Kundgebung

Tag der Befreiung: Demo in Wiesbaden setzt Zeichen gegen Rechts und für das Erinnern

„Nie wieder Faschismus“: Zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ruft ein breites Wiesbadener Bündnis am Freitag, 8. Mai, zur Demonstration auf. Die Initiative "Der 8. Mai muss ein Feiertag werden“ fordert eine aktive Erinnerungskultur und bezieht klar Stellung gegen rechtsextreme Tendenzen in der aktuellen Politik.

Von: |Erschienen am: 3. April 2026 16:47|

Foto: Veranstalter

Es ist ein Datum von welthistorischer Bedeutung: Der 8. Mai markiert den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und das Ende des Vernichtungskrieges. In Wiesbaden wird dieser Tag auch 2026 mit einer großen Demonstration begangen. Ein zivilgesellschaftliches Bündnis möchte die Bedeutung dieses Datums tief im Bewusstsein der Stadtgesellschaft verankern und fordert weiterhin, Freitag, 8. Mai, offiziell als gesetzlichen Feiertag anzuerkennen.

Sichtbares Zeichen an der Ringkirche

Bereits im Vorfeld der Demonstration wurde ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt. In Kooperation mit der Initiative hat die Ringkirchengemeinde Anfang April ein Banner mit der Aufschrift „8. Mai – Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“ an der Kirchenfassade angebracht. Damit unterstreicht die Gemeinde die Relevanz der aktiven Erinnerungsarbeit in der Landeshauptstadt.

Kritik an aktueller Politik und Forderung nach AfD-Verbot

Die Veranstalter schlagen in ihrem Aufruf eine Brücke von der Geschichte zur Gegenwart. Die Initiative warnt eindringlich vor dem Erstarken rechtsextremer Kräfte. „Heute sitzen wieder Faschisten in den Parlamenten“, heißt es im Aufruf. Insbesondere die Strategien der AfD werden scharf kritisiert und mit historischen Mustern der NSDAP verglichen.

Neben der Forderung nach einem Verbot der AfD spart das Bündnis jedoch auch nicht mit Kritik an den etablierten Parteien wie CDU/CSU, SPD und Grünen. Ihnen wird vorgeworfen, durch eine Verschärfung der Asylpolitik den Alltagsrassismus zu befördern und die Argumentationsmuster rechter Kräfte zu verstärken.

Route der Erinnerung – Gedenkorte im Fokus

Die Demonstration am Freitag, 8. Mai, ist als Marsch zu zentralen Mahnmalen der Stadt konzipiert:

  1. Auftakt um 16:00 Uhr: Beginn am Kochbrunnen / Fritz-Bauer-Anlage.

  2. Zwischenkundgebung: Am Mahnmal für die deportierten und ermordeten Sinti und Roma in der Bahnhofstraße. Hier wird Ricardo Lenzi-Laubinger, der Vorsitzende der Sinti Union Hessen, eine Rede halten.

  3. Abschluss: Am Deportationsmahnmal an der ehemaligen Schlachthoframpe (Kulturzentrum Schlachthof).

An den Gedenkorten werden im Rahmen der Demonstration Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet, um der Millionen Opfer des NS-Regimes würdig zu gedenken.

Aufruf an alle Wiesbadener

Das Bündnis lädt alle Bürgerinnen und Bürger aus Wiesbaden und Umgebung ein, sich dem Zug anzuschließen. Ziel ist es, eine klare Haltung für Toleranz, Vielfalt und Solidarität einzunehmen – ganz im Geiste des Artikels 1 der Menschenrechte: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“

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InfoBox

Die zentralen Forderungen der Demo:

  • Der 8. Mai muss ein gesetzlicher Feiertag werden.

  • Aktive Erinnerung und breiter Widerstand gegen Rechts.

  • Ein klares „Nie wieder Faschismus“.

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