Bauprojekt

Parkcafé-Areal: Kostenexplosion stoppt Nobel-Gastronomie – WiBau plant um

Die Hoffnungen auf ein kulinarisches Highlight in der ehemaligen Parkcafé-Fläche in Wiesbaden haben einen herben Dämpfer erhalten. Wegen massiver Kostensteigerungen im Millionenbereich musste die Stadtentwicklungsgesellschaft WiBau die Pläne für ein hochwertiges Restaurant-Konzept stoppen. Nun wird nach einer wirtschaftlicheren Alternative gesucht.

Von: |Erschienen am: 18. März 2026 15:20|

Symbolfoto

Es wäre eine Aufwertung für die Wilhelmstraße gewesen: Ein Ableger des bekannten „Moriki“-Konzepts sollte neues Leben in die geschichtsträchtigen Räume des ehemaligen Parkcafés bringen. Doch aus dem Traum von der gehobenen Gastronomie im Herzen von Wiesbaden wird vorerst nichts. Wie die WiBau nun bekannt gab, steht der geplante Ausbau vor dem Aus – zumindest in seiner ursprünglichen Form.

Kosten steigen von 2,7 auf 4,4 Millionen Euro

Grund für die Kehrtwende ist eine drastische finanzielle Schieflage der Planungen. Ursprünglich war die WiBau von Ausbaukosten in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro ausgegangen. Vertiefte Analysen der Bausubstanz zeigten jedoch, dass diese Summe bei weitem nicht ausgereicht hätte.

Technische Hürden, statische Probleme und strenge Auflagen des Denkmalschutzes trieben die kalkulierten Kosten auf rund 4,4 Millionen Euro in die Höhe. Ein Betrag, der laut WiBau eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung unmöglich macht.

Denkmalschutz contra High-End-Küche

„Wir hätten uns über den Einzug eines Moriki-Restaurants sehr gefreut“, erklärt Christoph Golla, Geschäftsführer der WiBau. Zu Beginn der Gespräche schien das Projekt noch realisierbar. Doch im Planungsverlauf wurde deutlich, dass die hohen technischen Anforderungen, die ein solcher Gastronomiebetrieb an Belüftung, Küche und Logistik stellt, kaum mit den baulichen Rahmenbedingungen des historischen Gebäudes zu vereinbaren sind.

Die notwendigen Eingriffe in die Statik und den Denkmalsubstanz hätten den finanziellen Rahmen gesprengt.

Suche nach „kleinerer“ Lösung beginnt

Trotz der Absage an das Nobel-Restaurant soll die Fläche nicht dauerhaft leer stehen. Die WiBau richtet ihre Vermietungsstrategie nun neu aus. Gesucht werden alternative gastronomische Nutzungskonzepte, die weniger invasive Eingriffe in die Bausubstanz erfordern.

Ziel ist es, ein Konzept zu finden, das mit einem deutlich geringeren baulichen Aufwand umgesetzt werden kann und dennoch zur prominenten Lage an der Wilhelmstraße passt. Während die Filmbühne Caligari im selben Gebäudekomplex bereits vor ihrer Wiedereröffnung steht, bleibt die Zukunft des ehemaligen Parkcafés somit vorerst eine Baustelle der Planung.

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