Freiräume bei den Maifestspielen – Fünf Projekte bringen frische Kunst nach Wiesbaden
Abseits der großen Opernbühnen schlägt das Herz der Internationalen Maifestspiele in diesem Jahr besonders progressiv. Das Kooperationsprojekt "Freiräume“ vom Kulturamt Wiesbaden und dem Hessischen Staatstheater gibt fünf außergewöhnlichen Kunstprojekten eine Bühne. Von Menstruations-Performances bis hin zu interaktiven Herzschlag-Installationen – wir zeigen Ihnen, welche Highlights Sie nicht verpassen sollten.
Foto: Logo
Im Rahmen der Internationalen Maifestspiele Wiesbaden 2026 präsentiert das Förderprogramm „Freiräume – Projektstipendium Internationale Maifestspiele“ fünf ausgewählte Projekte aus der freien Szene. Das Kulturamt Wiesbaden und das Hessische Staatstheater Wiesbaden setzen damit ihre Zusammenarbeit fort und geben Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne für neue, experimentelle Formate.
Fünf Arbeiten, fünf Zugänge
Die diesjährigen Projekte decken ein breites Spektrum ab: von Performance und konzertanter Performance über Tanz und Klangkunst bis hin zu Installation und Konzert. Damit spiegelt das Programm die Vielfalt der freien Kulturszene in Wiesbaden wider.
Zu den ausgewählten Arbeiten gehören „There will be no blood“, „Wir müssen spielen oder: Quatsch keine Opern“, „re-“, „Stücke für Jetzt Vol. 3 – Das unheimliche Aufbegehren der Träume“ und „An den Grenzen des Pulses“.
Themen zwischen Körper, Sprache und Klang
Inhaltlich greifen die Projekte sehr unterschiedliche Perspektiven auf. „There will be no blood“ beschäftigt sich mit Menstruation und Körperbildern, „Wir müssen spielen oder: Quatsch keine Opern“ lotet Sprache, Zuhören und Verständigung aus.
„re-“ verbindet Tanz, Klangkunst und Videoinstallation mit Fragen nach Maskulinität und Resonanz, während „Stücke für Jetzt Vol. 3“ die Welt der Träume als poetischen, widerständigen Raum öffnet. „An den Grenzen des Pulses“ wiederum macht den Herzschlag als kollektives Klang- und Installationserlebnis erfahrbar.
Termine und Orte
Den Auftakt macht am Mittwoch, 6. Mai, um 19:30 Uhr „There will be no blood“ im Studio des Hessischen Staatstheaters, Christian-Zais-Straße 3. Es folgen unter anderem Aufführungen im Kunsthaus, im Georg Buch Haus und in der Wartburg.
Die Veranstaltungen laufen im Mai an mehreren Tagen weiter. Für „An den Grenzen des Pulses“ ist zusätzlich eine kostenfreie Installation vom 20. bis 31. Mai im Kunsthaus vorgesehen, das Konzert findet dort am 29. Mai um 19:30 Uhr statt.
Förderung für die freie Szene
Das Projektstipendium wurde aufgelegt, um die freie Szene in Wiesbaden sichtbarer zu machen und künstlerische Experimente zu unterstützen. Laut Stadt erhalten die ausgewählten Vorhaben nicht nur Fördermittel, sondern auch Auftrittsmöglichkeiten im Rahmen der Internationalen Maifestspiele.
Die Initiative setzt bewusst auf Vielfalt, Gegenwart und neue Formen der künstlerischen Auseinandersetzung. Für Wiesbaden bedeutet das ein Kulturprogramm, das nicht nur präsentiert, sondern auch Debatten anstößt und Räume für neue Perspektiven eröffnet.
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InfoBox
1. There will be no blood (Performance)
Dieses Stück widmet sich einem Thema, das noch immer oft schamhaft umschifft wird: der Menstruation. Die Performance erkundet den weiblichen Körper zwischen katholischer Prägung der Teenagerjahre und dem späteren Versiegen der Hormonkraft. Eine mutige Neudeutung einer lebensverändernden Phase.
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Wann: Mittwoch, 6. Mai, 19:30 Uhr
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Wo: Studio, Hessisches Staatstheater
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Eintritt: 18 € / ermäßigt 9 €
2. Wir müssen spielen oder: Quatsch keine Opern (Konzertante Performance)
Das art.ist.kollektiv nimmt unsere tägliche Kommunikation unter die Lupe. In einer Welt, in der viel geredet, aber kaum zugehört wird, übersetzen die Künstler Sprache in Rhythmus und Melodie. Ein spielerischer Versuch der Verständigung im „babylonischen Durcheinander“.
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Wann: Samstag, 9. Mai, 19:30 Uhr
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Wo: Kunsthaus, Schulberg 10
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Eintritt: 18 € / ermäßigt 9 €
3. re- (Tanz, Klangkunst, Installation)
Diese Produktion von Air Italics widmet sich der Figur des Ritters und der Re-alisierung von Maskulinität. Zwischen historischer Realität und märchenhafter Romantik sucht das Ensemble nach einer weichen, resonanten Form von Männlichkeit im Raum.
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Wann: Freitag, 15. Mai (19:30 Uhr) & Samstag, 16. Mai (16:00 Uhr)
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Wo: Georg-Buch-Haus, Wellritzstraße 38
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Eintritt: 18 € / ermäßigt 9 €
4. Stücke für Jetzt Vol. 3 – Das unheimliche Aufbegehren der Träume
Was passiert, wenn unsere Träume ein rebellisches Eigenleben führen? Das Performancekonzert öffnet einen surrealen Raum, in dem Träume zu Tönen werden und wuchernde Körpergebilde erschaffen. Ein Blick in unsere kollektive Traumzone.
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Wann: Mittwoch, 20. Mai, 19:30 Uhr
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Wo: Wartburg, Schwalbacher Straße 51
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Eintritt: 18 € / ermäßigt 9 €
5. An den Grenzen des Pulses (Konzert & Installation)
Hier wird der menschliche Herzschlag zur Musik. Mittels Live-Elektronik und einer interaktiven Klangskulptur werden die Pulse der Performer direkt auf Perkussionsobjekte übertragen. Der unsichtbare Rhythmus des Lebens wird im Raum physisch spürbar.
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Installation: 20. bis 31. Mai (Eintritt frei während der Öffnungszeiten)
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Konzert: Freitag, 29. Mai, 19:30 Uhr
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Wo: Kunsthaus, Schulberg 10
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Eintritt (Konzert): 18 € / ermäßigt 9 €
Service-Infos & Tickets
Detaillierte Informationen zu den Projekten finden Sie unter www.wiesbaden.de/projektstipendium-maifestspiele. Karten für alle Aufführungen sind online über www.maifestspiele.de erhältlich.


