Arbeitsmarkt

Wiesbadens Jobmarkt tritt trotz Frühjahrsbelebung auf der Stelle

Die Zahlen geben sich geringfügig freundlicher, doch der Schein trügt: In Wiesbaden bewegt sich der Arbeitsmarkt zwar in die richtige Richtung aber nur sehr zaghaft. Hinter dem leichten Rückgang verbergen sich strukturelle Probleme und ein Stellenmarkt, der nicht richtig in Fahrt kommt. Wer genauer hinschaut, erkennt: Der Aufschwung lässt weiter auf sich warten.

Von: |Erschienen am: 31. März 2026 17:12|

Archivfoto

Im Agenturbezirk Wiesbaden, der die Stadt Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis umfasst, ist die Arbeitslosenquote im März leicht auf 7,1 Prozent gesunken. Die Entwicklung entspricht dem typischen saisonalen Verlauf, bleibt jedoch hinter einer echten Belebung des Arbeitsmarkts zurück.

Zwar gibt es Entlastung bei jüngeren Arbeitslosen, doch insbesondere ältere Menschen profitieren weiterhin weniger von den aktuellen Bewegungen. Auch der Stellenmarkt zeigt sich verhalten: Neueinstellungen finden statt, reichen aber nicht aus, um dem Arbeitsmarkt spürbar mehr Dynamik zu verleihen.

Einschätzung der Arbeitsagentur

„Im März zeigt sich am Arbeitsmarkt die übliche saisonale Bewegung“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. Viele Übergänge in Beschäftigung kämen weiterhin zustande, erläutert sie, benötigten aber mehr Zeit.

„Gerade dort, wo Anforderungen und Qualifikationen nicht unmittelbar zusammenpassen, bleibt der Weg in Arbeit anspruchsvoll.“ Kessler betont zudem, dass gemeldete Stellen die Grundlage für erfolgreiche Vermittlung bleiben. Die Agentur unterstütze Arbeitsuchende mit Beratung, Vermittlung und Qualifizierung und stehe gleichzeitig Betrieben bei Personalfragen zur Seite.

Zahlen für den Agenturbezirk Wiesbaden

Im März waren im Bezirk Wiesbaden 18.909 Menschen arbeitslos gemeldet, 151 weniger als im Februar, aber 573 mehr als vor einem Jahr. Die Quote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 7,1 Prozent.
Im Rechtskreis SGB III waren 5.941 Personen arbeitslos, im SGB II 12.968. Rund 69 Prozent aller Arbeitslosen wurden durch die Jobcenter betreut.

Insgesamt meldeten sich 2.864 Menschen neu arbeitslos, 1.124 davon direkt aus Beschäftigung. Gleichzeitig beendeten 3.025 Personen ihre Arbeitslosigkeit, darunter 1.014 mit Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.

Stellenmarkt und Beschäftigung

651 neue Stellen wurden im März gemeldet, ein Plus sowohl zum Vormonat als auch zum Vorjahr. Besonders gefragt sind Fachkräfte in den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, technische Dienstleistungen, öffentliche Verwaltung sowie Baugewerbe.

Der Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag zum Stichtag 30. September 2025 bei 199.256 Personen und damit leicht über dem Vorjahresniveau.

Arbeitsmarkt in der Stadt Wiesbaden

In der Stadt Wiesbaden sank die Arbeitslosigkeit im März auf 13.478 Personen. Das entspricht 156 weniger als im Februar, aber 368 mehr als im Vorjahr. Die Quote lag bei 8,2 Prozent.

Im SGB III waren 3.876 Menschen arbeitslos, im SGB II 9.602. Insgesamt meldeten sich 2.048 Personen neu arbeitslos, während 2.220 ihre Arbeitslosigkeit beendeten.  433 neue Stellen wurden gemeldet, sodass 1.410 offene Stellen im Bestand waren.

Entwicklung im Rheingau-Taunus-Kreis

Im Rheingau-Taunus-Kreis stieg die Arbeitslosigkeit leicht auf 5.431 Personen. Das sind fünf mehr als im Februar und 205 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 5,3 Prozent.

2.065 Menschen waren im SGB III arbeitslos, 3.366 im SGB II. 816 Personen meldeten sich neu arbeitslos, 805 beendeten ihre Arbeitslosigkeit. 218 neue Stellen wurden gemeldet, insgesamt standen 878 offene Stellen zur Verfügung.

Gesamtbild bleibt verhalten

Trotz leichter saisonaler Entspannung bleibt der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Wiesbaden herausfordernd. Während einige Gruppen profitieren, zeigt sich insgesamt weiterhin ein verhaltener Trend. Die Arbeitsagentur setzt auf Beratung, Qualifizierung und enge Zusammenarbeit mit Betrieben, um die Vermittlungschancen am Stellenmarkt zu verbessern.

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