Statistik
Wiesbadens Arbeitslosigkeit steigt im Januar auf 8,4 Prozent
Der Jahresbeginn geht in Wiesbaden mit einem spürbaren Anstieg der Arbeitslosigkeit und einer rückläufigen Zahl neu gemeldeter Stellen einher. Winterliche Einflüsse und die angespannte wirtschaftliche Lage dämpfen die Dynamik des Arbeitsmarktes. Zwar ist der Anstieg saisonal erklärbar, er liegt jedoch über dem Niveau der Vorjahre.
Symbolfoto: Agentur für Arbeit
Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden, bestehend aus der Landeshauptstadt Wiesbaden und dem Rheingau Taunus Kreis, ist im Januar 2026 gestiegen.
Insgesamt waren 19.215 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 1.071 Personen mehr als im Dezember, was einem Anstieg von 5,9 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl um 517 Personen oder 2,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Im Januar des Vorjahres betrug sie 7,1 Prozent.
Entwicklung nach Rechtskreisen
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III waren 5.963 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Zuwachs von 767 Personen, gegenüber dem Vorjahr von 341 Personen.
In der Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II registrierten die Jobcenter 13.252 Arbeitslose. Das sind 304 Personen mehr als im Dezember und 176 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden 69,0 Prozent aller Arbeitslosen durch die Jobcenter betreut.
Zugänge und Abgänge aus Arbeitslosigkeit
Im Januar meldeten sich 3.399 Menschen arbeitslos, darunter 1.662 Personen, die zuvor erwerbstätig waren. Gleichzeitig beendeten 2.321 Menschen ihre Arbeitslosigkeit. 702 von ihnen nahmen eine neue Beschäftigung auf.
Einschätzung der Arbeitsagentur
„Wir sehen auch zum Jahresbeginn weiterhin keine belebenden Impulse am Arbeitsmarkt“, sagt Monika Kessler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. „Die Arbeitslosigkeit steigt in den letzten Monaten kontinuierlich. Das entspricht zwar dem saisonalen Muster der Wintermonate, bewegt sich jedoch auf einem höheren Niveau als in den vergangenen Jahren.“
Gleichzeitig sei weiterhin Bewegung am Markt vorhanden. Übergänge aus Arbeitslosigkeit in Beschäftigung fänden statt, benötigten jedoch mehr Zeit und gezielte Unterstützung. Kessler weist zudem darauf hin, dass sich derzeit viele junge Menschen mit Blick auf die Halbjahreszeugnisse neu orientieren und den Ausbildungsmarkt prüfen. „Das ist eine Phase, in der wichtige Weichen für den weiteren Berufsweg gestellt werden“, so Kessler.
Chancen für Ausbildungsbetriebe
Für Unternehmen sei dies ein günstiger Zeitpunkt, freie Ausbildungsstellen zu melden. „Unternehmen erreichen jetzt eine große Bandbreite an Bewerbern mit unterschiedlichen Stärken und Interessen“, so Kessler. Die Agentur für Arbeit unterstützt Betriebe dabei mit Beratung und Förderinstrumenten.
Dazu gehören unter anderem die Einstiegsqualifizierung als betriebliches Langzeitpraktikum mit finanzieller Unterstützung sowie die assistierte Ausbildung, die Auszubildende und Betriebe während der gesamten Ausbildungszeit begleitet. Der Arbeitgeber Service der Agentur ist kostenfrei unter der Rufnummer 0800 / 4555520 erreichbar.
Stellenmarkt im Überblick
Im Januar wurden 397 neue Stellen gemeldet. Das sind 50 weniger als im Dezember und 87 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren 2.199 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur verzeichnet.
Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Zum Stichtag 31. Juli 2025 verringerte sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Wiesbaden gegenüber dem Vormonat um 540 Personen. Insgesamt waren 196.879 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 1.993 Beschäftigungsverhältnissen oder 1,0 Prozent.
Stadt Wiesbaden
In der Landeshauptstadt Wiesbaden nahm gemäß der Statistik die Arbeitslosigkeit im Januar 2026 zu. 13.805 Menschen waren arbeitslos gemeldet. Das sind 742 Personen mehr als im Dezember, ein Plus von 5,7 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 515 Personen oder 3,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,4 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar des Vorjahres betrug sie 8,3 Prozent.
Landeshauptstadt nach SGB II und SGB III
Im Rechtskreis SGB III waren 3.953 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg von 447 Personen gegenüber dem Vormonat und 297 Personen gegenüber dem Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II wurden 9.852 Arbeitslose gezählt. Das sind 295 Personen mehr als im Dezember und 218 mehr als ein Jahr zuvor. 71,4 Prozent aller Arbeitslosen in Wiesbaden wurden durch die Jobcenter betreut.
Auf dem Arbeitsmarkt wurden im Januar 223 neue Stellen gemeldet. Das sind 66 weniger als im Vormonat und 112 weniger als vor einem Jahr. Der Bestand an offenen Stellen belief sich auf 1.388.
Rheingau Taunus Kreis
Auch im Rheingau Taunus Kreis stieg die Arbeitslosigkeit im Januar 2026. Insgesamt waren 5.410 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Zuwachs von 329 Personen oder 7 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Zahl nahezu unverändert und lag um zwei Personen höher. Die Arbeitslosenquote betrug 5,3 Prozent und lag damit um 0,3 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats. Im Vorjahr lag sie ebenfalls bei 5,3 Prozent.
RTK nach Leistungsbereichen
Im Bereich SGB III wurden 2.010 Arbeitslose gezählt. Das sind 320 Personen mehr als im Dezember und 44 mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II waren 3.400 Personen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um neun Personen, im Jahresvergleich jedoch einen Rückgang um 42 Personen. 63 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis wurden von den Jobcentern betreut.
Der Stellenmarkt entwickelte sich im Januar positiver als im Vormonat. Es wurden 174 neue Stellen gemeldet. Das sind 16 mehr als im Dezember und 25 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt befanden sich 811 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
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