Ferienprojekt

Kinder präsentieren ihre Traumstadt in der Reduit

Eine Woche lang haben Wiesbadener Kinder in Kastel erlebt, wie eine Stadt entsteht, mit eigenen Regeln, Berufen und Entscheidungen. Zum Abschluss zeigten sie, was in ihrer kleinen Stadt gewachsen ist und wie viel Kreativität in ihnen steckt.

Von: |Erschienen am: 9. April 2026 12:36|

Archivfoto

Mit einer Präsentation im Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrum Reduit ist das Osterferien-Planspiel „Unsere kleine Stadt 2026“ feierlich zu Ende gegangen. Eine Woche lang hatten Kinder der 1. bis 6. Klasse die Gelegenheit, ihre eigene kleine Stadt aufzubauen, Berufe auszuprobieren und gemeinsam Regeln für ihr Zusammenleben zu entwickeln.

Am Donnerstag, 2. April, stellten sie Eltern und Gästen vor, wie ihre Stadt im Laufe der Woche Form angenommen hat. Wiesbadens Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher (SPD) war vor Ort und würdigte das Engagement der Kinder sowie des Teams der Reduit.

Stadt erleben im Rollenwechsel

Im Planspiel konnten die Kinder in verschiedene Rollen schlüpfen und erleben, wie eine Stadt funktioniert. Im „Jobcenter“ wählten sie täglich neue Tätigkeiten: handwerkliche Arbeiten, Nachrichtenproduktion im Kinder-TV-Studio, Entscheidungen im Rathaus oder Aufgaben in der Bank.

Auch ein Kaufhaus und ein Café gehörten zum Stadtalltag. Wer wollte, konnte sich zur Bürgermeisterwahl aufstellen lassen und versuchen, die eigenen Wahlversprechen umzusetzen.

Spielerisch lernen

„Hier erleben Kinder auf spielerische Weise, wie eine Stadt funktioniert und wie wichtig es ist, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam Entscheidungen zu treffen“, sagte Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher.

„Sie probieren Berufe aus, diskutieren miteinander und gestalten Regeln für ihr Zusammenleben. Solche Erfahrungen stärken Selbstvertrauen und zeigen, dass Beteiligung und Demokratie schon im Kleinen beginnen.“

Mitbestimmung im Mittelpunkt

Im Laufe der Woche entwickelten die Kinder ihre Stadt stetig weiter. In regelmäßigen Vollversammlungen konnten sie Anliegen einbringen und gemeinsam entscheiden, welche Regeln gelten oder welche Projekte umgesetzt werden. Das Planspiel ist bewusst offen gestaltet, sodass die Ideen der Kinder den Verlauf bestimmen.

Lange Tradition in der Reduit

Das Ferienprojekt knüpft an eine langjährige Tradition an. Seine Ursprünge reichen bis 2004 zurück, als mit dem „Kinder Campus“ die erste Kinderuni in Wiesbaden startete. Daraus entstand später das Stadtspiel „Mini Wiesbaden“, aus dem schließlich „Unsere kleine Stadt“ hervorging. Nach einer Pause wurde das beliebte Format in diesem Jahr wieder aufgegriffen.

„Kinder erleben hier, dass ihre Ideen zählen und dass sie ihre Umgebung mitgestalten können“, betonte Dr. Becher. „Solche Angebote sind wichtig, weil sie zeigen, wie Beteiligung funktioniert und wie viel Kreativität in Kindern steckt.“

Abschlussführung durch die Kinderstadt

Zum Ende der Ferienwoche führten die im Planspiel gewählte Bürgermeisterin und der Bürgermeister die Gäste durch die verschiedenen „Betriebe“ und Stationen der Kinderstadt. Eltern und Ehrengäste konnten dabei nachvollziehen, wie sich „Unsere kleine Stadt 2026“ im Laufe der Woche entwickelt hatte.

Mitmachen über das Planspiel hinaus

Wer eigene Ideen für Kastel, Kostheim oder Amöneburg einbringen möchte, kann dies weiterhin im Kinderzentrum tun. Das Kinderparlament Kastel, das sich am 5. Februar konstituiert hat, greift solche Anliegen auf und diskutiert sie weiter.

Organisiert wurde das Planspiel „Unsere kleine Stadt“ vom Team des Kinder-, Jugend- und Stadtteilzentrums Reduit, das die Kinder durch die gesamte Woche begleitete. Ziel des Projekts ist es, eine abwechslungsreiche Ferienzeit zu bieten und gleichzeitig spielerisch zu vermitteln, wie Gemeinschaft, Verantwortung und demokratische Prozesse funktionieren.

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