Verkehrsüberwchnung
„Carfreitag“ in Hessen: Polizei stoppt Raser und Tuning-Exzesse – Kontrollen in Wiesbaden
Statt stiller Feiertage gab es für Hessens Polizei am Karfreitag alle Hände voll zu tun. Beim bundesweiten Kontrolltag "Carfreitag“ nahm die Polizei die Tuning- und Raser-Szene ins Visier. Auch in Wiesbaden wurde an mehreren Stellen im Stadtgebiet scharf kontrolliert – mit deutlichen Konsequenzen für uneinsichtige Fahrer.
Symbolfoto
Der Karfreitag hat sich in der Tuning-Szene längst als „Carfreitag“ etabliert. Doch was als friedliches Treffen von Autoliebhabern gedacht ist, artet immer wieder in gefährliche Raserei, illegale Autorennen und lärmendes „Autoposing“ aus. Um diesen Exzessen entgegenzuwirken, setzte die hessische Polizei am Freitag, 3. April, auf ein massives Aufgebot an Spezialkräften.
Über 900 Fahrzeuge kontrolliert: 208 km/h auf der Autobahn
Landesweit waren 237 Einsatzkräfte, unterstützt durch die Bereitschaftspolizei und hochspezialisierte Tuning-Experten, im Einsatz. Die Bilanz der Kontrollen ist erschreckend: Insgesamt wurden in Hessen 936 Fahrzeuge überprüft. Dabei stellten die Beamten 36 Straftaten und stolze 1.266 Ordnungswidrigkeiten fest. In 21 Fällen war die Fahrt noch vor Ort beendet – die Polizei untersagte die Weiterfahrt wegen technischer Mängel oder fehlender Betriebserlaubnisse.
Den negativen Geschwindigkeits-Rekord stellte ein Fahrer auf einer Autobahn auf. Dieser wurde mit 208 km/h gemessen – erlaubt waren an dieser Stelle lediglich 120 km/h.
Kontrollen in Wiesbaden – Stadtgebiet im Visier
Auch in der hessischen Landeshauptstadt blieb es nicht beim bloßen Zuschauen. Die Wiesbadener Polizei führte an mehreren strategischen Punkten im Stadtgebiet gezielte Kontrollen durch. Besonders im Fokus standen hierbei nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch unzulässige technische Veränderungen an den Fahrzeugen sowie unnötiger Lärm durch aufheulende Motoren in der Innenstadt.
Zivilstreifen und Experten der Kontrollgruppe „Argus“ waren bis in die späten Abendstunden unterwegs, um riskantes Fahrverhalten konsequent zu unterbinden.
„Illegale Rennen sind keine Bagatelle“
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) fand deutliche Worte für das rücksichtslose Verhalten einiger Fahrer. Er betonte, dass die Zahl der Strafanzeigen wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen massiv gestiegen sei – von 267 Anzeigen im Jahr 2024 auf 403 Anzeigen im vergangenen Jahr (ein Plus von über 50 Prozent).
„Raser und Profilierungsfahrer sind eine erhebliche Gefahr. Mit ihrem rücksichtslosen und egoistischen Fahrstil gefährden sie andere Verkehrsteilnehmer teilweise sogar lebensbedrohlich“, so Poseck.
Moderne Technik gegen die Raser-Szene
Die Polizei setzt verstärkt auf digitale Videotechnik und zivile Videostreifenfahrzeuge, um gefährliches Rasen rechtssicher zu dokumentieren. Ziel ist es, den Kontrolldruck das ganze Jahr über hochzuhalten, nicht nur am „Carfreitag“. Das klare Ziel der Landesregierung: Die Straßen Hessens für alle sicher zu machen und illegale Rennen bereits im Keim zu ersticken.
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