Feuerwehreinsatz

Atembeschwerden durch mysteriösen Geruch in Wiesbadener Mehrfamilienhaus

Ein undefinierbarer Geruch in einem Wohnhaus in Wiesbaden hat am Montagnachmittag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst ausgelöst. Sechs Personen erlitten Atemwegsreizungen, mehrere Bewohner mussten über eine Drehleiter gerettet werden. Der Bismarckring wurde zeitweise voll gesperrt.

Von: |Erschienen am: 2. März 2026 18:05|

Symbolfoto

In der Rettungsleitstelle der Feuerwehr Wiesbaden ging um etwa 14:30 Uhr am Montag, 2. März, der Notruf über einen stechenden, undefinierbaren Geruch in einem Mehrfamilienhaus in der Hermannstraße im Westend ein. Da beim Eintreffen der ersten Kräfte sofort sechs Personen über massive Atemwegsreizungen klagten, wurde umgehend das Einsatzstichwort auf „MANV“ (Massenanfall von Verletzten) erhöht.

Dramatische Rettung über Drehleiter und Fluchthauben

Da die Situation im Treppenraum zunächst unklar war, mussten die Einsatzkräfte schnell handeln. Drei Bewohner wurden von Feuerwehrtrupps unter Atemschutz mit sogenannten Brandfluchthauben sicher durch den verrauchten bzw. riechenden Flur ins Freie geführt.

Drei weitere Personen, die sich in den oberen Stockwerken befanden, wurden über die in Stellung gebrachte Drehleiter aus ihren Wohnungen gerettet. Insgesamt hat der Rettungsdienst sechs Betroffene  medizinisch erstversorgt. Glücklicherweise war nach einer ambulanten Behandlung vor Ort kein Transport in ein Krankenhaus notwendig.

Umfangreiche Messungen unter Atemschutz

Parallel zur Menschenrettung gingen Spezialkräfte der Feuerwehr mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten in das Gebäude vor. Mit hochempfindlichen Messgeräten wurde die Luft im gesamten Haus auf mögliche Gefahrstoffe und Gaskonzentrationen geprüft.

Trotz der deutlichen Reizungen bei den Bewohnern konnten die Messgeräte keine spezifischen gesundheitsgefährdenden Stoffe nachweisen. Um den hartnäckigen Geruch zu vertreiben und die Sicherheit der Anwohner zu garantieren, setzte die Feuerwehr Hochleistungslüfter ein, um den Treppenraum maschinell zu belüften.

Verkehrschaos auf dem Bismarckring

Der Einsatz erforderte ein massives Aufgebot an Rettungsmitteln. Insgesamt waren 33 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst rund eine Stunde lang vor Ort.

Für die Dauer der Rettungsarbeiten musste die Polizei den Bismarckring zwischen der Bleichstraße und der Wellritzstraße vollständig für den Verkehr sperren. Dies führte im gesamten Innenstadtbereich und auf den Umleitungsstrecken zu erheblichen Behinderungen im einsetzenden Feierabendverkehr.

Rückkehr in die Wohnungen

Nachdem die Belüftungsmaßnahmen abgeschlossen waren und die Messungen final negativ blieben, konnte die Einsatzstelle gegen 15:30 Uhr wieder freigegeben werden. Alle Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die genaue Ursache für den mysteriösen Geruch bleibt unklar.

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