Landespolitik
Hessen verschärft Kurs: Neue Sicherheitsakzente für 2026 vorgestellt
Innenminister Roman Poseck hat im Hessischen Landtag in Wiesbden die sicherheitspolitischen Weichen für 2026 gestellt. Trotz rückläufiger Kriminalität sieht das Land neue Herausforderungen und reagiert mit einer Reihe zusätzlicher Maßnahmen. Welche Bereiche besonders in den Fokus rücken und warum das Sicherheitskonzept deutlich ausgeweitet wird, zeigen die neuen Schwerpunkte.
Symbolfoto
Innenminister Roman Poseck (CDU) hat in seiner Regierungserklärung am Dienstag, 17. März, vor dem Hessischen Landtag in Wiesbaden die sicherheitspolitischen Leitlinien für das Jahr 2026 vorgestellt.
Grundlage dafür sind aktuelle Entwicklungen sowie die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, die insgesamt eine positive Tendenz zeigt.
Kriminalität weiter rückläufig
Laut Poseck zählt Hessen weiterhin zu den sichersten Bundesländern. Die Zahl der Straftaten sei 2025 um 2,9 Prozent gesunken. „Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass Hessen eines der sichersten Bundesländer Deutschlands ist“, erklärte der Minister.
Gleichzeitig verwies er auf zwei aktuelle Tötungsdelikte in Raunheim und Wiesbaden, die die Ermittlungsbehörden nun beschäftigen. Straftaten gegen das Leben seien insgesamt rückläufig, dennoch sei jeder Fall „schrecklich und tragisch“.
Neue Akzente für 2026
Für das kommende Jahr kündigte Poseck zusätzliche Schwerpunkte an. Die Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen, Linksextremismus und Sozialkriminalität soll verstärkt werden. Ziel sei es, das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat weiter zu festigen.
Kampagne gegen Wohnungseinbrüche
Trotz eines langfristigen Rückgangs der Einbruchszahlen verzeichnete Hessen 2025 einen deutlichen Anstieg um 910 Fälle. Die Landesregierung reagiert mit einer neuen Präventionskampagne. Geplant sind landesweite Aktionstage, Informationsstände, Social-Media-Videos sowie eine intensivere Analyse von Einbruchsschwerpunkten. Zudem sollen Fahndungsaktionen verstärkt gegen reisende Tätergruppen vorgehen.
„Mit dem verstärkten Mix aus Repression, Prävention und Technik werden wir Woohnungseinbruchsdiebstähle noch konsequenter bekämpfen“, so Poseck.
Maßnahmen gegen Linksextremismus
Besonders deutlich fiel 2025 der Anstieg linksextrem motivierter Straftaten aus. Die Zahl der Gewalttaten habe sich mehr als verdoppelt. Poseck kündigte ein umfassendes Maßnahmenpaket an, das unter anderem ein Präventionsnetzwerk, eine neue Kompetenzstelle beim Verfassungsschutz, eine spezielle Ermittlungseinheit der Polizei sowie Initiativen auf Bundesebene umfasst.
Zudem soll die Erinnerungskultur gestärkt werden, etwa durch die Auseinandersetzung mit dem Anschlag auf der Startbahn West, der sich 2027 zum 40. Mal jährt.
Fortsetzung bewährter Strategien
Neben neuen Schwerpunkten sollen erfolgreiche Maßnahmen weitergeführt werden. Die Innenstadtoffensive habe die Straßenkriminalität spürbar reduziert, ebenso die Waffenverbotszonen in mehreren Städten. Auch im Frankfurter Bahnhofsviertel zeige der 7-Punkte-Plan Wirkung.
Weitere positive Entwicklungen betreffen den deutlichen Rückgang von Geldautomatensprengungen, sinkende Jugendkriminalität sowie eine veränderte Struktur bei Tatverdächtigen infolge migrationspolitischer Maßnahmen.
Sorge um antisemitische Straftaten und häusliche Gewalt
Zunehmende antisemitische Vorfälle bereiten der Landesregierung in Hessen große Sorgen. Poseck betonte die Bedeutung eines konsequenten Vorgehens gegen Hass und Bedrohungen. Auch häusliche Gewalt sei 2025 deutlich angestiegen. Die Landesregierung will daher elektronische Fußfesseln stärker einsetzen, das Bedrohungsmanagement ausbauen und Videoschutzanlagen in Angsträumen erweitern.
Ausblick auf 2026
Roman Poseck dankte in Wiesbaden der Polizei für ihren Einsatz und betonte, dass Sicherheit „kein Selbstläufer“ sei. Die Landesregierung wolle sicherheitspolitisch bewährte Maßnahmen fortführen und zugleich neue Akzente setzen. „Die Sicherheit der Menschen in unserem Land hat für uns als hessische Landesregierung höchste Priorität“, so der Innenminister.
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