Verkehrstipps
Sommerzeit startet: ADAC warnt vor Müdigkeit und Wildwechsel
Wenn am Wochenende auch in Wiesbaden die Uhren vorgestellt werden, verändert sich nicht nur der Tagesrhythmus. Auch auf den Straßen verschieben sich Abläufe mit Folgen für Mensch und Tier. Der ADAC erklärt, warum die kommenden Tage besondere Aufmerksamkeit verlangen und welche Situationen jetzt schnell gefährlich werden können.
Fotos: ADAC Hessen-Thüringen e.V. / Steve Bauerschmidt
Die Uhr wird in der Nacht auf Sonntag 29. März eine Stunde vorgestellt und damit beginnt für viele Autofahrer eine Phase, in der Aufmerksamkeit besonders gefragt ist.
Der ADAC Hessen-Thüringen weist darauf hin, dass die Umstellung nicht nur den Tagesrhythmus verändert, sondern auch Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit hat.
Müdigkeit nach der Zeitumstellung
Die verlorene Stunde kann den Biorhythmus durcheinanderbringen. Einige Menschen reagieren mit Müdigkeit oder eingeschränkter Konzentration, Faktoren, die das Unfallrisiko erhöhen.
Verkehrsexperte Wolfgang Herda rät: „Um die Anpassung an die Sommerzeit zu erleichtern, hilft Bewegung an der frischen Luft, wie spazieren gehen oder Rad fahren. Zudem kann es sinnvoll sein, die Tage vor der Zeitumstellung früher schlafen zu gehen, um die innere Uhr umzugewöhnen.“
Mehr Wildunfälle in den Morgenstunden
Mit der Zeitumstellung verschiebt sich auch der Berufsverkehr und fällt nun häufiger in die aktive Phase vieler Wildtiere. Statistisch ereignet sich in Deutschland alle 2,5 Minuten ein Wildunfall. In Hessen wurden im Jagdjahr 2024/2025 insgesamt 13.740 Stück Schalenwild im Straßenverkehr erfasst, davon 12.004 Rehe. Besonders kritisch sind Landstraßen entlang von Wäldern und Feldern in den frühen Morgenstunden zwischen 6:00 und 9:00 Uhr.
Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen erklärt: „Hinzu kommt, dass junge Böcke auf der Suche nach einem eigenen Revier oft unruhig unterwegs sind und Straßen unvermittelt queren. Vor allem mit Rehen kommt es im April und Mai regelmäßig zu vielen Unfällen während des morgendlichen Berufsverkehrs.“
Tempo anpassen und Warnschilder beachten
Verkehrsschilder weisen auf Strecken mit häufigem Wildwechsel frühzeitig auf Gefahren hin – werden aber oft übersehen. Schon eine moderate Temporeduktion kann entscheidend sein: Wer von 80 auf 60 km/h abbremst, verkürzt den Anhalteweg um rund 20 Meter.
Richtig reagieren bei Wild auf der Fahrbahn
Stehen Tiere auf oder neben der Straße, sollten Autofahrer bremsen, hupen und das Licht abblenden. „Besonders gefährlich in solchen Situationen sind plötzliche Manöver, um Wildtieren auszuweichen“, warnt Wolfgang Herda. „Dadurch riskiert man Unfälle mit dem Gegenverkehr oder das Abkommen von der Fahrbahn.“
Da viele Wildarten in Gruppen unterwegs sind, ist nach der Sichtung eines Tieres besondere Vorsicht geboten. Ist ein Zusammenstoß unvermeidbar, sollte das Lenkrad gerade gehalten und kräftig gebremst werden. Nach einem Unfall müssen Polizei und Jäger informiert und die Unfallstelle gesichert werden.
Versicherungsfälle und Wilderer
Für die Versicherung ist eine Wildunfallbescheinigung notwendig. „Diese wird von der Polizei oder dem Jagdpächter bereits am Unfallort ausgestellt und muss der Versicherung vorgelegt werden“, so Herda.
Wichtig zu wissen: Verletzte oder tote Tiere dürfen nicht mitgenommen werden – das gilt als Wilderei und ist strafbar.
Aufmerksames Fahren bleibt entscheidend
Die Kombination aus Müdigkeit und erhöhtem Wildwechsel macht die Tage nach der Zeitumstellung besonders unfallträchtig. Der ADAC empfiehlt daher, aufmerksam zu fahren, Warnschilder ernst zu nehmen und das eigene Fahrverhalten bewusst anzupassen.
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In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren auf Sommerzeit umgestellt – eine Stunde Schlaf geht verloren. Das […]

