Resilienz-Report 2026
Mittelstand im Krisenmodus – Wachsende Zukunftssorgen
Der deutsche Mittelstand blickt mit zunehmender Sorge in die Zukunft. Wie der aktuelle Resilienz-Report der Wiesbadener R+V Versicherung zeigt, zweifeln immer mehr Führungskräfte an der Widerstandskraft ihrer Betriebe. Besonders beim Thema Mitarbeiterbindung und Cybersicherheit klafft eine Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.
Symbolfoto; Canva
Der Wind für mittelständische Unternehmen wird rauer. Laut der repräsentativen Studie „Fokus Mittelstand: R+V Resilienz-Report 2026“, die am Mittwoch, 4. Februar, in Wiesbaden vorgestellt wurde, ist das Bangen um die eigene Existenz spürbar gestiegen. Waren es 2024 noch 17 Prozent der Führungskräfte, die besorgt in die Zukunft blickten, ist dieser Wert nun auf 29 Prozent hochgeschnellt.
Mitarbeiterbindung als wichtigster Resilienz-Faktor
Interessanterweise rangiert ein Thema noch vor der Produktentwicklung oder dem Preiswettbewerb: Die Mitarbeiterbindung. 87 Prozent der Chefs halten motivierte Teams für den entscheidenden Schlüssel zur Krisenfestigkeit.
„Die Besorgnis sollte ernst genommen werden, da sie sich direkt auf Investitions- und Wachstumspläne auswirkt“, betont Jens Hasselbächer, Vorstand bei der R+V Versicherung. Dennoch gibt es ein Umsetzungsdefizit: Während sich 89 Prozent der Beschäftigten mehr Unterstützung bei der Altersvorsorge wünschen, sind bisher erst 60 Prozent der Firmen in diesem Bereich wirklich aktiv geworden.
Cybersicherheit: Das unterschätzte Haftungsrisiko
Ein weiteres kritisches Feld ist die Digitalisierung. Zwar erkennen 74 Prozent der Führungskräfte in der Verletzung von IT-Sicherheitsstandards ein massives Haftungsrisiko, doch die Vorsorge hinkt hinterher:
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Nur 32 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Cyber-Versicherung.
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Grundlegende Standards wie das Management von Administratorrechten oder die Analyse von Einfallstoren werden oft vernachlässigt.
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Bei KI-Themen herrscht zudem Aufklärungsbedarf, da Beschäftigte das Potenzial von Künstlicher Intelligenz deutlich skeptischer einschätzen als ihre Vorgesetzten.
Ruf nach Hilfe von außen wird lauter
Auffällig ist die gewachsene Offenheit für externe Unterstützung. Mittlerweile geben 71 Prozent der Firmenlenker an, Hilfe von außen zu benötigen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 58 Prozent im Jahr 2024. Besonders bei komplexen Themen wie der digitalen Transformation und der Abwehr von Cyberkriminalität suchen Betriebe verstärkt professionellen Rat.
Die Studie im Überblick
Der „R+V Resilienz-Report 2026“ ist die zweite Auflage der Untersuchung. Befragt wurden über 220 Führungskräfte und mehr als 1.000 Beschäftigte zur Jahreswende 2025/2026. Das Ziel ist ein realistisches Abbild der Herausforderungen im deutschen Mittelstand.
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