Kriminalstatistik 2025

Wiesbaden bleibt zweitsicherste Großstadt Hessens – Aber es gibt auch Schattenseiten

Die Landeshauptstadt Wiesbaden festigt ihren Ruf als eines der sichersten Pflaster in Hessen. Trotz eines leichten Anstiegs der Gesamtstraftaten im Jahr 2025 punktet die Polizei mit einer höheren Aufklärungsquote und einem deutlichen Rückgang bei Messerangriffen sowie Straßenkriminalität. Doch eine Schattenseite bleibt: Die Gewalt gegen Polizisten, Sanitäter und Feuerwehrleute erreicht neue Höchststände.

Von: |Erschienen am: 24. März 2026 13:01|

Symbolfoto

Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 sendet eine klare Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt: Wiesbaden bleibt sicher. Im Vergleich der hessischen Großstädte belegt Wiesbaden erneut den zweiten Platz der sichersten Kommunen. Während die Polizei mehr Ermittlungen erfolgreich abschließen konnte, bereitet die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber denjenigen, die für unsere Sicherheit sorgen, Stadt und Polizei große Sorgen.

Weniger Messerangriffe und Straßenkriminalität

Ein zentraler Erfolg der Sicherheitsstrategie zeigt sich im öffentlichen Raum. Die sogenannte Straßenkriminalität ist spürbar zurückgegangen, während die Polizei gleichzeitig mehr Täter dingfest machen konnte. Besonders deutlich wird der positive Trend bei den schweren Delikten. Die Zahl der Messerangriffe sank von 80 Fällen im Vorjahr auf 68 im Jahr 2025.

Wiesbadens Stadtrat Andreas Kowol ( Die Grünen)  sieht darin eine Bestätigung der aktuellen Linie: „Unsere gemeinsame Strategie aus Präsenz, Prävention und klaren Regeln wirkt.“ Auch Alexander Jaza, Direktionsleitung Wiesbaden, führt den Rückgang auf das Programm „Sichere Innenstadt“ und die etablierte Waffenverbotszone zurück. Man setze dort an, „bevor aus potenzieller Gefahr Gewalt entsteht“.

Sorge um Einsatzkräfte – Respekt sinkt, Eskalation steigt

Trotz der positiven Gesamttendenz blicken die Behörden mit großer Sorge auf die Gewaltstatistik gegen Einsatzkräfte. Im Bereich des Polizeipräsidiums Westhessen wurden 2025 insgesamt 352 Straftaten wie Widerstand oder tätliche Angriffe registriert.

Besonders erschreckend: Die Zahl der betroffenen Personen ist auf 655 Opfer gestiegen – das sind 79 mehr als im Vorjahr. Der Großteil entfällt auf Polizeibeamte (630), aber auch Rettungsdienste und die Feuerwehr (19) sowie Stadtpolizisten (6) wurden Ziel von Übergriffen. Winnrich Tischel, Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Stadtpolizei, berichtet von einem „deutlich raueren Umgangston“, sowohl im Außendienst als auch am Telefon.

Prävention und Dialog als Schlüssel zum Erfolg

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt Wiesbaden auf einen Mix aus konsequenter Strafverfolgung und modernem Dialog. Formate wie „Cops im Dialog“ bringen Polizistinnen und Polizisten direkt in die Schulen, um mit Jugendlichen über die Folgen von Gewalt und den harten Alltag im Dienst zu sprechen.

„Sicherheit in unserer Stadt ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betont Kowol. Ziel bleibe der enge Schulterschluss zwischen Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Justiz, um die Innenstadtoffensive konsequent fortzuführen.

Weiterführende Analyse

Lesen sie passend dazu auch unseren Hintergrundbericht: Mehr Einbrüche, weniger Straßenkriminalität: Wiesbadens Sicherheitslage 2025.

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