Schwerer Verkehrsunfall

Autos überschlagen sich bei mutmaßlichem Rennen auf A671 in Wiesbaden – Rettung aus brennendem Wrack

Horrorszenario in der Samstagnacht auf der Autobahn 671 bei Wiesbaden. Nach einer Hochgeschwindigkeits-Kollision überschlugen sich zwei Fahrzeuge, ein Wagen fing Feuer und eine Person wurde in ihrem Wrack eingeschlossen. Während die Polizei wegen eines illegalen Straßenrennens ermittelt, grenzt es an ein Wunder, dass die Beteiligten den Unfall überlebten.

Von: |Erschienen am: 10. Mai 2026 10:01|

Symbolfoto

Es waren dramatische Notrufe, die am späten Samstagabend, 9. Mai, gegen 23:26 Uhr in der Rettungsleitstelle Wiesbaden eingingen. Zeugen berichteten von einer heftigen Kollision auf der Autobahn 671 in Fahrtrichtung Hochheim, einem brennenden Auto und einer eingeschlossenen Person. Zwischen den Anschlussstellen Amöneburg und Mainz-Kastel bot sich den ersten Einsatzkräften kurz darauf ein Trümmerfeld, das sich über die gesamte Fahrbahn erstreckte.

Mit Hochgeschwindigkeit ins Heck – BMW überschlägt sich

Nach ersten polizeilichen Ermittlungen befuhr ein 27 Jahre alter Darmstädter mit seinem BMW die linke Spur stadtauswärts. In einer langgezogenen Linkskurve näherte sich von hinten mit extrem hoher Geschwindigkeit eine AMG A-Klasse, gesteuert von einem 22-jährigen Wiesbadener. Trotz einer eingeleiteten Notbremsung krachte der Mercedes mit voller Wucht in das Heck des BMW.

Die Folgen waren verheerend: Der BMW geriet ins Schleudern, überschlug sich und blieb in Seitenlage entgegen der Fahrtrichtung liegen. Der Fahrer war in seinem Fahrzeug gefangen und konnte sich aufgrund seiner Verletzungen nicht selbstständig befreien.

Mercedes schanzt gegen Brücke und fängt Feuer

Der Mercedes AMG prallte zunächst gegen die linksseitige Betonwand, schoss dann quer über die Fahrbahn, durchbrach die rechte Leitplanke und schanzte in die Böschung. Durch die enorme Wucht hob der Wagen ab, prallte in etwa fünf Metern Höhe gegen ein Brückenbauwerk und stürzte zurück auf die Standspur. Dort fing der Motorraum des Wracks sofort Feuer. Während sich der 22-jährige Wiesbadener selbst aus dem brennenden Auto retten konnte, musste die Feuerwehr bei dem BMW-Fahrer eine technische Rettung durchführen.

Großeinsatz für Feuerwehr und Rettungsdienst

Ein Großaufgebot der Berufsfeuerwehr (Wachen 1 und 2) sowie die Freiwillige Feuerwehr Biebrich eilten zur Unfallstelle. Parallel zur Brandbekämpfung am Mercedes wurde der eingeschlossene Darmstädter aus seinem BMW befreit. Nachfolgende Verkehrsteilnehmer hatten zuvor bereits vorbildlich als Ersthelfer fungiert.

Beide Fahrer wurden nach einer ersten Sichtung durch die Notärzte mit potenziell schweren Verletzungen in Wiesbadener Krankenhäuser transportiert. Dass sie angesichts der völlig zerstörten Wracks keine lebensgefährlichen Verletzungen davontrugen, bezeichnen die Rettungskräfte vor Ort als „pures Wunder“.

Verdacht auf illegales Straßenrennen – Staatsanwaltschaft ermittelt

Die rechtlichen Konsequenzen für den 22-jährigen Mercedes-Fahrer wiegen schwer. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden hat die Ermittlungen wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung und eines illegalen Straßenrennens aufgenommen.

Noch an der Unfallstelle wurden der Führerschein und das Smartphone des jungen Mannes von der Polizei sichergestellt. Ein Sachverständiger wurde hinzugezogen, um den genauen Unfallhergang und die gefahrenen Geschwindigkeiten zu rekonstruieren.

Die Polizei schätzt den Gesamtschaden an Fahrzeugen und Autobahneinrichtung auf rund 57.000 Euro.

Vollsperrung bis in die Morgenstunden

Die A671 blieb in Fahrtrichtung Hochheim bis tief in die Nacht voll gesperrt. Zur umfassenden Unfallaufnahme leuchtete die Feuerwehr die Einsatzstelle mittels Drehleiter aus. Die Bergung der beiden Totalschäden dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

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