Bilanz
Warntag in Wiesbaden: Sirenengeheul und Handy-Alarm – So verlief der Testlauf in der Stadt
Hessen hat am heutigen Donnerstag seinen landesweiten Warntag durchgeführt – auch in Wiesbaden heulten a, Vormittag die Sirenen und Handys schrillten durch Cell Broadcast und Warn-Apps. Nach Einschätzung des Innenministeriums lief der Test insgesamt erfolgreich, doch aus Wiesbaden meldeten sich vereinzelt Bürgerinnen und Bürger, die die Sirenen nur sehr leise oder gar nicht wahrgenommen haben.
Symbolfoto
Es war ein lautstarker Vormittag in der hessischen Landeshauptstadt. Am Donnerstag, 12. März, wurde das Zusammenspiel der verschiedenen Warnmittel auf die Probe gestellt. Von der Innenstadt bis nach Auringen und Kostheim lösten die Leitstellen das volle Programm aus: Cell Broadcast, Warn-Apps wie NINA und hessenWARN sowie das städtische Sirenennetz wurden gleichzeitig um 10:00 Uhr aktiviert.
Innenminister Poseck – „Hessen kann sich verlassen“
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zeigte sich bei einer ersten Bilanz am Mittag in Wiesbaden zufrieden. „Unsere Warnsysteme funktionieren – die Menschen in Hessen können sich im Ernstfall darauf verlassen“, betonte der Minister. Nach ersten Rückmeldungen aus den hessischen Leitstellen verlief der Probealarm weitestgehend planmäßig. Zwar gab es im Land vereinzelt Verzögerungen im Minutenbereich bei der Auslösung, doch gravierende Störungen blieben aus.
Feedback aus Wiesbaden – Sirenen teilweise zu leise
Während der digitale Alarm via Cell Broadcast auf den meisten Handys zuverlässig und lautstark funktionierte, gab es beim klassischen Sirenengeheul gemischte Rückmeldungen. Zahlreiche Leser von Wiesbadenaktuell.de meldeten uns über die sozialen Medien oder per E-Mail zurück, dass die Sirenen in ihren Vierteln nur sehr leise oder teilweise gar nicht zu hören waren.
Besonders in dicht bebauten Wohngebieten oder bei geschlossenen Fenstern scheint der „Weckeffekt“ der mechanischen und elektronischen Heuler noch nicht überall die gewünschte Durchschlagskraft zu besitzen.
Sirenen bleiben das Rückgrat der Warnung
Trotz der Digitalisierung betonte das Innenministerium heute erneut die Bedeutung des Sirenennetzes. In Hessen verfügen derzeit rund 85 Prozent der Kommunen über funktionstüchtige Sirenenanlagen. Der Vorteil: Sie funktionieren unabhängig von Mobilfunknetzen und Apps. Seit 2020 hat das Land massiv in die Modernisierung investiert und rund 4.500 Steuergeräte auf den modernen Digitalfunk umgestellt, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.
Was passiert mit den Daten?
Die bei der heutigen Übung gesammelten Informationen über Verzögerungen oder nicht ausgelöste Warnmittel werden nun in den kommenden Wochen in den Leitstellen ausgewertet. Ziel des Warntags ist es ausdrücklich, diese Schwachstellen im System aufzudecken, bevor es zu einer echten Katastrophe kommt.
Wer den heutigen Alarm verpasst hat oder Fehler melden möchte, kann dies oft auch über die Feedback-Funktionen der Warn-Apps tun. Der nächste reguläre Test der Wiesbadener Sirenen steht bereits fest- Am Samstag, 9. Juni, wird die Landeshauptstadt um 19:00 Uhr erneut einen eigenen Check durchführen.
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