Brückenprojekt

Radverkehr im Fokus: Neue Zählungen auf drei Rheinbrücken starten 2026

In Wiesbaden beginnt jetzt ein Projekt, das den Radverkehr zwischen den beiden Rheinseiten genauer beleuchten soll. Während des Stadtradelns werden erstmals systematisch Daten zu den Brückenüberquerungen erhoben. Welche Erkenntnisse daraus entstehen und wie sie in die weitere Planung einfließen, zeigt der Blick auf die kommenden Wochen.

Von: |Erschienen am: 26. Mai 2026 11:30|

Archivfoto

Das Projekt „Brückenschlag Mainz-Wiesbaden“ rückt in diesem Jahr die Nutzung der drei Rheinbrücken zwischen den beiden Städten in den Mittelpunkt. Im Rahmen des Programms der World Design Capital 2026 werden die Überfahrten von Radfahrenden über die Theodor-Heuss-Brücke, Kaiserbrücke und Schiersteiner Brücke erstmals systematisch erfasst und ausgewertet.

Ziel ist es, ein genaueres Bild über das Mobilitätsverhalten auf den wichtigen Verbindungen zu gewinnen.

Testphase während des Stadtradelns

Die Datenerhebung startet bereits während des Wiesbadener Stadtradelns 2026 und dient als vierwöchiger Test- und Vergleichszeitraum. Gezählt wird sowohl über eine App als auch über fest installierte Messgeräte.

Die gesammelten Informationen fließen in das Fahrrad-Dashboard der Stadt ein, wo sie anschaulich aufbereitet der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Auswertungen sollen zudem die Planung einer möglichen Radschnellverbindung zwischen Wiesbaden und Mainz unterstützen.

Bedeutung für die Verkehrsplanung

Das Projekt wird von der Agentur Scholz & Volkmer umgesetzt und von der Landeshauptstadt Wiesbaden begleitet. Jede Brückenüberquerung während des Stadtradelns sowie der späteren Brückenschlag-Challenge im Herbst geht in die Datensammlung ein. Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Bündnis 90/Die Grünen) betont die Relevanz der Initiative:

„Die Brücken zwischen Mainz und Wiesbaden sind nicht nur Bauwerke, sondern zentrale Verbindungen für viele Pendlerinnen und Pendler. Mit dem Projekt ‚Brückenschlag‘ machen wir sichtbar, welche Rolle der Radverkehr dabei schon heute spielt – und welches Potenzial noch darin steckt. Die gewonnenen Daten helfen uns, den Radverkehr gezielt weiterzuentwickeln und die Verbindung zwischen unseren Städten nachhaltig zu stärken.“

Offene Daten für eine smarte Stadt

Auch aus Sicht der Smart-City-Verwaltung hat das Projekt eine wichtige Funktion. Maral Koohestanian (Volt), Dezernentin für Smart City, Europa und Ordnung, erklärt:

„Seit einem Jahr bündeln wir Daten im Fahrrad-Dashboard auf wiesbaden.de und machen Entwicklungen des lokalen Radverkehrs transparent und verständlich. Für eine Smart City ist genau dieser offene Umgang mit Daten entscheidend: Sie schaffen die Grundlage für fundierte Entscheidungen, effizientere Planung und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft. So gestalten wir gemeinsam ein lebenswertes Wiesbaden.“

Motivation für mehr Radverkehr

Projektinitiator Michael Volkmer von der Agentur Scholz & Volkmer beschreibt das übergeordnete Ziel: „Wir wollen diejenigen motivieren, die bislang noch nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Je mehr Menschen auf dem Rad, desto weniger Stau.“

Die Aktion Stadtradeln beginnt am Sonntag, 31. Mai, und läuft bis zum 20. Juni. Teilnehmen können alle, die in Wiesbaden wohnen, arbeiten, zur Schule gehen oder einem Verein angehören. Begleitet wird die Kampagne vom Wiesbadener Radbüro und dem ADFC.

Ausblick auf die Brückenschlag-Challenge

Die Brückenschlag Challenge Wiesbaden Mainz folgt vom 16. August bis 13. September. Beide Kampagnen tragen mit den Zählungen gemeinsam zur Datengrundlage im Fahrrad-Dashboard bei, das Informationen kampagnenübergreifend bündelt und Entwicklungen sichtbar macht.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.brueckenschlag-challenge.de/about: Anmeldungen zum Stadtradeln sind unter www.stadtradeln.de/wiesbaden möglich.

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