Wissens-Talk
Wie sicher ist Wiesbaden? Die spannende Vortragsreihe „Wissenschaft findet Stadt“ gibt Informationen
Blackout-Vorsorge, Kriminalitätsstatistik und Krisenmodus: Unter dem Motto "Sicherheit“ laden Wiesbadener Hochschulen ab dem 22. April zu einer hochkarätigen Vortragsreihe ein. In der Mauritius-Mediathek präsentieren Experten ihre Forschungsergebnisse und diskutieren mit den Bürgern über die brennenden Fragen unserer Zeit. Der Eintritt ist frei.
Symbolfoto
In einer Welt, die gefühlt immer unruhiger wird, rückt ein Bedürfnis besonders in den Fokus: die Sicherheit. Doch was bedeutet Sicherheit eigentlich für den Einzelnen und für unsere Stadt? Die beliebte Reihe „Wissenschaft findet Stadt“ widmet sich in diesem Frühjahr genau diesem Schwerpunktthema. An vier Abenden im April, Mai und Juni verwandelt sich die Wiesbadener Stadt- und Musikbibliothek in der Mauritius-Mediathek in ein Forum für Wissensdurstige.
Strategische Resilienz – Was passiert im Ernstfall?
Den Auftakt macht am Mittwoch, 22. April, Prof. Dr. Dr. Philipp Hans Merkt von der Hochschule Fresenius. Unter dem Titel „Strategische Resilienz & Krisenmodus“ beleuchtet er ein brisantes Szenario: Was geschieht mit der staatlichen Sicherheitsarchitektur, wenn Einsatzkräfte bei einem großflächigen Stromausfall oder Lebensmittelknappheit zuerst ihre eigenen Familien schützen müssen? Der Vortrag zeigt auf, wie Eigenvorsorge und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Krisenzeiten ineinandergreifen müssen, um die Stabilität zu wahren.
Blackout-Schutz – Privathaushalte als „Strominseln“
Am Mittwoch, 6. Mai, rückt die technische Sicherheit in den Mittelpunkt. Prof. Dr. Heinz Werntges (Hochschule RheinMain) referiert über „Lokale Strominseln“. Angesichts jüngster Sabotageakte auf das Stromnetz erklärt der Experte, wie Haushalte mit Photovoltaik-Anlagen durch geringen Mehraufwand autark werden können. So werden private Dächer zu Bausteinen eines öffentlichen Sicherheitsnetzes, das die gesamte Gesellschaft resilienter gegen Blackouts macht.
Gefühlte vs. echte Sicherheit – Warum Zahlen oft nicht beruhigen
Ein Phänomen, das viele Wiesbadener bewegt, wird am Mittwoch, 20. Mai, thematisiert: Die Diskrepanz zwischen offiziellen Kriminalstatistiken und dem persönlichen Sicherheitsgefühl. Prof. Dr. Kristin Wolf von der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit analysiert, warum wir uns oft unsicher fühlen, obwohl die Zahlen eine andere Sprache sprechen. Grundlage ist die aktuelle Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“.
Psychologie der Unsicherheit – Wie wir stabil bleiben
Den Abschluss der Reihe bildet am Mittwoch, 10. Juni, der Vortrag von Prof. Dr. Tanja Gabriele Baudson (Charlotte Fresenius Hochschule) zum Thema „Unsicherheitstoleranz“. In Zeiten komplexer Krisen neigen Menschen oft zu Schwarz-Weiß-Denken. Die Psychologin erklärt, welche Persönlichkeitsmerkmale uns helfen, unangenehme Spannungszustände zu regulieren und wie man bereits von klein auf lernt, mit einer unsicheren Zukunft konstruktiv umzugehen.
Wissenschaft zum Anfassen – Dialog im Netzwerk
„Wissenschaft findet Stadt“ ist ein Projekt des Wiesbadener Netzwerks der Wissenschaft. Ziel ist es, die Forschung der fünf Wiesbadener Hochschulen direkt zu den Bürgerinnen und Bürgern zu bringen. Nach jedem Vortrag gibt es die Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion in entspannter Atmosphäre.
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InfoBox
Alle Termine im Überblick:
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Wann: 22. April / 6. Mai / 20. Mai / 10. Juni 2026
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Uhrzeit: Jeweils um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:45 Uhr)
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Wo: Stadt- und Musikbibliothek in der Mauritius-Mediathek, Hochstättenstraße 6-10, Wiesbaden
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Eintritt: Frei


