Kriminalität / Warnung

Falsche Versprechen in Zeitungsannoncen: Polizei warnt vor fieser Betrugsmasche beim Goldankauf

Großflächige Werbung, enorme Gewinnmargen und das schnelle Geld. Das Polizeipräsidium Westhessen warnt aktuell vor einer hinterhältigen Betrugsmasche im gesamten Einzugsgebiet und der Landeshauptstadt Wiesbaden. Kriminelle locken Senioren und Bürger gezielt mit dubiosen Annoncen für den Ankauf von Gold und Pelzen an – und verschwinden kurz darauf spurlos mit der wertvollen Beute.

Von: |Erschienen am: 22. Mai 2026 10:04|

Symbolfoto: Canva

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit boomt der Handel mit Edelmetallen. Das machen sich derzeit auch dreiste Betrüger zunutze, deren Fälle sich in jüngster Zeit im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen auffällig häufen. Die Masche ist dabei ebenso professionell wie perfide durchorganisiert: Die Täter mieten sich für wenige Tage kurzfristig in lokalen, leerstehenden Geschäftsräumen ein, um Seriosität vorzugaukeln. Zeitgleich schalten sie großflächige Werbeannoncen in den Werbeteilen lokaler Zeitungen.

Das Lockmittel: Es wird der Ankauf von Altgold, Schmuck, Münzen sowie – auffallend oft in Kombination – teuren Pelzmänteln zu absoluten Höchstpreisen versprochen. Melden sich die potenziellen Opfer daraufhin in dem temporären Ladengeschäft und übergeben ihr Gold zur vermeintlichen Wertschätzung, folgt das böse Erwachen meist nur Tage später. Die Räume sind plötzlich verwaist, die Telefonnummern abgeschaltet und die Betrüger mit dem wertvollen Gold über alle Berge.

Die 8 wichtigsten Verhaltensregeln der Polizei zum Schutz vor Gold-Betrug

Damit Sie oder Ihre Angehörigen nicht auf die glänzenden Versprechen der Kriminellen hereinfallen, hat die hessische Polizei einen dringenden Ratgeber mit acht goldenen Regeln herausgegeben:

  1. Vorsicht bei aggressiver Werbung: Seien Sie misstrauisch bei auffällig offensiv beworbenen Angeboten, insbesondere wenn Ankaufspreise deutlich über dem aktuellen Marktwert liegen oder das Angebot zeitlich extrem befristet ist.

  2. Das Warenspektrum prüfen: Seriöse Edelmetallhändler beschränken sich in aller Regel auf ihr Fachspektrum (Gold, Silber, Münzen). Wer im selben Atemzug Pelze, Antiquitäten oder Teppiche kaufen will, arbeitet selten seriös.

  3. Keine Haustürgeschäfte: Lassen Sie niemals fliegende Händler oder offensiv auftretende Einkäufer für Verhandlungen in Ihre eigenen vier Wände.

  4. Keine Hausbesuche ohne Zeugen: Sollte doch ein Beratungstermin zu Hause stattfinden, ziehen Sie unbedingt Nachbarn, Freunde oder Vertrauenspersonen als Zeugen hinzu.

  5. Auf etablierte Händler setzen: Wählen Sie örtlich bekannte, seit Jahren etablierte Juweliere oder Edelmetallhändler mit fester Reputation. Recherchieren Sie vorab gründlich (Impressum, echte Internet-Bewertungen).

  6. Keine Spontankäufe: Lassen Sie sich nicht von der reinen Größe einer Zeitungsannonce blenden oder zu einem überstürzten Geschäft drängen.

  7. Bestreiten Sie nichts ohne schriftlichen Vertrag: Bestehen Sie ausnahmslos auf einen rechtlich sicheren Kaufvertrag. Dieser muss beide Vertragsparteien exakt benennen, präzise Mengenangaben, das genaue Gewicht, die Reinheit (Karat/Feingehalt), den fixierten Preis sowie die Art der Auszahlung enthalten und beidseitig unterschrieben sein.

  8. Angebote vergleichen: Holen Sie im Idealfall immer zwei bis drei verschiedene Angebote von unabhängigen, seriösen Fachhändlern ein, um ein Gefühl für den echten Materialwert zu bekommen.

Die Ermittler der Kriminalpolizei bitten Bürgerinnen und Bürger zudem darum, auch ältere Verwandte oder Nachbarn im Umfeld aktiv über diese Masche aufzuklären, da ältere Menschen besonders häufig im Visier der Zeitungsannoncen-Betrüger stehen.

Die Betrugsmasche kompakt auf einen Blick:

  • Was: Betrügerischer Gold- und Pelzankauf über fingierte Zeitungsanzeigen.

  • Wie: Täter mieten kurzfristig Läden an, nehmen das Gold zur „Schätzung“ entgegen und tauchen unter.

  • Wo: Gesamtes Einzugsgebiet des Polizeipräsidiums Westhessen (inkl. Wiesbaden).

  • Der beste Schutz: Nur bei alteingesessenen, lokalen Fachhändlern verkaufen und niemals spontan an der Haustür.

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