Energiewende

Kommunale Wärmeplanung startet in die entscheidende Phase

Wiesbaden stellt seinen Entwurf für die künftige Wärmeversorgung vor und öffnet ihn nun zur Beteiligung. Die Planung zeigt, wie die Stadt bis 2045 klimaneutral heizen könnte und welche Schritte dafür nötig sind. Diverse Szenarien stehen zur Auswahl und die Zusammenarbeit mit Energieversorgern spielt dabei eine zentrale Rolle.

Von: |Erschienen am: 28. Januar 2026 12:34|

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Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden hat am Dienstag, 20. Januar, beschlossen, den Entwurf zur kommunalen Wärmeplanung öffentlich zugänglich zu machen.

Damit beginnt die nächste Phase eines umfangreichen Projekts, das die Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung schaffen soll.

Start der Beteiligung

Die Offenlage startet mit der Vorstellung im Ausschuss für Umwelt, Klima und Energie am Dienstag, 27. Januar. Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange können bis Sonntag, 1. März, Stellungnahmen einreichen.

Der Entwurf bündelt die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung, die von der Stadtverwaltung gemeinsam mit der ESWE Versorgungs AG, lokalen Partnern und externen Fachbüros erarbeitet wurden.

Bedeutung für die Klimaziele

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) unterstreicht die Relevanz des Projekts. Er sagt: „Die Kommunale Wärmeplanung ist für uns ein zentraler und wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045. Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, die Wärmeversorgung für ihre Wohnungen und Geschäftsgebäude sicher, möglichst schnell und kostengünstig klimaneutral zu machen.“

Auch Bürgermeisterin Christiane Hinninger (Bündnis90/Die Grünen) hebt die Zusammenarbeit hervor. Sie erklärt: „Durch die enge Einbindung der Wärmeversorger und Netzbetreiber ist es gelungen, einen ambitionierten und zugleich realistischen Kommunalen Wärmeplan für Wiesbaden zu erarbeiten. Damit schaffen wir einen strategischen Rahmen, der nötig ist, damit Bürgerinnen und Bürger, Wohnbaugesellschaften und Energieversorger zukunftssicher planen und investieren können.“

Szenarien für eine klimaneutrale Zukunft

Auf Grundlage der Analyse der bestehenden Wärmeversorgung und der Potenziale erneuerbarer Energien wurden drei Szenarien entwickelt, wie Wiesbaden bis 2045 klimaneutral mit Wärme versorgt werden kann.

Für das Zielszenario waren niedrige Kosten für die Wiesbadener Bevölkerung, technologische Offenheit und eine realistische Umsetzbarkeit entscheidend. Das Stadtgebiet wurde daraufhin in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete eingeteilt und eine Umsetzungsstrategie mit zentralen Maßnahmen formuliert.

Herausforderungen der Wärmewende

Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der ESWE Versorgungs AG, weist auf die bevorstehenden Aufgaben hin. Er sagt: „Einen Wärmeplan zu erstellen, ist ein wichtiger erster Schritt. Die eigentliche Mammutaufgabe ist aber, diesen Plan umzusetzen und die benötigte Infrastruktur unter die Straßen und in die Häuser zu bekommen.

Dies geht nur, wenn Stadt und ESWE Versorgung weiter eng zusammenarbeiten. Die bisherige Kooperation stimmt mich zuversichtlich, dass wir die Wärmewende in Wiesbaden schaffen.“

Inhalte des Entwurfs

Der veröffentlichte Entwurf enthält sämtliche Arbeitsergebnisse der kommunalen Wärmeplanung. Dazu gehören die Bestands- und Potenzialanalyse, die entwickelten Zielszenarien, die Einteilung des Stadtgebiets in Wärmeversorgungsgebiete sowie ein Maßnahmenkatalog.

Die Planung erfolgt unter Leitung des städtischen Umweltamts in enger Abstimmung mit der ESWE Versorgungs AG und in Zusammenarbeit mit externen Gutachtern des Ingenieurbüros Ramboll und des Fraunhofer IFAM. Weitere Energienetzbetreiber und betroffene Institutionen wurden fortlaufend eingebunden.

Einsicht und Stellungnahmen

Interessierte können den Entwurf im Umweltamt, Raum A001, Gustav-Stresemann-Ring 15, 65189 Wiesbaden, während der Öffnungszeiten einsehen. Eine Stellungnahme ist dort oder online über die Beteiligungsplattform möglich.

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