Urbane Zukunft
Wiesbaden stärkt Senioren: Neues Modellprojekt startet im Schelmengraben
Im Schelmengraben entsteht ein Modell, das den Alltag vieler älterer Menschen verändern könnte. Die Stadt und mehrere Wohnungsunternehmen bündeln erstmals ihre Kräfte, um Versorgung, Teilhabe und Wohnen enger zu verzahnen. Welche Ideen dahinterstecken und warum gerade dieses Quartier eine Schlüsselrolle spielt zeigt ein Blick auf das neue Projekt.
Archivfoto
Die Landeshauptstadt Wiesbaden stellt sich mit dem Konzept #Quartiershäuser auf die demografischen Veränderungen im Stadtgebiet ein. Gemeinsam mit der GWH und vier weiteren Wohnungsbaugesellschaften wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Ausbau integrierter Wohn-, Gesundheits- und Teilhabeangebote für ältere Menschen in den Quartieren vorsieht.
Die GWH unterstützt das Vorhaben nicht nur fachlich, sondern stellt zusätzlich 175.000 Euro bereit, die direkt in das Quartier Schelmengraben fließen sollen.
Pilotprojekt im größten GWH-Quartier
Der Schelmengraben zählt zu den vier Pilotgebieten, in denen das Modell erprobt wird. Mit rund 2.150 Wohnungen ist es das größte Wohnquartier der GWH. „Die Initiative der Landeshauptstadt Wiesbaden, die Landschaft integrierter Wohn-, Gesundheits- und Teilhabeangebote speziell für die ältere Bewohnerschaft im Schelmengraben auszubauen und mit dem Projekt #Quartiershäuser in den politischen Fokus zu rücken, begrüßen wir als größter Wohnungsgeber im Quartier, deshalb sehr und sehen uns in unserer bisherigen Strategie bestätigt“, sagte GWH-Geschäftsstellenleiter Michael Back bei der Unterzeichnung im Rathaus.
Langjährige soziale Arbeit im Quartier
Die GWH ist seit Jahrzehnten mit sozialer Arbeit in ihren Wohnquartieren präsent und arbeitet dabei sowohl mit eigenen Sozialmanagern als auch mit zahlreichen lokalen Partnern zusammen. In den vergangenen Jahren wurden vielfältige Projekte umgesetzt, von Angeboten für ältere Menschen über Kinder- und Jugendprogramme bis hin zu Obdachlosenhilfe, Konfliktmediation, Energieberatung, Kulturprojekten, Mobilitätsangeboten und Schuldnerberatung.
Im Schelmengraben baut die GWH gemeinsam mit dem Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus ihre Angebote für Seniorinnen und Senioren weiter aus und investiert jährlich rund 60.000 Euro in die Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern.
Hoher Bedarf im Schelmengraben
Statistische Daten unterstreichen die Notwendigkeit zusätzlicher Unterstützung: Der Anteil alleinlebender Menschen über 75 Jahre liegt im Schelmengraben bei 43 Prozent und damit deutlich über dem städtischen Durchschnitt.
Viele von ihnen verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um kostenintensive Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.
Menschen im Quartier verwurzelt
„Gerade im Schelmengraben wohnen Familien teils schon seit zwei, drei Generationen und schätzen die Nachbarschaft und das Miteinander. Diese Menschen sind im Quartier verwurzelt und wünschen sich, auch im Alter selbstbestimmt in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben zu können“, erklärte Ursula Beyler-Jertz, Abteilungsleiterin der GWH in Wiesbaden.
„Hierfür bedarf es jedoch Angebote, die die Themen Gesundheitsversorgung, Barrierefreiheit und vor allem auch Teilhabe abdecken.“
Bauliche Verbesserungen und neue Kooperationen
In den vergangenen Jahren hat die GWH bereits zahlreiche bauliche Maßnahmen umgesetzt, darunter barrierearme Eingänge, Aufzüge und modernisierte Bäder.
Gleichzeitig sucht das Unternehmen weiter nach neuen Kooperationspartnern, um zusätzliche Angebote für ältere Bewohnerinnen und Bewohner zu etablieren und deren Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Angebote optimieren und ausbauen
„Mit dem Projekt #Quartiershäuser können wir unsere bisher geleistete Arbeit und bestehende Angebote im Schelmengraben gemeinsam mit weiteren Partnern aus- und umbauen, Fäden noch gezielter zusammenlaufen lassen und damit das Versorgungsnetz weiter und stärker aufspannen, um noch mehr Menschen aus der Zielgruppe zu erreichen“, so Beyler-Jertz weiter.
„Wenn wir die unterschiedlichen Angebote im Quartier besser miteinander verzahnen und fokussierter platzieren, kommen Hilfen noch schneller dort an, wo sie wirklich gebraucht werden.“
Drei Jahre für ein neues Versorgungsmodell
Das Konzept #Quartiershäuser ist in Wiesbaden zunächst auf drei Jahre angelegt. Es versteht das Quartier als sorgende Gemeinschaft, in der Wohnen, Pflege und soziale Arbeit eng miteinander verbunden werden.
Ziel ist es, eine verlässliche Versorgung im direkten Lebensumfeld zu schaffen, ohne verpflichtende Zusatzkosten für die Bewohner. Bestehende Angebote sollen erweitert, geschärft und in zentralen Anlaufstellen gebündelt werden, um älteren Menschen ein gutes und selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen.
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