Schutz und Zivilcourage
„Ist Luisa hier?“: Erfolgreiche Sicherheits-Kampagne wird auf Wiesbadener Schwimmbäder ausgeweitet
Die Landeshauptstadt Wiesbaden weitet die bewährte Kampagne „Luisa ist hier“ auf alle städtischen Schwimmbäder aus. Frauen und Mädchen, die sich in den Bädern belästigt, bedrängt oder unwohl fühlen, erhalten künftig durch einen einfachen Code sofort diskrete und schnelle Hilfe vom Personal. Das Projekt setzt pünktlich zum Sommerstart ein klares Zeichen gegen sexuelle Gewalt.
Fotos: Stadt Wiesbaden
Ob im Freibad, beim Sonnen auf der Liegewiese oder am Kiosk: Gerade in den heißen Sommermonaten gehören die Schwimmbäder zu den am stärksten besuchten öffentlichen Orten im Stadtgebiet. Damit sich Frauen und Mädchen dort jederzeit sicher bewegen können, gehen der städtische Bäderbetrieb mattiaqua und das Kommunale Frauenreferat nun einen großen Schritt gemeinsam. Die bundesweit bekannte Hilfsaktion „Luisa ist hier“ zieht flächendeckend in die Wiesbadener Badelandschaft ein.
Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Fühlt sich eine Frau in einer Situation bedroht oder belästigt, muss sie keine langen Erklärungen abgeben. Es reicht die diskrete Frage an das Schwimmbad-Personal: „Ist Luisa hier?“ Die Mitarbeitenden sind darauf geschult, die Betroffene sofort aus der unangenehmen Situation herauszuholen und ihr einen geschützten Raum sowie weitere Unterstützung anzubieten.
Idee entstand direkt aus dem Schwimmbadalltag heraus
Das Konzept ist kein theoretisches Konstrukt vom grünen Tisch, sondern entspringt direkt den praktischen Erfahrungen des Personals aus dem täglichen Badebetrieb. Entwickelt wurde das Hilfsangebot ursprünglich vom Frauennotruf Münster, in Wiesbaden ist das Kommunale Frauenreferat bereits seit 2022 offizieller Lizenznehmer.
„Weil das Luisa-Konzept bundesweit relativ bekannt ist, haben viele Frauen von der Kampagne schon einmal gehört und können in der konkreten Situation Hilfe und Unterstützung suchen“, betont Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) den großen Vorteil des etablierten Codes.
Christiane Hinninger (Die Grünen), Wiesbadens Bürgermeisterin und Wirtschaftsdezernentin ergänzt: „Die Kampagne stärkt das Sicherheitsgefühl und setzt ein klares Signal für Aufmerksamkeit, Respekt und Zivilcourage. Gewalt gegen Frauen und Mädchen geht uns alle etwas an.“
Schulungsvideo und Präsenzschulungen für das mattiaqua-Team
Um im Ernstfall handlungssicher, sensibel und schnell reagieren zu können, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mattiaqua in den vergangenen Wochen intensiv auf die neuen Aufgaben vorbereitet. In enger Kooperation mit der Wiesbadener Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, Wildwasser Wiesbaden e.V., wurde ein eigenes Schulungsvideo produziert und mit Präsenzschulungen kombiniert.
Thomas Baum, Betriebsleiter von mattiaqua, sieht in der Aktion einen Meilenstein für die Hausordnung: „Die Kampagne ergänzt unser bestehendes Sicherheits- und Präventionskonzept, setzt ein sichtbares Zeichen und ist ein Garant für Unterstützung in Situationen, in denen Frauen und Mädchen sich unwohl oder belästigt fühlen.“ Durch das Video wolle man das Thema dauerhaft und nachhaltig im Arbeitsalltag des Personals verankern.
Aufruf an Wiesbadener Betriebe: Mitmachen ausdrücklich erwünscht
Das Kommunale Frauenreferat möchte das Sicherheitsnetz in der Landeshauptstadt noch enger knüpfen. Saskia Veit-Prang, Kommunale Frauenbeauftragte, dankte dem mattiaqua-Team für den engagierten Einsatz und betonte, dass die Kampagne einen unschätzbaren Beitrag zu einem respektvollen und sicheren Miteinander im Freizeitbereich leiste.
Gleichzeitig ergeht ein Aufruf an die lokale Wirtschaft: Neben Freizeiteinrichtungen können sich auch Bars, Diskotheken, Kioske, Gastronomiebetriebe oder Vereine im Wiesbadener Stadtgebiet an „Luisa ist hier“ beteiligen. Die Vorbereitung und Sensibilisierung der Teams wird vom Frauenreferat koordiniert und finanziert. Interessierte Locations können sich für die verpflichtende Schulung direkt beim Kommunalen Frauenreferat melden.
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InfoBox
Die Kampagne kompakt auf einen Blick:
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Was: Ausweitung der Sicherheitskampagne „Luisa ist hier“ auf Wiesbadener Schwimmbäder.
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Der Code: Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ erhalten Frauen bei Belästigung diskrete Hilfe.
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Wer: Kooperation von mattiaqua, Kommunalem Frauenreferat und Wildwasser Wiesbaden e.V.
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Ziel: Stärkung des Sicherheitsgefühls und Prävention gegen sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum.



