Gesundheitsrisiko
Gefährliche Mitbewohner: Wiesbaden im Fokus der Tigermücken-Bekämpfung
Sie ist klein, aggressiv und kann gefährliche Krankheiten übertragen. Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Hessen weiter aus. Auch Wiesbaden gehört zu den Gebieten mit bereits etablierten Populationen. Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz ruft nun die Bürger zur Mithilfe auf – denn die beste Zeit für Schutzmaßnahmen ist genau jetzt.
Foto: Jmaes Gathany
Der Klimawandel zeigt in den heimischen Gärten seine Schattenseiten. Mit den steigenden Temperaturen fühlt sich die Asiatische Tigermücke in der Region immer wohler. Was früher als exotische Ausnahme galt, ist in Wiesbaden mittlerweile bittere Realität: Die Stadt ist offiziell als einer der Standorte in Hessen gelistet, in denen die Mücke bereits fest ansässig ist.
Gesundheitsministerin warnt – „Die Zeit ist jetzt“
Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz bittet die hessischen Bürgerinnen und Bürger eindringlich um Mithilfe. „Um die Ausbreitung der Tigermücke zu verhindern, ist es sinnvoll, jetzt das eigene Grundstück zu kontrollieren und mögliche Brutstätten abzudecken oder zu verhindern“, so Stolz. Ziel ist es, das Schlüpfen der Larven bereits im Keim zu ersticken.
Zwar wurde eine Übertragung von tropischen Krankheitserregern wie dem Dengue- oder Chikungunya-Virus in Deutschland bisher noch nicht nachgewiesen, doch das Risiko steigt. Durch Reiserückkehrer werden die Erreger regelmäßig eingeschleppt. Treffen diese auf eine dichte Population der Tigermücke, könnten lokale Infektionsketten entstehen – ein Szenario, das im Jahr 2025 in Italien bereits zu einem Ausbruch mit über 300 Fällen führte.
So erkennen und melden Sie die Tigermücke
Das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) ist auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen, um das Monitoring der Ausbreitung zu verbessern.
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Der Verdacht: Wenn Sie eine Mücke sichten, die auffällig schwarz-weiß gemustert ist und auch tagsüber sehr aggressiv sticht, könnte es sich um die Asiatische Tigermücke handeln.
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Die Meldung: Schicken Sie aussagekräftige Fotos per E-Mail an klima@hlfgp.hessen.de.
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Wichtig: Geben Sie den Ort und den Straßennamen (ohne Hausnummer) an, um die wissenschaftliche Auswertung zu ermöglichen.
Checkliste für den eigenen Garten – Brutstätten verhindern
Tigermücken sind „Containerschlüpfer“. Sie benötigen nur kleinste Mengen Wasser für ihre Eier. Jede noch so kleine Pfütze kann zur Kinderstube für hunderte Mücken werden.
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Regentonnen: Diese sollten lückenlos abgedichtet sein (z.B. mit feinmaschigen Netzen).
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Stehendes Wasser: Leeren Sie Untersetzer von Blumentöpfen, Gießkannen, Eimer oder Kinderspielzeug regelmäßig aus.
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Vogeltränken: Das Wasser sollte mindestens einmal pro Woche komplett gewechselt werden.
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Dachrinnen: Kontrollieren Sie, ob das Wasser ungehindert abfließen kann oder ob sich dort kleine Tümpel gebildet haben.
Wiesbaden als Hotspot in Hessen
Neben Frankfurt, Darmstadt und dem Main-Taunus-Kreis gehört Wiesbaden zu den neun hessischen Gebieten, in denen die Tigermücke nicht mehr nur vereinzelt auftritt, sondern fest etabliert ist. Da die Populationen immer weiter Richtung Nordhessen vordringen, gewinnt die lokale Bekämpfung in der Landeshauptstadt massiv an Bedeutung, um die Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung gering zu halten.
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