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Wiesbaden fördert Darstellende Kunst – Jury wählt Gewinner

Wiesbaden investiert in seine kreativen Köpfe. Eine Fachjury hat entschieden, welche Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich der Darstellenden Kunst in diesem Jahr gefördert werden. Den begehrten Zuschlag für die zweijährige Konzeptionsförderung erhielt das Duo "KoschelundStahl“ für ein innovatives Jugendtheater-Projekt.

Von: |Erschienen am: 7. Mai 2026 17:04|

Symbolfoto: Canva

Wer die freie Kunstszene in der hessischen Landeshauptstadt beobachtet, weiß: Kreativität braucht Zeit und Raum zur Entfaltung. Um dies zu ermöglichen, hat Wiesbaden erneut Stipendien und langfristige Förderungen vergeben. Aus zahlreichen Bewerbungen von Ensembles und Einzelkünstlern wählte eine fünfköpfige Expertenjury nun die Projekte aus, die 2026 finanziell unterstützt werden.

„SpielRaum“ – Jugendliche werden zu Theater-Machern

Das Highlight der diesjährigen Vergabe ist die Konzeptionsförderung für Nora Koschel-Gelecker und Christiane Stahl (KoschelundStahl). Mit ihrem Projekt „SpielRaum: Interaktives Theater für Jugendliche“ wollen sie die klassische Trennung zwischen Bühne und Publikum aufbrechen.

Das Duo setzt auf „Game-Theatre“-Elemente und körperbasierte Performance. Der Clou: Die Künstlerinnen gehen direkt in das Lebensumfeld von Jugendlichen, um dort zu recherchieren. In Workshops werden die Jugendlichen zu Experten ihrer eigenen Realität und gestalten den künstlerischen Prozess aktiv mit. Am Ende soll eine Form entstehen, in der die Zuschauer zu Mitspielern werden und Verantwortung für den Verlauf des Stücks übernehmen.

Sechs Arbeitsstipendien für Recherche und neue Ideen

Neben der langfristigen Förderung wurden sechs Arbeitsstipendien vergeben. Diese ermöglichen es Künstlern, bis zu zwei Monate lang intensiv an neuen Stoffen zu forschen oder sich weite

  • Katharina Heißenhuber mit „Musikalische Hybride“ (Stimmbildung und Komposition genreübergreifender Songs)
  •  Ann Kathrin Pfahler mit „Von Astronauten und Tiefseetauchern // UFO (AT)“ (Schreiben eines Theaterstücks)
  •  Moritz Buch mit „Nationalism reloaded – 20 Jahre Sommermärchen (AT)“ (Entwicklung einer transdisziplinären, multimedialen Performance zum Thema Nationalismus)
  •  Elena Packhäuser mit „Herland (AT)“ (Konzeption zur theatralen Umsetzung des Buchs „Herland“ von Charlotte P. Gilman)
  •  Matthew Tusa mit „Tanzrecherche: Warum besteht das Patriarchat weiterhin?“ (Patriarchatskritische Tanzrecherche)
  • Lena Kunz mit „tauchgänge (((((((( of echoes & ghosts ((((((((((((((“ (Bewegungs- und Textrecherchen zu transgenerationalen Traumata) Der Jury gehörten folgende Personen an.
  •  Antigone Akgün, freischaffende Performerin, Autorin und Dramaturgin
  • Bernhard Siebert, Theaterwissenschaftler und Forschungsreferent an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Frankfurt
  •  Anne Tysiak, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, Leiterin Junges Staatstheater
  •  Mareike Uhl, ID Tanzhaus Frankfurt Rhein-Main, Co-künstlerische Leiterin
  •  Franziska Domes, Abteilungsleiterin der Abteilung Stadtteilkultur – Darstellende Kunst – Musik – Artistik im Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden

Fachjury bürgt für Qualität

Die Auswahl wurde von einer hochkarätig besetzten Jury getroffen, der unter anderem Vertreter des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden, der HfMDK Frankfurt und des Tanzhauses Frankfurt Rhein-Main angehörten.

Mit diesen Förderungen setzt Wiesbaden ein klares Zeichen für die Stärkung der freien darstellenden Künste und fördert gezielt Projekte, die gesellschaftsrelevante Diskurse und moderne Ausdrucksformen in den Fokus rücken.

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InfoBox

Die Preisträger & Projekte auf einen Blick:

  • Konzeptionsförderung: KoschelundStahl (Nora Koschel-Gelecker & Christiane Stahl).

  • Arbeitsstipendien: K. Heißenhuber, A. K. Pfahler, M. Buch, E. Packhäuser, M. Tusa, L. Kunz.

  • Fokus: Jugendtheater, Interaktion, Tanzrecherche und transdisziplinäre Performance.