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Weichenstellung für die Energiewende: Offenlage der Wärmeplanung in Wiesbaden beendet

Wie heizen wir in Zukunft? Diese zentrale Frage beschäftigt derzeit die hessische Landeshauptstadt. Mit dem Abschluss der Bürgerbeteiligung zur Kommunalen Wärmeplanung ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht. Während die Stadt auf Wärmenetze und Wärmepumpen setzt, wirft eine geplante Gesetzesreform auf Bundesebene neue Fragen auf.

Von: |Erschienen am: 18. März 2026 11:48|

Archivfoto

Die Landeshauptstadt Wiesbaden treibt die Wärmewende voran. Vom 27. Januar bis zum 1. März hatten Bürgerinnen und Bürger, Verbände und Interessengruppen Zeit, die zentralen Arbeitsergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung unter die Lupe zu nehmen und Stellung zu beziehen. Mit dem Ende dieser Offenlage startet das Projekt nun in die entscheidende Phase der Auswertung.

Bürgerbeteiligung als Fundament der Planung

In den vergangenen Wochen gingen zahlreiche Hinweise und Anregungen beim Umweltamt ein. Diese werden nun fachlich geprüft und in den finalen Entwurf eingearbeitet, bevor der Plan den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

„Die Kommunale Wärmeplanung ist ein zentraler Baustein der Energiewende für Wiesbaden“, betont Wiesbadens Bürgermeisterin sowie Umwelt- und Wirtschaftsdezernentin Christiane Hinninger (Die Grünen). Ziel sei eine sichere, preisgünstige und klimaschonende Wärmeversorgung für alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener.

Technologieoffenheit – Wärmepumpen und Fernwärme im Fokus

Die bisherigen Untersuchungen der Stadt zeigen ein klares Bild. Der Mix macht’s. Die Planung basiert auf einer detaillierten Bestandsaufnahme der aktuellen Gebäudestruktur und zeigt Potenziale für erneuerbare Energiequellen auf.

  • Wirtschaftlichkeit: Laut Stadtverwaltung sind der Anschluss an ein Wärmenetz oder der Einsatz von Wärmepumpen in der Regel die wirtschaftlichsten Optionen für Hauseigentümer.

  • Wahlfreiheit: Das bevorzugte Szenario setzt darauf, dass Eigentümer aus einem breiten Angebot die Variante wählen können, die langfristig am rentabelsten ist.

Wiesbaden muss als Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern die kommunale Wärmeplanung bis spätestens 30. Juni 2026 offiziell abgeschlossen haben.

Debatte um das neue Gebäudemodernisierungsgesetz

Während Wiesbaden plant, sorgt der Bund für neue Diskussionspunkte. Ein aktuelles Eckpunktepapier der Bundesregierung sieht vor, das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch ein Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) zu ersetzen. Ein Kernpunkt: Ab 2029 soll eine Grüngasquote eingeführt werden, die einen steigenden Anteil an Biomethan oder grünem Wasserstoff für bestehende Öl- und Gasheizungen vorschreibt (startend mit 10 %).

Dezernentin Hinninger äußert sich dazu jedoch skeptisch: „Es ist derzeit unklar, ob dafür genügend erneuerbare Gase zur Verfügung stehen.“ Diese Gase würden vorrangig in Industriebereichen benötigt, in denen es keine Alternativen gebe. Unabhängig von der Gesetzesnovelle bleibe die Empfehlung der Stadt klar: Wärmenetze und Wärmepumpen seien die zukunftssicheren und langfristig günstigeren Optionen.

Kontakt für Bürgerfragen

Wer Fragen zur künftigen Wärmeversorgung in seinem Quartier oder zur allgemeinen Strategie der Stadt hat, kann sich direkt an das Umweltamt wenden. Anfragen werden unter der E-Mail-Adresse waermewende@wiesbaden.de beantwortet.

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