Kommunalwahlen 2026

Wahl-Krimi in Biebrich: CDU gewinnt hauchdünn vor der SPD – Grüne werden drittstärkste Kraft

Spannung pur im größten Wiesbadener Stadtteil. In Biebrich lieferten sich CDU und SPD ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Spitze, das die Union mit einem minimalen Vorsprung für sich entscheiden konnte. Doch das Wahlergebnis zeigt auch eine deutliche Zersplitterung der politischen Landschaft am Rhein.

Von: |Erschienen am: 17. März 2026 11:10|

Foto: WA, Grafik: Amt für Statistik und Stadtforschung

Das amtliche Endergebnis für den Ortsbezirk Biebrich bei der Kommunalwahlen liegt seit Dienstagnachmittag vor. Es war eine Mammutaufgabe für die Wahlhelfer: Insgesamt wurden 182.197 gültige Stimmen gezählt. Das Ergebnis markiert eine Zäsur für den Wiesbadener Stadtteil, in dem die beiden Volksparteien fast gleichauf liegen, während neue und kleinere Gruppierungen deutlich an Boden gewinnen.

Ein hauchdünner Sieg für die Union

Die CDU geht mit 24,4 % (44.413 Stimmen) als stärkste Kraft aus der Wahl hervor. Nur einen Wimpernschlag dahinter landet die SPD, die mit 24,3 % (44.256 Stimmen) den Sieg nur um wenige hundert Einzelstimmen verpasste.

Dahinter folgen die Grünen mit 15,6 % (28.486 Stimmen) auf dem dritten Platz. Die AfD konnte in Biebrich deutlich punkten und erreichte 13,3 % (24.278 Stimmen).

Die weiteren Ergebnisse im Überblick:

  • Die Linke: 7,8 % (14.225 Stimmen)

  • FDP: 4,7 % (8.648 Stimmen)

  • Volt: 3,7 % (6.741 Stimmen)

  • PRO AUTO: 2,5 % (4.610 Stimmen)

  • BSW: 2,0 % (3.620 Stimmen)

  • BLW: 1,0 % (1.748 Stimmen)

  • Freie Wähler: 0,6 % (1.172 Stimmen)

Wahlbeteiligung und Stimmenverteilung

Die Wahlbeteiligung in Biebrich lag bei 42,7 %. Von den abgegebenen Stimmzetteln waren 379 (3,3 %) ungültig. Die hohe Anzahl an gültigen Stimmen (über 182.000) verdeutlicht, wie intensiv die Biebricher Wählerinnen und Wähler von den Möglichkeiten des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch gemacht haben.

Die neue Sitzverteilung – Schwierige Mehrheitsfindung

Im Biebricher Ortsbeirat werden insgesamt 17 Sitze vergeben. Durch das extrem knappe Ergebnis und die Zersplitterung der Stimmen ergibt sich eine komplexe Mandatsverteilung:

  • CDU: 4 Sitze

  • SPD: 4 Sitze

  • GRÜNE: 3 Sitze

  • AfD: 2 Sitze

  • DIE LINKE: 1 Sitz

  • FDP: 1 Sitz

  • Volt: 1 Sitz

  • Pro Auto: 1 Sitz

Mit jeweils vier Sitzen für die CDU und die SPD herrscht an der Spitze ein Patt. Da für eine absolute Mehrheit im 15-köpfigen Gremium acht Stimmen nötig sind, wird die künftige Arbeit in Biebrich von wechselnden Mehrheiten oder großen Bündnissen geprägt sein. Die kleineren Parteien wie Volt oder die FDP könnten hierbei zu wichtigen Zünglein an der Waage werden.

Herausforderungen für das „Rheinviertel“

Der neue Ortsbeirat steht vor großen Aufgaben: Die Umgestaltung der Rheingaustraße mit dem Zollspeicher, die Entwicklung der Galatea-Anlage und die soziale Infrastruktur in den Quartieren stehen ganz oben auf der Agenda. Angesichts der knappen Mehrheitsverhältnisse sind die Fraktionen nun mehr denn je zur Sachpolitik und zum Kompromiss aufgefordert.

 

 

Wahlberechtigte 26.804
Wähler/-innen 11.457 42,7 %
Ungültige Stimmzettel 379 3,3 %
Gültige Stimmen 182.197

Gewählte Kandidat/innen
Partei Kandidat/in Mandat Stimmen
CDU Michel, Markus Personenwahl 6.113
CDU Stahl, Erhard Personenwahl 5.088
CDU Heller, Astrid Personenwahl 4.734
CDU Karipidou, Sofia Personenwahl 3.029
AfD Rehwald, Ulrich Personenwahl 4.262
AfD Sluzkij, Dmitrij Personenwahl 4.182
SPD Tomaschky-Fritz, Helga Personenwahl 3.623
SPD Döcke, Sandra Personenwahl 3.455
SPD Hofmann, Alexander Personenwahl 3.041
SPD Manjura, Christoph Personenwahl 2.992
GRÜNE Andes-Müller, Dorothée Personenwahl 4.062
GRÜNE Frölich, Annette Personenwahl 3.656
GRÜNE Dr. Daur, Jörg Personenwahl 3.562
FDP Reinerth, Theo Personenwahl 1.663
DIE LINKE Stoińska, Marta Personenwahl 1.978
Volt Brieger, Kathrin Personenwahl 1.687
PRO AUTO Hübner, Günny Personenwahl 714

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