FernsehKrimi-Festival 2026

Tatort‑Legenden ausgezeichnet: Großer Abend im Caligari

In Wiesbaden wurden Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl beim Deutschen FernsehKrimi‑Festival mit dem Ehrenpreis geehrt. Die Auszeichnung würdigt ihr jahrzehntelanges Wirken als Tatort‑Duo und bildete einen Höhepunkt des Abends.

Von: |Erschienen am: 4. Mai 2026 12:42|

Foto: Jason Sellers / Deutsches-FernsehKrimi-Festival.

Großer Applaus in der Caligari FilmBühne: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl sind beim 22. Deutschen FernsehKrimi‑Festival mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet worden.

Das Publikum feierte die beiden Schauspieler, die als Münchner Tatort‑Kommissare Batic und Leitmayr über Jahrzehnte Fernsehgeschichte geschrieben haben.

Langjährige Tatort‑Karriere gewürdigt

Seit 35 Jahren stehen Nemec und Wachtveitl gemeinsam vor der Kamera, in insgesamt 100 Folgen. Die Auszeichnung nahmen sie sichtlich bewegt entgegen. „35 Jahre – es war wirklich ein Traum“, sagte Udo Wachtveitl und betonte die enge Verbindung zum Münchner Tatort‑Kosmos:

„Dass die Leute uns so angenommen haben und wir so mit dieser Stadt vernäht wurden, mit München. Das war ein großes Glück!“

Humorvolle Einblicke hinter die Kulissen

Miroslav Nemec ergänzte mit einem Augenzwinkern eine Anekdote aus dem Arbeitsalltag: „Wir haben jetzt sogar freien Eintritt in die Polizeikantine.

Beim Bayerischen Rundfunk dürfen wir auch in die Kantine. Wir haben Zugangskärtchen bekommen, das eine vom Polizeipräsidenten und das andere von unserem Innenminister Herrmann.“

Lob aus Politik und Kultur

Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, würdigte das Duo als Publikumslieblinge: „Das Münchener Tatort‑Duo steht für hochklassige Unterhaltung, aber auch Eigensinn in der filmischen Umsetzung – das macht seinen Reiz und Erfolg aus.“ Krimis seien ein fester Bestandteil der deutschen Unterhaltungskultur, das Festival erkunde dieses Genre und schaffe neue Verbindungen zwischen Film‑ und Fernsehkunst.

Ferdinand Hofer, Überraschungslaudator des Abends und langjähriger Kollege der beiden, hob die Bedeutung ihrer Arbeit hervor: „35 Jahre. 100 Filme. Je 90 Minuten. Das sind 9.000 Minuten Fernsehgeschichte.“ Er betonte die Mischung aus Talent, Disziplin und Spielfreude, die das Duo auszeichne.

Einzigartige Präsenz im Tatort

Jurymitglied Liane Jessen hob in ihrer Laudatio die besondere Ausstrahlung der beiden Schauspieler hervor: „Da gibt es so etwas wie Haltung, da gibt es so etwas wie Blicke, die mehr als Drehbuch sagen. Da gibt es einen Wortwitz, der einmalig ist im Tatort.“

Ihre Verbundenheit mit den Figuren und Themen sei stets spürbar gewesen.

Bedeutung für Wiesbaden als Kulturstandort

Michael Meiers, Vorstand der SV SparkassenVersicherung, betonte die kulturelle Relevanz der Auszeichnung: „Der Ehrenpreis stärkt das kulturelle Profil Wiesbadens und unterstreicht die Bedeutung der Stadt als Kulturstandort.“ Die SV SparkassenVersicherung ist seit diesem Jahr Stifterin des Ehrenpreises.

Start des Festivalprogramms

Mit der Preisverleihung begann zugleich ein umfangreiches Festivalprogramm. Am Abend startete der Wettbewerb um die Krimiserie des Jahres.

In den folgenden Tagen treten zehn Produktionen im Wettbewerb um den Deutschen FernsehKrimi‑Preis an. Zahlreiche Schauspielerinnen, Schauspieler, Regisseurinnen und Regisseure werden in Wiesbaden erwartet.

Diskussionen und Nachwuchsförderung

Am Donnerstag widmet sich eine Gesprächsrunde dem Thema Rechtsextremismus im Fernsehfilm. Anschließend präsentieren prominente Lesepatinnen und Lesepaten vier nominierte Drehbuchstoffe im Nachwuchswettbewerb „Tatort rechtsaußen“.

Preisverleihung und Abschlussnacht

Die Preisverleihung des FernsehKrimi‑Festival findet am Freitag, 8. Mai, um 20:00 Uhr im Caligari in Wiesbaden statt. Moderiert wird sie, wie beim Ehrenpreis für Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, erneut von Filmjournalist Knut Elstermann. Den Abschluss bildet am 9. Mai die Lange FernsehKrimi‑Nacht, bei der alle zehn Wettbewerbsfilme bis in den Morgen gezeigt werden.

Begleitausstellung in der AtriumGalerie

Bis zum 30. August ist zudem die Ausstellung „febris“ des Erfurter Künstlers Michal Schmidt in der SV AtriumGalerie zu sehen. Seine Werke thematisieren moderne Krisen wie Naturkatastrophen, geopolitische Konflikte und gesellschaftliche Ängste.

Weitere Informationen und Tickets unter www.fernsehkrimifestival.de.

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