Feuerwehreinsatz
Wohnung im Hinterhaus brennt lichterloh
Ein Wohnungsbrand hat in der Nacht von Montag auf Dienstag das Wiesbadener Westend in Atem gehalten. Weil der Brandherd in einem dicht bebauten Hinterhof lag und die erste Ortsangabe unklar war, mussten die Einsatzkräfte die Brandstelle zunächst suchen. Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig und umfangreich.
Foto: Feuerwehr Wiesbaden
Ein aufmerksamer Anwohner im Wiesbadener Westend bemerkte um etwa 01:05 Uhr in der Nacht zum Dienstag, 19. Mai, Qualm Flammen in einem Nachbarhaus. Geistesgegenwärtig wählte er sofort den Notruf 112 und teilte der Zentralen Leitstelle seine dramatischen Beobachtungen mit. Doch der Einsatz sollte die Retter vor eine erste große Hürde stellen.
Unklare Ortsangabe – Einsatzkräfte müssen Brandstelle suchen
Da aus der Perspektive des Anwohners die genaue Adresse des betroffenen Gebäudes zunächst nicht exakt lokalisiert werden konnte, entsandte die Leitstelle umgehend die Einsatzkräfte der Feuerwache 1 zur Erkundung in den gemeldeten Bereich. Vor Ort stellte sich schnell heraus, der tatsächliche Einsatzort befand sich gar nicht in der zunächst vermuteten Bertramstraße, sondern in direkt angrenzenden Bleichstraße.
Trotz des Adress-Chaos konnte der Einsatzleiter die Lage nach einer kurzen Erkundung schnell bestätigen. Aus den Fenstern einer Wohnung im zweiten Obergeschoss eines Hinterhauses schlugen bereits massive Flammen. Sofort wurde Großalarm ausgelöst und weitere Kräfte nachalarmiert.
Komplexer Hinterhof-Einsatz – Wohnung in Vollbrand
Die betroffen Wohnung stand im Vollbrand Die bauliche Situation im dichten Westend stellte die Feuerwehr vor massive logistische Probleme: Da das Gebäude in einem typischen, schwer zugänglichen Hinterhof liegt, gestaltete sich der Zugang für die Einsatzkräfte und das schwere Gerät als äußerst schwierig.
Unverzüglich wurden mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung und Brandbekämpfung in das Gebäude geschickt. Da zunächst völlig unklar war, ob sich mitten in der Nacht noch Bewohner in der brennenden Wohnung aufhielten, suchten die Retter die Räume unter Hochdruck ab. Nach bangen Minuten gab es Erleichterung: Bei der Durchsuchung wurden keine Personen aufgefunden – zum Zeitpunkt des Brandausbruchs war glücklicherweise niemand zu Hause.
Drehleiter blockiert – Höhenretter auf dem Dach im Einsatz
Damit war die Gefahr aber noch nicht gebannt. Aufgrund der extrem hohen Brandintensität und der massiven Hitzeentwicklung bestand der akute Verdacht, dass sich das Feuer bereits in den schwer zugänglichen Spitzboden des Hauses gefressen hatte. Die Feuerwehr musste dringend im Dachbereich tätig werden, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Hier zeigte sich die Tücke der Hinterhof-Bebauung: Eine Sicherung über die klassische Drehleiter war aufgrund der engen örtlichen Gegebenheiten unmöglich. Daher wurde die SRHT-Gruppe (Spezialeinheit für Spezielles Retten aus Höhen und Tiefen) der Berufsfeuerwehr Wiesbaden nachgefordert. Die speziell ausgebildeten Höhenretter unterstützten die Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen auf dem Dach akribisch. Dank des schnellen Eingreifens konnte ein Übergreifen des Brandes auf den gesamten Dachstuhl in letzter Sekunde verhindert werden.
Freiwillige Feuerwehr unterstützt – Ermittlungen laufen
Neben den Kräften der Berufsfeuerwehr war auch die Freiwillige Feuerwehr Wiesbaden-Stadtmitte mit zahlreichen Helfern im Einsatz, um die Brandbekämpfung und die aufwendigen Logistikmaßnahmen vor Ort zu unterstützen. Ein vorsorglich bereitgestellter Rettungswagen stand zum Eigenschutz der Atemschutztrupps bereit.
Aufgrund der enormen Intensität des Feuers dauerten die Nachlösch- und Kontrollmaßnahmen bis in den Vormittag hinein an. Wie hoch der entstandene Sachschaden durch das Feuer und das Löschwasser ist, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Die Wohnung ist bis auf Weiteres unbewohnbar. Die Kriminalpolizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen zur bislang völlig unklaren Brandursache aufgenommen.
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von Wiesbadenaktuell.de und folgen Sie uns auch auf Instagram sowie auf Threads!


