Standortpolitik

Vier Forderungen, ein Ziel: Stadt soll wirtschaftlich aufholen

Kurz vor der Kommunalwahl wächst der Ruf nach klaren Entscheidungen für Wiesbadens Zukunft. Der Wirtschaftsrat legt nun ein Forderungspaket vor, das die Stadt spürbar verändern soll. Welche Stellschrauben aus Sicht der Wirtschaft jetzt entscheidend sind und warum die Zeit drängt zeigt ein Blick auf die einzelnen Punkte.

Von: |Erschienen am: 2. Februar 2026 12:48|

Foto: Wirtschaftsrat der CDU e. V. / Landesverband Hessen

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 hat die Sektion Wiesbaden des hessischen Wirtschaftsrates ihre wirtschaftspolitischen Schwerpunkte vorgestellt.

Bei einer Veranstaltung mit den Vorsitzenden der Rathausfraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD appellierte der Verband an die künftige Stadtregierung, Wiesbaden stärker als attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort zu positionieren.

Bedeutung kommunalpolitischer Entscheidungen

„Die kommunalpolitischen Entscheidungen der kommenden Jahre werden maßgeblich darüber bestimmen, wie wettbewerbsfähig, lebenswert und zukunftsfähig Wiesbaden bleibt“, erklärt Dr. Michael Schuppli, Sprecher der Sektion Wiesbaden bei dem Treffen mit den Kommunalpolitikern.

Angesichts eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds brauche es klare Leitlinien und eine verlässliche Standortpolitik. Wiesbaden verfüge über gute Voraussetzungen, nutze diese jedoch nicht ausreichend.

Forderung nach geringerer Gewerbesteuer

Ein zentrales Anliegen des Wirtschaftsrates ist die Senkung der Gewerbesteuer. Mit einem Hebesatz von 460 zählt Wiesbaden zu den teuersten Standorten Hessens.

Besonders kleine und mittelständische Unternehmen seien dadurch belastet. Eine Reduzierung solle bestehende Betriebe entlasten und Neuansiedlungen erleichtern.

Digitalisierung konsequent vorantreiben

Auch bei der Digitalisierung sieht der Wirtschaftsrat erheblichen Nachholbedarf. Einzelne Fortschritte reichten nicht aus. Gefordert wird die vollständige Digitalisierung aller Verwaltungsprozesse.

Ein regelmäßiger Digitalisierungsbericht solle Transparenz schaffen, Zeitpläne definieren und Fortschritte messbar machen.

Schlankere Verwaltung für mehr Effizienz

Der Personalzuwachs der vergangenen Jahre stelle eine Belastung für den Wiesbadener Haushalt und Arbeitsmarkt dar. Der Wirtschaftsrat fordert daher einen Stellenplan, der die Beschäftigtenzahl wieder auf das Niveau von 2020 zurückführt.

Dies solle finanzielle Spielräume schaffen und den Fachkräftemangel in der Wirtschaft nicht weiter verschärfen.

Tourismus durch niedrigeren Kurbeitrag stärken

Als weiteren Forderung an die Kommunalpolitiker nennt der Wirtschaftsrat den Kurbeitrag, der aus seiner Sicht den Tourismus bremst. Eine Halbierung könne Wiesbaden als Kongress- und Übernachtungsstandort stärken und wirtschaftliches Potenzial besser ausschöpfen.

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