Anstatt sich jedoch einschüchtern zu lassen, reagierte die Bewohnerin instinktiv richtig und setzte zur Gegenwehr an. Sie fing lauthals an zu schreien, um auf ihre lebensgefährliche Lage aufmerksam zu machen und Nachbarn sowie weitere Hausbewohner zu alarmieren.
Reizstoff-Attacke im Wohnzimmer und Flucht ohne Beute
Durch die lauten Schreie geriet der Räuber offenbar in Panik. Er drückte den Abzug seiner Reizstoffwaffe durch und sprühte eine erhebliche Menge des hochkonzentrierten Pfeffersprays auf die Frau sowie auf einen weiteren Bewohner der Wohnung, der durch den Lärm herbeigeeilt war.
Durch den gezielten Einsatz des Reizgases erlitten beide Opfer schmerzhafte Reizungen der Atemwege und der Augen. Trotz der brutalen Attacke blieb die Gegenwehr nicht wirkungslos. Der Täter erkannte, dass sein Überraschungsmoment endgültig verflogen war. Ohne jegliche Beute kletterte er fluchtartig wieder über den Balkon zurück und rannte in der Dunkelheit in unbekannte Richtung davon. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung der Wiesbadener Polizei mit mehreren Streifenwagen verlief in der Nacht erfolglos.
Täterbeschreibung
Die Spezialisten des zuständigen Kommissariats der Kriminalpolizei Wiesbaden haben die Ermittlungen wegen versuchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung aufgenommen. Da die Opfer den Angreifer trotz der Stresssituation gut wahrnehmen konnten, liegt eine detaillierte Täterbeschreibung vor. Zwischen 17 und 22 Jahre alt, circa 1,80 bis 1,90 Meter groß und von normaler bis sportlicher Gestalt. Gebräunte Haut, auffallend dunkelbraune, stirnlange Locken und braune Augen. Der Räuber war durchweg langärmlig und komplett schwarz gekleidet.
Die Ermittler fragen nun die Bevölkerung im Wiesbadener Süden um Mithilfe: Wer hat am Dienstagabend gegen 21:45 Uhr verdächtige Beobachtungen im Bereich der Feldbergstraße oder den angrenzenden Querstraßen in Biebrich gemacht? Ist Ihnen eine flüchtende, dunkel gekleidete Person mit lockigen Haaren aufgefallen?
Hinweisgeber gesucht
Sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen könnten, nimmt das Polizeipräsidium Westhessen unter der zentralen Rufnummer 0611 / 345-0 entgegen.
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